Danke und Merci – Was war und was bleibt

– Ein Jahresrückblick von und mit Max Bryan –

228 Tage ohne Blog und damit die längste Pause bei MaxBryan.com. Facebook ermahnte mich schon: „Deine Freunde warten auf Nachricht von Dir …“ und ja, es ist lange her und ich will die Zeit vor Ablauf des Jahres noch nutzen um wenigstens Nachricht zu geben, was geschah und wo wir stehen, die Zeit rast gnadenlos und zuletzt auch gegen mich.

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Seit meiner Rückkehr aus Hamburg – im Mai diesen Jahres – lief Einiges schief. Vieles war aufwendiger als ich dachte und die Geschichten wurden nicht kleiner. Was ich mache, tun Andere nur im Team, viel Zeit und Manpower geht verloren, wenn man alles nur alleine macht (ich wünscht´ ich hätt´ ein Team 🙂

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Neulich meldete sich eine gute Freundin aus Hamburg bei mir, sie arbeitet bei der „ZEIT“ und hatte mir im Februar ihren Keller in Altona zur Verfügung gestellt, damals, als ich Andy zu Grabe trug. 7 Monate ist das jetzt her und jeden Tag sieht sie neue Leute, denen es noch schlechter ging als mir und gerne will sie helfen, ich bin so stolz auf Menschen wie Anne, die im Bettler auch den Menschen sehen und nicht nur sein „drum herum“.

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„Schau her, ich sehe nur Dich und sonst nichts um Dich herum“, auch das ein Spruch von damals, Nächstenliebe tut so gut und viele leben das auch –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/cleeberg-und-die-d%C3%B6rfer-moms-brief/344251962259392

Andere lernen noch  –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/butzbach-und-der-wilde-westen/344488258902429

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Zurück in Hamburg

Letztes Jahr um die Zeit war ich in Hamburg unterwegs, zu Besuch bei Freunden und zurück an dem Ort, wo alles begann, damals vor 4 Jahren – im Winter 2010. Was bleibt sind Erinnerungen, an Menschen und Wegbegleiter und Horst war einer von ihnen. Hier mein Bericht von damals (2013) –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/ein-bett-f%C3%BCr-den-winter-vertrauen-und-chance/708011589216759

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Eine junge Frau (Manuela D.) schrieb damals, dass auch sie mal viel Vertrauen hatte und ihr Bericht berührt mich damals wie heute sehr. Sie schreibt: „Ich wohne in direkter Nachbarschaft zu Wuppertaler Tafel und habe vor vier Jahren dann meinen Keller hergerichtet“, um ihn wohnungslosen Menschen zum Übernachten anzubieten und das auch „gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nachbarn“, berichtet Manuela D. und auch ihre Familie sei davon nur wenig begeistert gewesen. „Trotzdem wollte ich das tun“, schreibt sie und es dauerte auch nicht lange, bis sich ein zirka 40-jähriger Mann bei ihr vorstellte und Manuela sprach ein paar Regeln mit ihm ab. Also Müll in die Tonnen, Toilette benutzen und kein Lärm im Treppenhaus. Sogar Besuch hatte sie erlaubt, sofern nach 22.00 Uhr dann auch Ruhe sei „und er hat alles von mir bekommen, sogar ein Radio hatte ich ihm hingestellt“, berichtet sie.

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Nach zwei Wochen und mehreren Versuchen mit ihm zu reden, „musste ich dann die Schlösser austauschen“. Es roch stark nach Urin, jeden Abend brachte er dann Kumpels mit und es wurde laut gegrölt und gesoffen bis tief in die Nacht „und auch noch in die Ecken gepinkelt“. Der Heizlüfter und das Radio und was man sonst noch so gebrauchen konnte waren weg – alles geklaut. „Ich war sehr traurig darüber, das es diesem Menschen nicht gelang  meine Hilfe anzuerkennen und eine angemessene Haltung zu bewahren“, schreibt Manuela.

Ihr sei klar, dass Alkohol ein großes Problem ist, das habe sie auch „einkalkuliert“, „aber dass so grenzüberschreitend gehandelt wird“, mache sie „einfach nur traurig“ und ihre Familie sollte recht behalten, alles was sie an Vorurteilen hatte, traf auch ein.

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Ein Bett für den Winter

Manuela brachte den Keller dann wieder in Ordnung und zwei Wochen später fand sich eine junge Frau ein, die glücklich und dankbar war für das Angebot und Manuela versuchte es noch einmal. Nur nicht aufgeben – dachte sie. Doch auch diese Frau hatte einen Makel, denn sie nutzte den Keller zur Prostitution um ihre Drogen zu finanzieren! Nach einem weiterem Gesprächsversuch – wieder Schloss ausgetauscht.

Im Jahr darauf dann wagte Manuela einen weiteren Versuch. Es war ein junger Mann, der Abends kam und morgens – nach dem waschen und dem Frühstück – wieder ging. Er half sogar den Mülleimer runter zu tragen und Weihnachten hatte er „mit uns gefeiert“, so ihr Bericht. „Leider ging er ohne sich zu verabschieden“, keiner weiß wo er heute ist, sagt sie. „Polizei und Krankenhäuser habe ich angerufen und zur Tafel kommt er auch nicht mehr“. Ob sie es dieses Jahr noch einmal versucht, jemand im Winter von der Straße zu holen, weiß sie noch nicht, auch weil es ihr selbst nicht gut geht. Sie könne also verstehen, dass Menschen sich scheuen, das Risiko auf sich zu nehmen und wünscht mir viel Erfolg mit meinem Blog und ja, auch dieser Erlebnisbericht zeigt, dass es ungemein wichtig ist, nicht aufzugeben.

Was Manuela getan hat, war genau das Richtige, auch wenn sie schon so oft enttäuscht wurde.

