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Feld 317

Neue Gedenksteine auf dem Öjendorfer Friedhof erinnern an einsam Verstorbene, die niemanden mehr haben (Foto: Max Bryan)

Neue Gedenksteine auf dem Öjendorfer Friedhof erinnern an einsam Verstorbene, die niemanden mehr haben (Foto: Max Bryan)

Wer Verstorbene vermisst – auf dem Öjendorfer Friedhof – Feld 317 – gibt es Gedenktafeln mit Namen von Verstorbenen, die ohne Angehörige bestattet wurden. Die Liste der Namen reicht zurück bis 2013. Hier ein Bericht: http://www.myheimat.de/hamburg/ratgeber/feld-317-d2728918.html

 

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Ihr seid nicht vergessen! Gedenken an verstorbene Obdachlose

Einsam verstorbene werden künftig nicht mehr so leicht vergessen sein. Neue Gedenksteine auf dem Öjendorder Friedhof erinnern an Verstorbene ohne Angehörige. (Foto: Max Bryan)

Einsam verstorbene werden künftig nicht mehr so leicht vergessen sein. Neue Gedenksteine auf dem Öjendorder Friedhof erinnern an Verstorbene ohne Angehörige. (Foto: Max Bryan)

Hamburg. Der Obdachlose Andre Heinz Martinßen starb im Februar vergangenen Jahres in einem Zelt unter der Hamburger Kennedybrücke. Weil er keine Angehörigen hatte, wurde der 49-Jährige von Amts wegen auf dem Öjendorfer Friedhof bestattet – in einem Reihengrab – ohne Name – ohne Datum. Nun – und 18 Monate später – gibt es eine Gedenkstätte – nicht für Andy, aber für alle, die einsam sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert.

– Nachbericht –

„Menschen ohne Angehörige, die in Hamburg sterben, werden künftig nicht mehr so leicht dem Vergessen anheimfallen“, schrieb die dpa am 20. November anlässlich der Einweihung des neuen Grabfeldes für Verstorbene ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof.

https://archive.is/20151119175925/http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/billstedt/article206694487/Gedenksteine-erinnern-an-gestorbene-Obdachlose-in-Hamburg.html

https://www.hinzundkunzt.de/gedenken-obdachlose/

http://www.bing.com/search?q=%22hamburg+bestattet+nicht+mehr+namenlos%22&qs=n&form=QBLH&pq=%22hamburg+bestattet+nicht+mehr+namenlos%22&sc=0-0&sp=-1

Unter der Leitung der Parlamentspräsidentin Carola Veit (SPD) sowie der Grünen-Politikerin Katharina Fegebank formierte sich 2012 eine Arbeitsgruppe zur Umgestaltung der Gräber für Verstorbene ohne Angehörige. Dies ist – in Teilen – auch gelungen. Demnach werden Verstorbene ohne Angehörige, die ohne Begleitung von Freunden und Bekannten im Feld 317 des Öjendorfer Friedhofs beigesetzt werden, künftig auch namentlich erfasst. Auf hellen, hausförmigen Steinen, mit jeweils einer Gedenktafel darauf, sind die Namen der auf den angrenzenden Rasenflächen beigesetzten Toten zu lesen.

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben», sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) während ihrer Eröffnungsrede und Pastorin Sabine Erler fügt hinzu: „“In unserem Umgang mit Tod und Bestattung entscheidet sich das Leben“.

Schon seit Jahren ist die Stadt bemüht, die Gräber der Verstorbenen ohne Angehörige „aufzuwerten“. Schon 2007 entstand eine neue Gedenkstätte aus zehn Findlingen, eingebettet in die Grabfelder 318 und 319 des Öjendorfer Friedhofs. Die Steine sind mit „Vater“, „Mutter“, „Tochter“ „Sohn“, „Freund“ oder „Freundin“ beschriftet.

