Alles wird neu …

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„Siehe, ich will ein Neues schaffen!“ (steht auf der Kerze links im Bild) –>

https://web.facebook.com/notes/max-bryan/alles-wird-neu-/1122786767739237

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Ihr seid nicht vergessen! Gedenken an verstorbene Obdachlose

Einsam verstorbene werden künftig nicht mehr so leicht vergessen sein. Neue Gedenksteine auf dem Öjendorder Friedhof erinnern an Verstorbene ohne Angehörige. (Foto: Max Bryan)

Einsam verstorbene werden künftig nicht mehr so leicht vergessen sein. Neue Gedenksteine auf dem Öjendorder Friedhof erinnern an Verstorbene ohne Angehörige. (Foto: Max Bryan)

Hamburg. Der Obdachlose Andre Heinz Martinßen starb im Februar vergangenen Jahres in einem Zelt unter der Hamburger Kennedybrücke. Weil er keine Angehörigen hatte, wurde der 49-Jährige von Amts wegen auf dem Öjendorfer Friedhof bestattet – in einem Reihengrab – ohne Name – ohne Datum. Nun – und 18 Monate später – gibt es eine Gedenkstätte – nicht für Andy, aber für alle, die einsam sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert.

– Nachbericht –

„Menschen ohne Angehörige, die in Hamburg sterben, werden künftig nicht mehr so leicht dem Vergessen anheimfallen“, schrieb die dpa am 20. November anlässlich der Einweihung des neuen Grabfeldes für Verstorbene ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof.

https://archive.is/20151119175925/http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/billstedt/article206694487/Gedenksteine-erinnern-an-gestorbene-Obdachlose-in-Hamburg.html

https://www.hinzundkunzt.de/gedenken-obdachlose/

http://www.bing.com/search?q=%22hamburg+bestattet+nicht+mehr+namenlos%22&qs=n&form=QBLH&pq=%22hamburg+bestattet+nicht+mehr+namenlos%22&sc=0-0&sp=-1

Unter der Leitung der Parlamentspräsidentin Carola Veit (SPD) sowie der Grünen-Politikerin Katharina Fegebank formierte sich 2012 eine Arbeitsgruppe zur Umgestaltung der Gräber für Verstorbene ohne Angehörige. Dies ist – in Teilen – auch gelungen. Demnach werden Verstorbene ohne Angehörige, die ohne Begleitung von Freunden und Bekannten im Feld 317 des Öjendorfer Friedhofs beigesetzt werden, künftig auch namentlich erfasst. Auf hellen, hausförmigen Steinen, mit jeweils einer Gedenktafel darauf, sind die Namen der auf den angrenzenden Rasenflächen beigesetzten Toten zu lesen.

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben», sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) während ihrer Eröffnungsrede und Pastorin Sabine Erler fügt hinzu: „“In unserem Umgang mit Tod und Bestattung entscheidet sich das Leben“.

Schon seit Jahren ist die Stadt bemüht, die Gräber der Verstorbenen ohne Angehörige „aufzuwerten“. Schon 2007 entstand eine neue Gedenkstätte aus zehn Findlingen, eingebettet in die Grabfelder 318 und 319 des Öjendorfer Friedhofs. Die Steine sind mit „Vater“, „Mutter“, „Tochter“ „Sohn“, „Freund“ oder „Freundin“ beschriftet.

Das aktuelle Projekt sieht nunmehr vor auch die Namen der Verstorbenen im Einzelnen sichtbar zu machen. Diese Gedenksteine sind deutschlandweit „einzigartig“, erklärte Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview nach Ende der Veranstaltung.

Einziger Wermutstropfen: Die Neuregelung gilt vorerst nur für Bestattungen im Grabfeld 317. Verstorbene ohne Angehörige, die anderen Orts und fern der neuen Gedenkstätte bestattet werden, erhalten nach wie vor nur eine Nummer mit aufs Grab.

Mehr dazu morgen – im ausführlichen Bericht.

Fotos: Max Bryan & Raphael Merkle

"Hamburg bestattet nicht mehr namenlos" - titeteln Medien Ende November bundesweit. Das Hamburger Projekt ist einzigartig und auch vorbildhaft für andere Städte in Deutschland.

„Hamburg bestattet nicht mehr namenlos“ – titeteln Medien Ende November bundesweit. Das Hamburger Projekt ist einzigartig und auch vorbildhaft für andere Städte in Deutschland.

Obdachlos zu Lebzeiten, namenlos im Tode - In Hamburg ist es damit vorbei. Auch wer arm und einsam stirbt, wird beim Namen genannt. (Foto: Max Bryan)

Obdachlos zu Lebzeiten, namenlos im Tode – In Hamburg ist es damit vorbei. Auch wer arm und einsam stirbt, wird beim Namen genannt. (Foto: Max Bryan)

Friedhofsleitung, Bürgerschaft und Gäste ...