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Helfen statt Regeln

Viele der Menschen, die auf der Straße leben, haben irgendein Problem, das sie an die Straße bindet. Sei es der Alkohol, die Drogen – was auch immer – die Macht der Gewohnheit betäubt ihre Sinne, sie sehen die Welt manchmal anders. Gerade deshalb ist es so wichtig den Kurs auch zu halten, nicht aufzugeben und weiterhin Chancen zu vergeben. Irgendwann fällt ein Engel vom Himmel, der allen Helfern dankt und auch ein Lächeln schenkt, mit einer Wiederkehr – in einer dann (vielleicht) besseren Welt.

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Dieses Jahr blieb ich in Steinfurth und es war mein erstes Weihnachten auf dem Hof und ich bin so froh auch da sein zu dürfen. Die Ruhe, die ich suchte, fand ich hier, mitten im Paradies und mein Buch braucht noch …

Vorgeschichte hier: –> http://www.facebook.com/notes/max-bryan/habe-vertrag-schreibe-buch/624081054276480

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Und hier –> http://www.zeitjung.de/menschen/9229-wenn-man-auf-der-strasse-lebt-gibt-es-kein-goodbye-interview-mit-max-bryan

Und die Zeit drängt. Allein 6 Monate war ich mit Recherchen zum Thema „Sozialgrab“ beschäftigt, deckte Hintergründe auf, führte unzählige Interviews und wollte helfen zu verändern, damit Leute wie Andy eine Chance bekommen – BEVOR sie sterben. Nachruf hier –> http://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april/775090999175484

Andre Heinz M. vor einem Jahr. Hier in einem Interview vom Mai 2013. Ein Jahr später und er ist tot. Gestorben an den Folgen seiner Armut. (Foto: MaxBryan.com)

Mit Rücksicht auf den Terminkalender der Hamburger Friedhofsverwaltung hatte ich den gut 40-seitigen Bericht dann erst mal eingestampft – respektive (noch) nicht veröffentlicht, kommt aber …

Story auf Halde

Seit Juli tat sich erst mal noch ein anderes Thema auf und auch dem konnte ich mich nicht entziehen und scheiterte dann an der Selbstsucht rücksichtsloser Egoisten, die trotz 1000 Seiten Schriftverkehr nicht einlenken wollten und dabei längst hätten helfen können. Leute, mit viel Geld, die einem ehemaligen Obdachlosen nicht mal ein paar Klicks bei Youtube gönnen und die über Monate hinweg die durch und durch beherzte Arbeit eines Einzelnen mit Füßen treten. Das meine Damen und Herren, ist die wahre Geschichte hinter der Fassade eines allseits bekannten Popstars, der sich nach außen hin stets auch weitherzig gibt und der es dann nicht mal für nötig hält zu antworten. Eine traurige Geschichte über Missgunst, Gier, Hochmut und Heuchelei und auch diese Wahrheit wird ihren Weg (noch) finden (demnächst).

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Steinfurther Weihnacht

Zurück auf dem Gartenhof gab´s erst mal Steinfurther Weihnacht von und mit Gertrud Gilbert, einer guten Freundin des Hauses. Tagelang hatten wir die alte Zehntscheune dann liebevoll hergerichtet, mit Kerzen, Eibe-Blättern, Sternen und vielen Lichtern, ein wunderbarer Ort zum feiern, hier kommst Du an, hier darfst Du sein.

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Eine ausführliche Fotostrecke zum Thema gibt´s hier –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/danke-und-merci-was-war-und-was-bleibt/911546488863267

Die alte Zehntscheune auf dem Gartenhof Löw zu Steinfurth

Die alte Zehntscheune auf dem Gartenhof Löw zu Steinfurth

Begrüßung der Gäste durch Gertrud Gilbert ... (Foto: Max Bryan)

Begrüßung der Gäste durch Gertrud Gilbert … (Foto: Max Bryan)

Die Weihnachtsgeschichte in der Scheune vom Gartenhof ...

Die Weihnachtsgeschichte in der Scheune vom Gartenhof …

Texte des Pfarrers Lothar Zenetti begleitet von  einem Kranz stimmungsvoller Gedichte - meist im Dialekt.

Texte des Pfarrers Lothar Zenetti begleitet von einem Kranz stimmungsvoller Gedichte – meist im Dialekt.

Gertrud liest, singt und spielt Klavier ... (Foto: Max Bryan)

Gertrud liest, singt und spielt Klavier … (Foto: Max Bryan)

"Stille Nacht, heilige Nacht ..."

„Stille Nacht, heilige Nacht …“

Dieter Wirz (Akkordeon) und Vojislav Miller (Oboe)

Dieter Wirz (Akkordeon) und Vojislav Miller (Oboe)

Ihr Engelein kommet ...

Ihr Engelein kommet …

Weihnachtsgebäck

Weihnachtsgebäck

Gertrud Gilbert - Schauspielerin und Sängerin (Foto: Max Bryan)

Gertrud Gilbert – Schauspielerin und Sängerin (Foto: Max Bryan)

Danke für´s Kommen ...

Danke für´s Kommen …

Und Danke an Heinke von Löw (93) - ohne sie wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist.

Und Danke an Heinke von Löw (93) – ohne sie wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist.

Sie fehlte am meisten ...

Sie fehlte am meisten …

Eine Zugabe für Heinke von Löw ...

Eine Zugabe für Heinke von Löw …

Ich wünsche allen Lesern, Freunden und Unterstützern einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Herzlichst,
Euer Max Bryan
31. Dezember 2014

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Danke, dass es Euch gibt … –> https://www.youtube.com/watch?v=cVws3gQQFgs

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Veröffentlicht am Dezember 31, 2014 in Blog und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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