Das aktuelle Projekt sieht nunmehr vor auch die Namen der Verstorbenen im Einzelnen sichtbar zu machen. Diese Gedenksteine sind deutschlandweit „einzigartig“, erklärte Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview nach Ende der Veranstaltung.

Einziger Wermutstropfen: Die Neuregelung gilt vorerst nur für Bestattungen im Grabfeld 317. Verstorbene ohne Angehörige, die anderen Orts und fern der neuen Gedenkstätte bestattet werden, erhalten nach wie vor nur eine Nummer mit aufs Grab.

Mehr dazu morgen – im ausführlichen Bericht.

Fotos: Max Bryan & Raphael Merkle

"Hamburg bestattet nicht mehr namenlos" - titeteln Medien Ende November bundesweit. Das Hamburger Projekt ist einzigartig und auch vorbildhaft für andere Städte in Deutschland.

„Hamburg bestattet nicht mehr namenlos“ – titeteln Medien Ende November bundesweit. Das Hamburger Projekt ist einzigartig und auch vorbildhaft für andere Städte in Deutschland.

Obdachlos zu Lebzeiten, namenlos im Tode - In Hamburg ist es damit vorbei. Auch wer arm und einsam stirbt, wird beim Namen genannt. (Foto: Max Bryan)

Obdachlos zu Lebzeiten, namenlos im Tode – In Hamburg ist es damit vorbei. Auch wer arm und einsam stirbt, wird beim Namen genannt. (Foto: Max Bryan)

Friedhofsleitung, Bürgerschaft und Gäste ...

Friedhofsleitung, Bürgerschaft und Gäste …

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Auftakt zur Einweihungsveranstaltung. Trompeter Gero Weiland spielt "Ave Maria".

Auftakt zur Einweihungsveranstaltung. Trompeter Gero Weiland spielt „Ave Maria“.

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Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) sprach das Grußwort zum Thema "Erinnerung sichtbar machen" (Foto: Max Bryan)

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) sprach das Grußwort zum Thema „Erinnerung sichtbar machen“ (Foto: Max Bryan)

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Anschließend gab es eine Andacht mit Sabine Erler, Pastorin für Trauerkultur in der Propstei Wandsbek-Billetal, begleitet von Trompeter Gero Weiland.

Anschließend gab es eine Andacht mit Sabine Erler, Pastorin für Trauerkultur in der Propstei Wandsbek-Billetal, begleitet von Trompeter Gero Weiland.

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Und auch ich war eingeladen eine Rede zu halten :-)

Und auch ich war eingeladen eine Rede zu halten 🙂

"Max Bryan, Blogger und Bürgerreporter, erinnert an seinen obdachlosen Freund Andre Heinz Martinßen", hieß es in der Pressemitteilung der Hamburger Friedhöfe AöR zum 19. November. (Foto: Raphael Merkle)

„Max Bryan, Blogger und Bürgerreporter, erinnert an seinen obdachlosen Freund Andre Heinz Martinßen“, hieß es in der Pressemitteilung der Hamburger Friedhöfe AöR zum 19. November. (Foto: Raphael Merkle)

Anlass war die Umgestaltung der Anlage für Bestattungen von Amts wegen für Beisetzungen von Verstorbenen ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof. (Foto: Raphael Merkle)

Anlass war die Umgestaltung der Anlage für Bestattungen von Amts wegen für Beisetzungen von Verstorbenen ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof. (Foto: Raphael Merkle)

Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab? Antworten hier ...

Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab? Antworten hier …

Wenn Menschen in Hamburg ohne Angehörige versterben, kümmert sich die Stadt Hamburg um ihre Beisetzung auf dem Öjendorfer Friedhof. Sie kommt bei mittellosen Verstorbenen auch für die Kosten auf.

Wenn Menschen in Hamburg ohne Angehörige versterben, kümmert sich die Stadt Hamburg um ihre Beisetzung auf dem Öjendorfer Friedhof. Sie kommt bei mittellosen Verstorbenen auch für die Kosten auf.