Friedhofsleitung, Bürgerschaft und Gäste …

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Auftakt zur Einweihungsveranstaltung. Trompeter Gero Weiland spielt "Ave Maria".

Auftakt zur Einweihungsveranstaltung. Trompeter Gero Weiland spielt „Ave Maria“.

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Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) sprach das Grußwort zum Thema "Erinnerung sichtbar machen" (Foto: Max Bryan)

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) sprach das Grußwort zum Thema „Erinnerung sichtbar machen“ (Foto: Max Bryan)

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Anschließend gab es eine Andacht mit Sabine Erler, Pastorin für Trauerkultur in der Propstei Wandsbek-Billetal, begleitet von Trompeter Gero Weiland.

Anschließend gab es eine Andacht mit Sabine Erler, Pastorin für Trauerkultur in der Propstei Wandsbek-Billetal, begleitet von Trompeter Gero Weiland.

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Und auch ich war eingeladen eine Rede zu halten :-)

Und auch ich war eingeladen eine Rede zu halten🙂

"Max Bryan, Blogger und Bürgerreporter, erinnert an seinen obdachlosen Freund Andre Heinz Martinßen", hieß es in der Pressemitteilung der Hamburger Friedhöfe AöR zum 19. November. (Foto: Raphael Merkle)

„Max Bryan, Blogger und Bürgerreporter, erinnert an seinen obdachlosen Freund Andre Heinz Martinßen“, hieß es in der Pressemitteilung der Hamburger Friedhöfe AöR zum 19. November. (Foto: Raphael Merkle)

Anlass war die Umgestaltung der Anlage für Bestattungen von Amts wegen für Beisetzungen von Verstorbenen ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof. (Foto: Raphael Merkle)

Anlass war die Umgestaltung der Anlage für Bestattungen von Amts wegen für Beisetzungen von Verstorbenen ohne Angehörige auf dem Öjendorfer Friedhof. (Foto: Raphael Merkle)

Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab? Antworten hier ...

Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab? Antworten hier …

Wenn Menschen in Hamburg ohne Angehörige versterben, kümmert sich die Stadt Hamburg um ihre Beisetzung auf dem Öjendorfer Friedhof. Sie kommt bei mittellosen Verstorbenen auch für die Kosten auf.

Wenn Menschen in Hamburg ohne Angehörige versterben, kümmert sich die Stadt Hamburg um ihre Beisetzung auf dem Öjendorfer Friedhof. Sie kommt bei mittellosen Verstorbenen auch für die Kosten auf.

"Ich Danke Herrn Rehkopf - für seine Tapferkeit im Umgang mit meinen nicht immer unkritischen Fragen ..." (Rede vom 19. November ... Abschrift demnächst ...)

„Ich Danke Herrn Rehkopf – für seine Tapferkeit im Umgang mit meinen nicht immer unkritischen Fragen …“ (Rede vom 19. November … Abschrift demnächst …)

Gab sogar Applaus ...

Gab sogar Applaus …

Anschließend gab es die Möglichkeit, eine Blume an einem Grabstein niederzulegen.

Anschließend gab es die Möglichkeit, eine Blume an einem Grabstein niederzulegen.

Im Oktober 2012 bildete sich ein Gesprächskreis, unter anderem mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und der damaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration, Katharina Fegebank, der gemeinsam die Idee entwickelte, das Grabfeld künftig anders zu gestalten. Es sollten, anders als zuvor, die Namen derjenigen Menschen lesbar gemacht werden, die ohne Angehörige verstorben sind und von Amts wegen beigesetzt werden.

Im Oktober 2012 bildete sich ein Gesprächskreis, unter anderem mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und der damaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Integration, Katharina Fegebank, der gemeinsam die Idee entwickelte, das Grabfeld künftig anders zu gestalten. Es sollten, anders als zuvor, die Namen derjenigen Menschen lesbar gemacht werden, die ohne Angehörige verstorben sind und von Amts wegen beigesetzt werden.

Lutz Rehkopf - Sprecher der Hamburger Friedhöfe AöR auf dem Weg zur Einweihung der neuen Gedenkstätte.

Lutz Rehkopf – Sprecher der Hamburger Friedhöfe AöR auf dem Weg zur Einweihung der neuen Gedenkstätte.

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Es regnet ...

Es regnet …

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"Bitte folgen Sie mir" ...

„Bitte folgen Sie mir“ …

Heute sind auf den Gedenksteinen die Namen der Verstorbenen mit Lebensdaten zu lesen. Zusätzlich wurde das Grabfeld durch Wege, zentrale Grabbeete und Gedenksteine gestalterisch aufgewertet.