"Ich Danke Herrn Rehkopf - für seine Tapferkeit im Umgang mit meinen nicht immer unkritischen Fragen ..." (Rede vom 19. November ... Abschrift demnächst ...)

„Ich Danke Herrn Rehkopf – für seine Tapferkeit im Umgang mit meinen nicht immer unkritischen Fragen …“ (Rede vom 19. November … Abschrift demnächst …)

Gab sogar Applaus ...

Gab sogar Applaus …

Anschließend gab es die Möglichkeit, eine Blume an einem Grabstein niederzulegen.

Anschließend gab es die Möglichkeit, eine Blume an einem Grabstein niederzulegen.

Im Oktober 2012 bildete sich ein Gesprächskreis, unter anderem mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und der damaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration, Katharina Fegebank, der gemeinsam die Idee entwickelte, das Grabfeld künftig anders zu gestalten. Es sollten, anders als zuvor, die Namen derjenigen Menschen lesbar gemacht werden, die ohne Angehörige verstorben sind und von Amts wegen beigesetzt werden.

Im Oktober 2012 bildete sich ein Gesprächskreis, unter anderem mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und der damaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration, Katharina Fegebank, der gemeinsam die Idee entwickelte, das Grabfeld künftig anders zu gestalten. Es sollten, anders als zuvor, die Namen derjenigen Menschen lesbar gemacht werden, die ohne Angehörige verstorben sind und von Amts wegen beigesetzt werden.

Lutz Rehkopf - Sprecher der Hamburger Friedhöfe AöR auf dem Weg zur Einweihung der neuen Gedenkstätte.

Lutz Rehkopf – Sprecher der Hamburger Friedhöfe AöR auf dem Weg zur Einweihung der neuen Gedenkstätte.

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Es regnet ...

Es regnet …

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"Bitte folgen Sie mir" ...

„Bitte folgen Sie mir“ …

Heute sind auf den Gedenksteinen die Namen der Verstorbenen mit Lebensdaten zu lesen. Zusätzlich wurde das Grabfeld durch Wege, zentrale Grabbeete und Gedenksteine gestalterisch aufgewertet.

Heute sind auf den Gedenksteinen die Namen der Verstorbenen mit Lebensdaten zu lesen. Zusätzlich wurde das Grabfeld durch Wege, zentrale Grabbeete und Gedenksteine gestalterisch aufgewertet.

Hamburger Wetter :-)

Hamburger Wetter 🙂

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Darf ich um ein Interview bitten?

Darf ich um ein Interview bitten?

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War sehr nett die Frau Veit ...

War sehr nett die Frau Veit …

Carola Veit (SPD) im Max Bryan-Interview am 19.11.2015. Danke ans Lokalfernsehen ...

Carola Veit (SPD) im Max Bryan-Interview am 19.11.2015. Danke ans Lokalfernsehen …

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben» (Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD)

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben» (Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD)

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Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview am 19.11. Uns zwei verbindet eine ganz besondere Geschichte ...

Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview am 19.11. Uns zwei verbindet eine ganz besondere Geschichte …

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Und Respekt für den Mut sich auch den kritischen Fragen zu stellen ...

Und Respekt für den Mut sich auch den kritischen Fragen zu stellen …

Das komplette Interview demnächst ... bei www.Max-Bryan.com

Das komplette Interview demnächst … bei http://www.Max-Bryan.com

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Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt ...)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt …)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt ...)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt …)

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dpa-Interview vom 19.11.

dpa-Interview vom 19.11.

Hab die GANZE Geschichte erzählt ... (Einzelheiten demnächst ...)

Hab die GANZE Geschichte erzählt … (Einzelheiten demnächst …)

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Auch anderen Orts wurde dieser Tage der einsam Verstorbenen gedacht. So trafen sich zahlreiche Hinz & Künztler am Totensonntag unterm gemeinsamen Gedenkbaum für alle verstorbene Verkäufer der Straßenzeitung "Hinz & Kunzt".