Heute sind auf den Gedenksteinen die Namen der Verstorbenen mit Lebensdaten zu lesen. Zusätzlich wurde das Grabfeld durch Wege, zentrale Grabbeete und Gedenksteine gestalterisch aufgewertet.

Hamburger Wetter :-)

Hamburger Wetter🙂

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Darf ich um ein Interview bitten?

Darf ich um ein Interview bitten?

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War sehr nett die Frau Veit ...

War sehr nett die Frau Veit …

Carola Veit (SPD) im Max Bryan-Interview am 19.11.2015. Danke ans Lokalfernsehen ...

Carola Veit (SPD) im Max Bryan-Interview am 19.11.2015. Danke ans Lokalfernsehen …

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben» (Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD)

«Es wird immer wichtiger, allen Verstorbenen ein würdiges Andenken bewahren zu können, gerade in Zeiten, wo immer mehr Menschen einsam sterben» (Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD)

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Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview am 19.11. Uns zwei verbindet eine ganz besondere Geschichte ...

Unternehmenssprecher Lutz Rehkopf im Interview am 19.11. Uns zwei verbindet eine ganz besondere Geschichte …

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Und Respekt für den Mut sich auch den kritischen Fragen zu stellen ...

Und Respekt für den Mut sich auch den kritischen Fragen zu stellen …

Das komplette Interview demnächst ... bei www.Max-Bryan.com

Das komplette Interview demnächst … bei http://www.Max-Bryan.com

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Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt ...)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt …)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt ...)

Und die gute Nachricht ist: Lutz Rehkopf ist sehr bemüht und will sich auch noch für die anderen Gräber mit einsetzen. (Fortsetzung folgt …)

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dpa-Interview vom 19.11.

dpa-Interview vom 19.11.

Hab die GANZE Geschichte erzählt ... (Einzelheiten demnächst ...)

Hab die GANZE Geschichte erzählt … (Einzelheiten demnächst …)

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Auch anderen Orts wurde dieser Tage der einsam Verstorbenen gedacht. So trafen sich zahlreiche Hinz & Künztler am Totensonntag unterm gemeinsamen Gedenkbaum für alle verstorbene Verkäufer der Straßenzeitung "Hinz & Kunzt".

Auch anderen Orts wurde dieser Tage der einsam Verstorbenen gedacht. So trafen sich zahlreiche Hinz & Künztler am Totensonntag unterm gemeinsamen Gedenkbaum für alle verstorbene Verkäufer der Straßenzeitung „Hinz & Kunzt“.

Ich bin happy, die neuen Gedenksteine ist sehr schön. Aber sie sind nur eine Etappe auf dem Weg zur Vollendung. Mehr dazu im ausführlichen Bericht noch diese Woche ...

Ich bin happy, die neuen Gedenksteine ist sehr schön. Aber sie sind nur eine Etappe auf dem Weg zur Vollendung. Mehr dazu im ausführlichen Bericht noch diese Woche …

Gedenkplaketten aus Messing am Gedenkbaum von Hinz und Kunzt ... Vorbericht hier: https://maxbryan.wordpress.com/2015/11/17/namen-auf-graebern-termin-19-11/

Gedenkplaketten aus Messing am Gedenkbaum von Hinz und Kunzt … Vorbericht hier:
https://maxbryan.wordpress.com/2015/11/17/namen-auf-graebern-termin-19-11/

Namenlose Gräber – Termin Hamburg

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18 Monate ist es her, dass ich mit einem Kreuz auf den Schultern vom Hamburger Hauptbahnhof zum Öjendorfer Friedhof fuhr, um am Grab des Obdachlosen Andre Heinz Martinßen ein Grabkreuz aufzustellen. Wochen zuvor war der damals 49-Jährige in einem Zelt unter der Hamburger Kennedybrücke an einer Lungenentzündung gestorben. Medien hatten darüber berichtet. Am 29. April 2014 wurde Andre Heinz Martinßen auf dem Öjendorfer Friedhof in einem Reihengrab bestattet. Kein Name – kein Datum.

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Rückblick:

Öjendorfer Friedhof – Feld 205, Grabnummer 205-03-156. Als ich im Frühjahr des vergangenen Jahres den Obdachlosen Andre Heinz Martinßen zu Grabe trug, hatten die Gräber der Verstorbenen ohne Angehörige noch keine Namen. Überall steckten nur diese kleinen gelben Sichtreiter in der Erde, mit nur einer Nummer darauf und ich fragte mich, wie das denn sein könne? „Im Tod nur eine Nummer“?