Auch anderen Orts wurde dieser Tage der einsam Verstorbenen gedacht. So trafen sich zahlreiche Hinz & Künztler am Totensonntag unterm gemeinsamen Gedenkbaum für alle verstorbene Verkäufer der Straßenzeitung „Hinz & Kunzt“.

Ich bin happy, die neuen Gedenksteine ist sehr schön. Aber sie sind nur eine Etappe auf dem Weg zur Vollendung. Mehr dazu im ausführlichen Bericht noch diese Woche ...

Ich bin happy, die neuen Gedenksteine ist sehr schön. Aber sie sind nur eine Etappe auf dem Weg zur Vollendung. Mehr dazu im ausführlichen Bericht noch diese Woche …

Gedenkplaketten aus Messing am Gedenkbaum von Hinz und Kunzt ... Vorbericht hier: https://maxbryan.wordpress.com/2015/11/17/namen-auf-graebern-termin-19-11/

Gedenkplaketten aus Messing am Gedenkbaum von Hinz und Kunzt … Vorbericht hier:
https://maxbryan.wordpress.com/2015/11/17/namen-auf-graebern-termin-19-11/

Namenlose Gräber – Termin Hamburg

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18 Monate ist es her, dass ich mit einem Kreuz auf den Schultern vom Hamburger Hauptbahnhof zum Öjendorfer Friedhof fuhr, um am Grab des Obdachlosen Andre Heinz Martinßen ein Grabkreuz aufzustellen. Wochen zuvor war der damals 49-Jährige in einem Zelt unter der Hamburger Kennedybrücke an einer Lungenentzündung gestorben. Medien hatten darüber berichtet. Am 29. April 2014 wurde Andre Heinz Martinßen auf dem Öjendorfer Friedhof in einem Reihengrab bestattet. Kein Name – kein Datum.

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Rückblick:

Öjendorfer Friedhof – Feld 205, Grabnummer 205-03-156. Als ich im Frühjahr des vergangenen Jahres den Obdachlosen Andre Heinz Martinßen zu Grabe trug, hatten die Gräber der Verstorbenen ohne Angehörige noch keine Namen. Überall steckten nur diese kleinen gelben Sichtreiter in der Erde, mit nur einer Nummer darauf und ich fragte mich, wie das denn sein könne? „Im Tod nur eine Nummer“?

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Wie sollen Freunde und Bekannte am Grab denn trauern, wenn nur diese Nummer in der Erde steckt? Gibt es nichts, woran man die Trauer auch fest machen kann? Kein Datum, kein Hinweis? Nicht mal ein Name?

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Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab?

Diesen und anderen Fragen bin ich nachgegangen, mit zum Teil erschreckendem Ergebnis.

(Ausführlicher Bericht ab 23.11.)

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Anfänge hier: https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser/775090999175484

So fand ich unter anderem heraus, dass das Hamburger Bestattungsgesetz standardmäßig keine weiteren Leistungen vorsieht. Kein Kreuz, kein Stein, kein Name, nur eine Nummer, die Verstorbene ohne Angehörige damals mit auf ihr Grab bekamen und jahrelang wurden mittellose Menschen so bestattet. Darunter auch Andre Heinz Martinßen, auch er war obdachlos und wurde nur 49 Jahre alt. Am 29. April des vergangenen Jahres wurde er bestattet, in einem Reihengrab – ohne Name – ohne Datum – fast anonym – tut die Stadt denn gar nichts?

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Nachfrage bei der Hamburger Friedhöfe AöR und „Nein“, mehr sei nicht vorgesehen, wenn der Verstorbene keine Angehörigen mehr hat, dann sei dies das „Standardverfahren“, das heißt, der Verstorbene wird in einem Reihengrab auf dem Öjendorfer Friedhof beigesetzt und Grabkreuze seien „hierfür nicht vorgesehen“, teilte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage hin mit (April 2014).