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Wie sollen Freunde und Bekannte am Grab denn trauern, wenn nur diese Nummer in der Erde steckt? Gibt es nichts, woran man die Trauer auch fest machen kann? Kein Datum, kein Hinweis? Nicht mal ein Name?

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Was passiert mit Menschen, die sterben und niemanden mehr haben, der sich um ihr Grab kümmert? Wo und wie werden Menschen bestattet, die kein Geld haben für ein reguläres Grab?

Diesen und anderen Fragen bin ich nachgegangen, mit zum Teil erschreckendem Ergebnis.

(Ausführlicher Bericht ab 23.11.)

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Anfänge hier: https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser/775090999175484

So fand ich unter anderem heraus, dass das Hamburger Bestattungsgesetz standardmäßig keine weiteren Leistungen vorsieht. Kein Kreuz, kein Stein, kein Name, nur eine Nummer, die Verstorbene ohne Angehörige damals mit auf ihr Grab bekamen und jahrelang wurden mittellose Menschen so bestattet. Darunter auch Andre Heinz Martinßen, auch er war obdachlos und wurde nur 49 Jahre alt. Am 29. April des vergangenen Jahres wurde er bestattet, in einem Reihengrab – ohne Name – ohne Datum – fast anonym – tut die Stadt denn gar nichts?

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Nachfrage bei der Hamburger Friedhöfe AöR und „Nein“, mehr sei nicht vorgesehen, wenn der Verstorbene keine Angehörigen mehr hat, dann sei dies das „Standardverfahren“, das heißt, der Verstorbene wird in einem Reihengrab auf dem Öjendorfer Friedhof beigesetzt und Grabkreuze seien „hierfür nicht vorgesehen“, teilte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage hin mit (April 2014).

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Mein Aushang vom April 2014.

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Der Zettel hing nicht lang🙂

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Zu Gast bei Marcel & „Masse“ im Keller des Hinz & Kunzt Gebäudes.

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Freiwillige Helfer von Hinz & Kunzt bauten dem „Andy“ ein Grabkreuz. Aufnahme vom April 2014.

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Erstmals zu sehen hier im Blog: Wie alles begann … im Mai 2014!

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Marcel – der Hausmeister.

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Marcel (40) ist fest angestellt bei Hinz & Kunzt und total stolz darauf dort sein zu dürfen. „Es ist anstrengend und man hat am Ende des Tages echt so ´ne Birne, aber ich möchte das hier nicht mehr missen“, sagt der junge Mann, der hier als Hausmeister arbeitet und über Hinz und Kunzt auch eine Wohnung bekam.

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Ob er ein „Goodguy“ ist – „ein guter Junge“ – so wie es auf seinem T-Shirt steht – frage ich Marcel (40) – und der Mann mit dem Pinsel in der Hand wird nachdenklich.

Nach einer schwierigen Vergangenheit in Heim und Wohngemeinschaften fand Marcel im Leben auf der Straße einen „Fluchtpunkt“, „da konnte ich dem Stress entfliehen“, erzählt der Hinz & Künztler rückblickend. „Irgendwann dann hatte ich die Nase voll“ und heuerte hier bei Hinz & Kunzt an, dem Herausgeber der gleichnamigen Obdachlosen-Zeitung, die überall in der Stadt von Obdachlosen verkauft wird und Marcel nutzte seine Chance. „Ich will daran festhalten, an der Wohnung, an dem Job – ich bin so froh, dass ich diese Chance bekommen habe“, sagt Marcel im Interview und hat genau im Blick, was jetzt noch zu tun ist.

„Nur noch ein bisschen Lasur muss drauf“ und natürlich das Namensschild nicht vergessen, merke ich an und schon muss ich auch weiter – der nächste Termin wartet.

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Auch „Masse“ (31) hat´s nicht leicht im Leben.

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Früher selbst mal „Platte“ gemacht, kennt er die Probleme, wenn man irgendwann den Anschluß zur Realität verliert. „Irgendwann lebst du in deiner eigenen Welt“, erzählt er und berichtet, wie er am Boden zerstört war, wie er lustlos durch Hamburg irrte, nichts habe ihn mehr interessiert, weder seine Ex, noch sein Kind, er habe sich „einfach gehen lassen“, bis Marcel dann kam, der Hausmeister hier bei Hinz und Kunzt, der habe ihm geholfen „ohne zu regeln“, sagt der 31-Jährige und genau das sei auch wichtig. Die bloße Anwesenheit – ohne zu reglementieren – helfe schon dabei „neue Wege zu gehen“.

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„Masse“, einer der fleißigen Helfer, die das Grabkreuz für Andy ermöglicht haben.

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Problem: Öjendorf liegt nicht gerade um die Ecke und keine Ahnung, warum Friedhöfe immer am Stadtrand gebaut werden. Ohne Auto und mit der Bahn fährt man gut 40 Minuten. Infos hier:
http://www.friedhof-hamburg.de/oejendorf/kurz-info-fuer-besucher/

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Fragende Blicke in der U-Bahn.

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Mein Videotagebuch läuft seit ´97 und machte auch hier keine Ausnahme. Alles ist live, alles ist echt und ich bin ein Fan der Echtzeit.

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Nichts ist spannender als das wahre Leben und nichts ist echter als die Wahrheit.

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Detlef – auch „Wolle“ genannt, weil er aussieht wie „Wolle Petry“, zumindest sagen das seine Kumpels. Andy war einer von ihnen. Nun ist der tot.

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„Wenn ich mal sterbe, kommst Du dann zu meiner Beerdigung?“ – hatte Detlef seinen Kumpel zu Lebzeiten noch gefragt und nun es ist genau umgekehrt. Menschen, die auf der Straße leben, werden nicht alt. 45 Jahre beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Obdachlosen in Deutschland und anderswo.

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Und es wird düster. Hinter vorgehaltener Hand erzählt Detlef mir, dass Andy aus einem der Container des Winternotprogramms geflogen sei, angeblich weil er zu viele Flaschen gesammelt hat. Doch das sollte kein Grund sein, die Menschen vor die Tür zu setzen. Selbst in einer Stadt wie Hamburg – mit mehr als 130 Sozialstationen – ist ein bedingungsloses Winternotprogramm leider immer noch reinste Utopie!

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Jesus-Statue auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Der Ort hat was echt Friedliches.

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„Der Reder Friedrich Wenke wollte ursprünglich gleich drei Figuren aufstellen – Jesus, Moses und Martin Luther – aber eine tut´s irgendwie auch.

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Überhaupt sind die Anlagen sehr gepflegt und stellenweise uralt. Eine der Grabplatten stammt von 1899 und erinnert an Vincent Plagius – dem Gründer des akademischen Gymnasiums.

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Auch Alfred Lichtwark – der Gründer der Hamburger Kunsthalle -wurde in den 60-er Jahren nach Ohlsdorf umgebettet und natürlich sind wir immer noch in Öjendorf, bei den Reihengräbern ohne Namen.

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Wir nähern uns dem Grab von Andy. Vor 7 Tagen wurde er hier beerdigt und Detlef konnte nicht dabei sein. Runtergebrannt bis auf 20 Cent, mehr hatte er nicht mehr. Zu wenig für eine Fahrkarte und das Schlimmste daran, ich konnte ihm nicht helfen, war selbst am Limit. Für manche Dinge gebe ich auch mein letztes Hemd.

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Detlef (56) muss Pause machen. Er hat ein böses Bein.

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„Ein paar Jahre noch und ich komm auch hier her“, erzählt er mit leerem Blick nach vorn und ob ich ihm dann auch so ein Kreuz baue, will er wissen. 17 Jahre hat Detlef als Fernfahrer gearbeitet, sein Rücken ist kaputt und er hat Arthrose, muss jeden Tag Tropfen nehmen gegen die Schmerzen. Der Container an der Trinitaskirche war sein Sprungbrett runter von der Straße und von da aus ging es in die Kirchenkate, eine für Pfarrhöfe typische Einrichtung, um Obdachlosen wieder eine Zukunft zu bieten. Gegen ein geringes Entgelt kann dort jeder wohnen, der sich darum bemüht, doch die Warteliste ist lang.

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Die Sache ging ihm merklich nah. Nur noch wenige Meter und wir sind da …

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Die Blumen, wie ich sie vor knapp 7 Tagen aufs Grab gestellt hatte, sahen noch gut aus.

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Und damit auch die letzten 10 Euro, die ich (damals) in der Tasche hatte. Die Sache war es mir wert. Schließlich kannte ich ihn und für uns hätte er das selbe getan.

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Dann mal los …

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So ein Kreuz zu bauen ist gar nicht so schwer und kostet nicht die Welt. Zwei Kanthölzer 8×8 (wetterfest, am besten Eiche) übereinanderlegen und das horizontale Stück quer zum Vertikalbereich positionieren. Schnittkanten anzeichnen und an den Bleistiftstrichen entlang mit einer Säge die Versenkungen ins Holz fräsen, also darauf achten, die Hölzer nicht ganz durchzusägen. Jeder Schnitt sollte die selbe Tiefe haben. Am Ende mit dem Meißel das Holz zwischen den Linien entfernen und beide Hölzer an den versenkten Stellen ineinanderstecken – fertig ist das Holzkreuz (Leim nicht vergessen🙂

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Als Detlef die Blumen pflanzte, erinnerte mich das irgendwie an einen Vater, der seinen toten Sohn begräbt. Sorgsam, liebevoll, andächtig und irgendwie auch professionell. „Ich habe mal auf einem Friedhof gearbeitet“, ein „1 Euro-Job“, verrät Detlef mir ganz beiläufig und die Arbeit habe ihm auch Spaß gemacht.