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Mein Aushang vom April 2014.

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Der Zettel hing nicht lang 🙂

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Zu Gast bei Marcel & „Masse“ im Keller des Hinz & Kunzt Gebäudes.

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Freiwillige Helfer von Hinz & Kunzt bauten dem „Andy“ ein Grabkreuz. Aufnahme vom April 2014.

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Erstmals zu sehen hier im Blog: Wie alles begann … im Mai 2014!

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Marcel – der Hausmeister.

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Marcel (40) ist fest angestellt bei Hinz & Kunzt und total stolz darauf dort sein zu dürfen. „Es ist anstrengend und man hat am Ende des Tages echt so ´ne Birne, aber ich möchte das hier nicht mehr missen“, sagt der junge Mann, der hier als Hausmeister arbeitet und über Hinz und Kunzt auch eine Wohnung bekam.

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Ob er ein „Goodguy“ ist – „ein guter Junge“ – so wie es auf seinem T-Shirt steht – frage ich Marcel (40) – und der Mann mit dem Pinsel in der Hand wird nachdenklich.

Nach einer schwierigen Vergangenheit in Heim und Wohngemeinschaften fand Marcel im Leben auf der Straße einen „Fluchtpunkt“, „da konnte ich dem Stress entfliehen“, erzählt der Hinz & Künztler rückblickend. „Irgendwann dann hatte ich die Nase voll“ und heuerte hier bei Hinz & Kunzt an, dem Herausgeber der gleichnamigen Obdachlosen-Zeitung, die überall in der Stadt von Obdachlosen verkauft wird und Marcel nutzte seine Chance. „Ich will daran festhalten, an der Wohnung, an dem Job – ich bin so froh, dass ich diese Chance bekommen habe“, sagt Marcel im Interview und hat genau im Blick, was jetzt noch zu tun ist.

„Nur noch ein bisschen Lasur muss drauf“ und natürlich das Namensschild nicht vergessen, merke ich an und schon muss ich auch weiter – der nächste Termin wartet.

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Auch „Masse“ (31) hat´s nicht leicht im Leben.

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Früher selbst mal „Platte“ gemacht, kennt er die Probleme, wenn man irgendwann den Anschluß zur Realität verliert. „Irgendwann lebst du in deiner eigenen Welt“, erzählt er und berichtet, wie er am Boden zerstört war, wie er lustlos durch Hamburg irrte, nichts habe ihn mehr interessiert, weder seine Ex, noch sein Kind, er habe sich „einfach gehen lassen“, bis Marcel dann kam, der Hausmeister hier bei Hinz und Kunzt, der habe ihm geholfen „ohne zu regeln“, sagt der 31-Jährige und genau das sei auch wichtig. Die bloße Anwesenheit – ohne zu reglementieren – helfe schon dabei „neue Wege zu gehen“.

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„Masse“, einer der fleißigen Helfer, die das Grabkreuz für Andy ermöglicht haben.

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Problem: Öjendorf liegt nicht gerade um die Ecke und keine Ahnung, warum Friedhöfe immer am Stadtrand gebaut werden. Ohne Auto und mit der Bahn fährt man gut 40 Minuten. Infos hier:
http://www.friedhof-hamburg.de/oejendorf/kurz-info-fuer-besucher/

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Fragende Blicke in der U-Bahn.

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Mein Videotagebuch läuft seit ´97 und machte auch hier keine Ausnahme. Alles ist live, alles ist echt und ich bin ein Fan der Echtzeit.

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Nichts ist spannender als das wahre Leben und nichts ist echter als die Wahrheit.

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Detlef – auch „Wolle“ genannt, weil er aussieht wie „Wolle Petry“, zumindest sagen das seine Kumpels. Andy war einer von ihnen. Nun ist der tot.