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Im Hintergrund deutlich zu erkennen, die Zahl der Verstorbenen ohne Angenhörige ist nicht gering. Überall stecken kleinen gelbe Sichtreiter in der Erde, die Friedhöfe der Stadt sind voller vergessener Seelen.

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Die gute Nachricht: Die Stadt hat reagiert und heute braucht es keine Kreuze mehr. Jeder Verstorbene ohne Angehörige bekommt ab sofort einen Stein mit auf´s Grab, mit einem Namen und einem Datum darauf – das der Geburt und das des Todes und das meine Damen und Herren, ist eine wahre Neuerung – IM TOD NICHT LÄNGER NUR EINE NUMMER – IM TOD AUCH EIN NAME – „Hurra“, könnte man jetzt sagen.

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Andre Heinz Martinßen (†49) starb am 20. Februar 2014 allein in einem Zelt unter der Kennedybrücke und wurde am 29. April 2014 im Sammelverfahren und per Reihengrab ohne Name und Sterbedatum bestattet.

ICH DANKE ALLEN – die daran mitgewirkt haben – das Projekt „Namensplaketten auf Steinen“ für Verstorbene ohne Angehörige zu ermöglichen. Vielen Dank dafür!

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Und Andy, falls Du hier zuschaust, schau her, was Dein Tod noch bewirkt hat. So lange dieses Kreuz hier steht, werden die Menschen sich immer an Dich erinnern – und wie alles mal begann – mit einem Zelt unter der Brücke – und einem Mann – dessen Tod nun einen Namen trägt.

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– EINLADUNG –

Liebe Leser, am Donnerstag, den 19.11.2015 ist es soweit. Die Zeit der namenlosen Gräber ist vorbei. Zusammen mit Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit weihen wir die neuen Gräber auf dem Öjendorfer Friedhof in Hamburg ein. Freunde und Bekannte des Verstorbenen sowie alle Interessierten sind herzlichst hierzu eingeladen.

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TERMIN: 19.11.2015 – 10 Uhr – Friedhof Öjendorf
Manshardtstraße 200 – 22119 Hamburg
Grabfeld Nr. 318
– Einen Friedhofsplan finden Sie hier:
http://www.friedhof-hamburg.de/fileadmin/Dateien/pdf/oejendorf/Plan_Oejendorf.pdf
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Anfahrt & Allgemeine Info
http://www.friedhof-hamburg.de/oejendorf/kurz-info-fuer-besucher/

Programm:

10.00 Trompetenstück zur Einführung (Gero Weiland)
10.04 Begrüßung durch Wolfgang Purwin, Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe -AöR- oder Rainer Wirz, Bereichsleiter Friedhöfe der Hamburger Friedhöfe -AöR-.
10.06 Rede der Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit
10.16 Andacht mit Friedhofspastorin Erler, begleitende Trompetenmusik
10.30 Rede Max Bryan – „Wie alles begann – Nachruf Andre Heinz Martinßen“
10.45 Ende der Veranstaltung. Im Anschluss können Gäste Blumen auf Steine ihrer Wahl legen.

Hintergrund & Anfänge:

Todesnachricht (24.02.2014)
http://www.hinzundkunzt.de/toter-obdachlose-ist-identifiziert/

Interview mit Andre Heinz Martinßen (10 Monate vor seinem Tod) –> http://www.youtube.com/watch?v=A9P0QEqhEVg&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg

Kreuzbauer gesucht (29.4.2014)
http://www.hamburger-wochenblatt.de/st-georg/lokales/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april-d16559.html

„Das Kreuz steht“ (7.5.2014)
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser/775090999175484

Foto: https://www.facebook.com/161102710574227/photos/pb.161102710574227.-2207520000.1447303592./813976258620199/?type=3

Reblog:
http://horst-schneider-altona.blogspot.de/2014/05/wieder-ist-ein-mensch-ohne-wohnung-ein.html

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Liste toter Obdachloser in der Lobby des Hamburger Straßenmagazins Hinz & Kunzt.