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„Wenn ich mal sterbe, kommst Du dann zu meiner Beerdigung?“ – hatte Detlef seinen Kumpel zu Lebzeiten noch gefragt und nun es ist genau umgekehrt. Menschen, die auf der Straße leben, werden nicht alt. 45 Jahre beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Obdachlosen in Deutschland und anderswo.

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Und es wird düster. Hinter vorgehaltener Hand erzählt Detlef mir, dass Andy aus einem der Container des Winternotprogramms geflogen sei, angeblich weil er zu viele Flaschen gesammelt hat. Doch das sollte kein Grund sein, die Menschen vor die Tür zu setzen. Selbst in einer Stadt wie Hamburg – mit mehr als 130 Sozialstationen – ist ein bedingungsloses Winternotprogramm leider immer noch reinste Utopie!

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Jesus-Statue auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Der Ort hat was echt Friedliches.

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„Der Reder Friedrich Wenke wollte ursprünglich gleich drei Figuren aufstellen – Jesus, Moses und Martin Luther – aber eine tut´s irgendwie auch.

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Überhaupt sind die Anlagen sehr gepflegt und stellenweise uralt. Eine der Grabplatten stammt von 1899 und erinnert an Vincent Plagius – dem Gründer des akademischen Gymnasiums.

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Auch Alfred Lichtwark – der Gründer der Hamburger Kunsthalle -wurde in den 60-er Jahren nach Ohlsdorf umgebettet und natürlich sind wir immer noch in Öjendorf, bei den Reihengräbern ohne Namen.

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Wir nähern uns dem Grab von Andy. Vor 7 Tagen wurde er hier beerdigt und Detlef konnte nicht dabei sein. Runtergebrannt bis auf 20 Cent, mehr hatte er nicht mehr. Zu wenig für eine Fahrkarte und das Schlimmste daran, ich konnte ihm nicht helfen, war selbst am Limit. Für manche Dinge gebe ich auch mein letztes Hemd.

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Detlef (56) muss Pause machen. Er hat ein böses Bein.

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„Ein paar Jahre noch und ich komm auch hier her“, erzählt er mit leerem Blick nach vorn und ob ich ihm dann auch so ein Kreuz baue, will er wissen. 17 Jahre hat Detlef als Fernfahrer gearbeitet, sein Rücken ist kaputt und er hat Arthrose, muss jeden Tag Tropfen nehmen gegen die Schmerzen. Der Container an der Trinitaskirche war sein Sprungbrett runter von der Straße und von da aus ging es in die Kirchenkate, eine für Pfarrhöfe typische Einrichtung, um Obdachlosen wieder eine Zukunft zu bieten. Gegen ein geringes Entgelt kann dort jeder wohnen, der sich darum bemüht, doch die Warteliste ist lang.

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Die Sache ging ihm merklich nah. Nur noch wenige Meter und wir sind da …

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Die Blumen, wie ich sie vor knapp 7 Tagen aufs Grab gestellt hatte, sahen noch gut aus.

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Und damit auch die letzten 10 Euro, die ich (damals) in der Tasche hatte. Die Sache war es mir wert. Schließlich kannte ich ihn und für uns hätte er das selbe getan.

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Dann mal los …

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So ein Kreuz zu bauen ist gar nicht so schwer und kostet nicht die Welt. Zwei Kanthölzer 8×8 (wetterfest, am besten Eiche) übereinanderlegen und das horizontale Stück quer zum Vertikalbereich positionieren. Schnittkanten anzeichnen und an den Bleistiftstrichen entlang mit einer Säge die Versenkungen ins Holz fräsen, also darauf achten, die Hölzer nicht ganz durchzusägen. Jeder Schnitt sollte die selbe Tiefe haben. Am Ende mit dem Meißel das Holz zwischen den Linien entfernen und beide Hölzer an den versenkten Stellen ineinanderstecken – fertig ist das Holzkreuz (Leim nicht vergessen 🙂

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Als Detlef die Blumen pflanzte, erinnerte mich das irgendwie an einen Vater, der seinen toten Sohn begräbt. Sorgsam, liebevoll, andächtig und irgendwie auch professionell. „Ich habe mal auf einem Friedhof gearbeitet“, ein „1 Euro-Job“, verrät Detlef mir ganz beiläufig und die Arbeit habe ihm auch Spaß gemacht.