Vollendet und vollbracht – Es begann mit einer Rose

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Mehr Bilder demnächst …

Vorerst noch ein Hinweis in aktueller Sache – Termin 19. November – Hamburg – 10 Uhr. Auch da schließt sich der Kreis. Hier gehts zur Einladung … –> https://maxbryan.wordpress.com/2015/11/17/namen-auf-graebern-termin-19-11/

Internet und Obdachlose [Sendekopie ZDF-Info]


(dort ab Minute „8:05“ geht´s um die Obdachlosen und den Steinfurther Gartenhof …)

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Die tapfere Hummel

„Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Hummel zu schwer ist und zu kurze Flügel hat, um fliegen zu können. Die Hummel weiß davon nichs, und fliegt!“🙂❤

Hab dich lieb …

NATUR liebt alles Sein. Natur macht keinen Unterschied. Natur liebt alles so, wie es ist. Mit allem Makel und aller Schwäche …❤

Ich wünsche Allen einen schönen Monat Mai …

Rosentaufe

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Liebe Freunde, in der Nachreiche schicke ich Euch ein paar Bilder von der Rosentaufe neulich hier am Hof und per Bericht von Karin Heinze –>
http://bio-markt.info/kurzmeldungen/bioland-rosen-werden-oeko-pionierinnen-gewidmet.html

Viel Freude damit!

Foto u.a.: Chronist und Co-Veranstalter Max Bryan während seiner Eröffnungsrede zu Ehren von Heinke von Löw† am 21. Juni in Steinfurth

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Frühling verbindet alles Sein

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https://web.facebook.com/notes/max-bryan/fr%C3%BChling-verbindet-alles-sein/979341935417055

Nachruf Heinke von Löw (†93)

Zum Gedenken an Heinke von Löw (†93)

Zum Gedenken an Heinke von Löw (†93)

Jemand hat mal gesagt: „Der Tod gehört zum Leben mit dazu“ und so sehr mein Wille darin mündet zu trösten, so sehr erhoffe ich mir Frieden auch für Geist und Seele der Unwiderbringlichen. Heinke von Löw – meine liebe Hauswirtin und Schutzherrin – starb am Tag nach Heiligabend im Kreise ihrer Lieben. Sie wurde 93 Jahre alt.

Gedenken-Album - Hofchronik der Jahre 2012 - 2015

Gedenken-Album – Hofchronik der Jahre 2012 – 2015

– Ein Nachruf von Max Bryan –

Es ist Heiligabend, der 24. Dezember 2014 und ich stehe im Torhaus, im Westflügel des Löwsch´schen Anwesens, gerade wird es dunkel.

Vor mir steht ein Weihnachtsmann mit Blick heraus aus dem Hof, die blaue Stunde hat gerade erst begonnen und ich laufe hinüber, die Treppen hinauf, ins Gebäude gegenüber, meine Hausherrin liegt im Bett, sie wird auch heute nicht aufstehen, es ist Heiligabend und Heinke von Löw ist sehr schwach.

Rückschau ...

Rückschau …

Seit Wochen schon schluckt sie Betablocker, die Atemnot ist Programm, die Nebenwirkungen schlagen durch, vielleicht noch mehr als sonst. Ihr ganzes Leben lang hatte sie nichts an sich herangelassen, keine Chemie, keine „Unnatur“, nun muss es sein, der Arzt will es so und „ich bin bereit“, höre ich sie flüstern.

Kirche Steinfurth

Kirche Steinfurth

Wie der Berg zum Propheten

Die Steinfurther Kirche im Herzen des Dorfes ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Menschen strömen hier her.

Jedem Einzelnen, gibt der Pfarrer zum Abschied noch die Hand und Jeder kennt hier Jeden. Ein paar Worte mit auf den Weg, „gesegnete Weihnachten“, das ist nur herzlich und tut auch Mut zu fragen.

Ich frage den Pfarrer, ob er Heinke von Löw ein paar Worte mit auf den Weg gibt, hier für die Kamera, ein Segen zum Fest, sie kann doch nicht mehr kommen und so kommt der Gruß dann zu ihr – und Pfarrer Nickel willigt ein, spricht Heinke von Löw direkt auch an, sehr tröstende Worte, fast prophetisch, vorausschauend, ahnt er mehr als ich?

Dorfpfarrer Siegfried Nickel - Hier am 24.12. mit einem Weihnachtssegen für Heinke von Löw

Dorfpfarrer Siegfried Nickel – Hier am 24.12. mit einem Weihnachtssegen für Heinke von Löw

„Liebe Freifrau von Löw, ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, dass sie trotz der kleiner werdenden Kreise innere Ruhe und Frieden finden und sich Gott anvertrauen können, der auf uns wartet und uns ein großes Geschenk macht in seinem Sohn Jesus Christus, dessen kommen in die Welt wir heute gedenken und der uns Hoffnung gibt die größer ist, als unser irdisches Leben. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen“, spricht Pfarrer Siegfried Nickel in die Tagebuch-Kamera.