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Im Hintergrund deutlich zu erkennen, die Zahl der Verstorbenen ohne Angenhörige ist nicht gering. Überall stecken kleinen gelbe Sichtreiter in der Erde, die Friedhöfe der Stadt sind voller vergessener Seelen.

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Die gute Nachricht: Die Stadt hat reagiert und heute braucht es keine Kreuze mehr. Jeder Verstorbene ohne Angehörige bekommt ab sofort einen Stein mit auf´s Grab, mit einem Namen und einem Datum darauf – das der Geburt und das des Todes und das meine Damen und Herren, ist eine wahre Neuerung – IM TOD NICHT LÄNGER NUR EINE NUMMER – IM TOD AUCH EIN NAME – „Hurra“, könnte man jetzt sagen.

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Andre Heinz Martinßen (†49) starb am 20. Februar 2014 allein in einem Zelt unter der Kennedybrücke und wurde am 29. April 2014 im Sammelverfahren und per Reihengrab ohne Name und Sterbedatum bestattet.

ICH DANKE ALLEN – die daran mitgewirkt haben – das Projekt „Namensplaketten auf Steinen“ für Verstorbene ohne Angehörige zu ermöglichen. Vielen Dank dafür!

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Und Andy, falls Du hier zuschaust, schau her, was Dein Tod noch bewirkt hat. So lange dieses Kreuz hier steht, werden die Menschen sich immer an Dich erinnern – und wie alles mal begann – mit einem Zelt unter der Brücke – und einem Mann – dessen Tod nun einen Namen trägt.

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– EINLADUNG –

Liebe Leser, am Donnerstag, den 19.11.2015 ist es soweit. Die Zeit der namenlosen Gräber ist vorbei. Zusammen mit Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit weihen wir die neuen Gräber auf dem Öjendorfer Friedhof in Hamburg ein. Freunde und Bekannte des Verstorbenen sowie alle Interessierten sind herzlichst hierzu eingeladen.

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TERMIN: 19.11.2015 – 10 Uhr – Friedhof Öjendorf
Manshardtstraße 200 – 22119 Hamburg
Grabfeld Nr. 318
– Einen Friedhofsplan finden Sie hier:
http://www.friedhof-hamburg.de/fileadmin/Dateien/pdf/oejendorf/Plan_Oejendorf.pdf
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Anfahrt & Allgemeine Info
http://www.friedhof-hamburg.de/oejendorf/kurz-info-fuer-besucher/

Programm:

10.00 Trompetenstück zur Einführung (Gero Weiland)
10.04 Begrüßung durch Wolfgang Purwin, Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe -AöR- oder Rainer Wirz, Bereichsleiter Friedhöfe der Hamburger Friedhöfe -AöR-.
10.06 Rede der Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit
10.16 Andacht mit Friedhofspastorin Erler, begleitende Trompetenmusik
10.30 Rede Max Bryan – „Wie alles begann – Nachruf Andre Heinz Martinßen“
10.45 Ende der Veranstaltung. Im Anschluss können Gäste Blumen auf Steine ihrer Wahl legen.

Hintergrund & Anfänge:

Todesnachricht (24.02.2014)
http://www.hinzundkunzt.de/toter-obdachlose-ist-identifiziert/

Interview mit Andre Heinz Martinßen (10 Monate vor seinem Tod) –> http://www.youtube.com/watch?v=A9P0QEqhEVg&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg

Kreuzbauer gesucht (29.4.2014)
http://www.hamburger-wochenblatt.de/st-georg/lokales/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april-d16559.html

„Das Kreuz steht“ (7.5.2014)
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser/775090999175484

Foto: https://www.facebook.com/161102710574227/photos/pb.161102710574227.-2207520000.1447303592./813976258620199/?type=3

Reblog:
http://horst-schneider-altona.blogspot.de/2014/05/wieder-ist-ein-mensch-ohne-wohnung-ein.html

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Liste toter Obdachloser in der Lobby des Hamburger Straßenmagazins Hinz & Kunzt.

Nachruf toter Obdachloser – Termin 29. April

Andre Heinz M. vor einem Jahr. Hier in einem Interview vom Mai 2013. Ein Jahr später und er ist tot. Gestorben an den Folgen seiner Armut. (Foto: MaxBryan.com) Hallo Andre,

diese Zeilen sind für Dich und in der Hoffnung, dass Du da, wo Du jetzt bist, sie auch lesen kannst.

Wir hatten uns im Mai letzten Jahres getroffen, damals, als die Zelte brannten und Du wach wurdest, von dem Lärm gegenüber. Zwischen Dir und dem Ort dieser Zelte lag damals nur ein Fluß, nun liegt ein  ganzer Himmel dazwischen und ich weiß nicht was ich sagen soll, ich bin tief traurig, dass Du gehen musstest.

Möge Gott mir verzeihen, dass ich nicht mehr für Dich tun konnte.

Max Bryan
24. April 2014

—————–

Liebe Freunde: Die Person auf dem Foto ist Andre Heinz M. und er ist tot. Gestorben am 20. Februar in einem Zelt an der Kennedybrücke. Er wurde 49 Jahre alt.

Zum Gedenken an ihn und an alle Opfer der Armut suche ich jemanden mit handwerklichen Fähigkeiten zur Herstellung eines Holzkreuzes, das wir dann gemeinsam am Grab des Verstorbenen anbringen.

Zeigt Euch solidarisch und helft mit, dem Obdachlosen einen würdigen Abschied zu bereiten. Obdachlose sterben viel zu früh und dieses reiche Hamburg hat nicht mal Geld für ein schlichtes Holzkreuz auf den Gräbern der Armen dieser Stadt.

Armes reiches Hamburg - Für Obdachlose gibt es nicht mal ein Holzkreuz ...

Armes reiches Hamburg – Kein Kreuz für Obdachlose

Laut Auskunft der Pressestelle der Hamburger Friedhöfe gibt es in Deutschland Städte, wo Obdachlose und Menschen ohne Angehörige ein Reihengrab mit Holzkreuz erhalten. In Hamburg ist das nicht so und ich finde, das muss sich ändern. Es kann nicht sein, dass Hamburg, als eine der reichsten Städte Europas keine hinreichend würdevolle Bestattung für Menschen ohne Angehörige vorsieht. Ein schlichtes Holzkreuz wäre das Mindeste, was die Stadt den Betroffenen zur Verfügung stellen sollte und auch könnte.  –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april/775090999175484

Andre Heinz M. *8.10.1964 – †20.2.2014 und sein Grab würde leer bleiben, wenn wir uns nicht darum kümmern. Andre hat (Stand: 24.4.) keine Angehörigen, die für ihn sorgen und die Stadt tut nur das Nötigste (Einäscherung und Reihengrab). Bitte helft mit, dass obdachlose Menschen künftig würdevoller bestattet werden.

Einladung

Die Beisetzung findet am 29. April um 8.30 Uhr auf dem Friedhof Öjendorf statt. Freunde und Wegbegleiter sind herzlich eingeladen der Grablegung beizuwohnen. Ein Video von Andre gibt es hier –>

Begabte gesucht – Wer kann ein Holzkreuz basteln?