Die Videobotschaft haben wir Heinke von Löw dann am selben Abend noch vorgespielt, eine schöne Möglichkeit, um an den Feierlichkeiten doch noch irgendwie teilzunehmen und sei es nur aus der Ferne, niemand hätte geglaubt, was am Morgen danach dann geschah.

Heinke´s Tod

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Als ich am Tag nach Heiligabend den Bestattungswagen auf den Hof fahren sah, dachte ich zuerst, es sei irgendein Freund von Christoph, der ihn von weit her und zu Weihnachten besuchen kommt und nur mal einkehren möchte, Frohe Weihnachten wünschen, oder etwas in der Art.

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Die Glasfront am Torhaus ermöglicht einen Rundumblick über den ganzen Hof und wie ich dann sah, dass der Wagen wendet, er nicht vor dem Eingang zum Weinkeller halt machte, sondern weiter fuhr, und schließlich an der Treppe zu Heinke´s Aufgang stoppte, wusste ich, dass etwas Schlimmes passiert war.

Sogleich sah ich Mitso auch die Treppe runter laufen, eiligen Schrittes jagte er über den Hof, war irgendwas passiert? Ein Unfall in der Küche?

Es ist die Zeit, zu der ich Heinke sonst den Kaffee bringe – 16 Uhr – und damit auch unsere Konstante, ein Ritual – die Kaffeezeit – und sie hatte diese Art sich darüber zu freuen, wie Wenige das nur können und so lief ich rüber – auch an diesem Tag.

Auf der Veranda steht Christoph – ihr Sohn und mit dem Daumen zeige ich über die Schulter, auf den Wagen hinter mir: „Was ist da los?“ und der Senior antwortet: „Sie holen die Mutter …“ und ich kann gar nicht glauben, was ich da höre, die Welt steht still. Was sich drehte, hörte auf sich zu drehen und was strahlte, hörte auf zu leuchten. Meine Hand führt zum Mund, es ist so schrecklich und ich laufe ins Haus, wo Hanne Ludwig mich schon auffängt, mit beiden Armen, sie drückt mich fest an sich, „es ist gut so – es soll so sein“, sagt die Frau vom Hospiz und Frau von Löw habe sich das „heute so ausgesucht – diesen Tag hier zum sterben“, meinte Hanne.

Ich zittere am ganzen Leib und mir wird schlecht. Tränen steigen auf und ich ringe um Fassung, es war passiert, was nicht passieren durfte und doch ist es geschehen.

Hanne bringt mich rauf zu Heinke – und da liegt sie – mit den knöchernden Hände auf ihre Hüften. Sie trägt ein schwarzes Kleid, den Mund leicht geöffnet, die Augen geschlossen, sie war so still.

In diesem Moment und wie sie da so lag, wurde mir klar, dass ich nie wieder ihre Stimme hören werde, dass ihr Sosein nie wieder diesen Raum erstrahlt und sie hatte noch so Vieles zu sagen.

Heinke von Löw – Wer war sie?

Um es mit den Worten ihres langjährigen und treuen Wegbegleiters Manfred Grössler zu sagen – Heinke war ein „Vorbild, eine Lehrmeisterin, eine Freundin, eine Erdbehüterin, Familienvorstand und Visionärin“ – Natur war ihr ganz nah und Manfred glaubt fest daran, bei ihr etwas gefunden zu haben, was man sonst nur im alten Indien findet. „Dort mussten Leute die Ayurveda studieren wollten, sich ganz eins machen mit der Pflanze“. „Nur so sei es möglich, den Werdegang des Lebens zu begreifen“ und das tat sie, das tat sie wirklich.

Heinke´s Engagement im Einsatz gegen die Auswüchse der Gentechnik war vorbildhaft. Als eine der Ersten bezog sie offen Stellung gegen die Vermarktungspolitik der Großfirmen, die Anfang der 50-iger – während der sogenannten „Steinfurther Rosenkriege“ – versuchten kleinere Rosenzüchter von sich abhängig zu machen. In unzähligen gerichtlichen Eingaben bis hin zum Bundesgerichtshof und zum europäischen Gerichtshof in Straßburg wirkten die Löw´s darauf hin, dass es „kein Patent auf Rosen“ geben sollte. „Kein Patent auf Leben“, hieß es damals und Heinke hatte Erfolg, in allem was sie tat. 2008 erhielt sie den Ehrenpreis des Bundesumweltministeriums für ihr Lebenswerk als Ökogärtnerin und für ihr großes Engagement im Bereich der Biodiversität und kulturellen Vielfalt, damals im Rahmen des Wettbewerbs »Frauen Leben Vielfalt«.

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Auch politisch war Heinke von Löw sehr aktiv. Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 arbeitete sie ehrenamtlich und war von 2006 bis 2011 auch im Steinfurther Ortsbeirat tätig.

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„Sie war ein so wunderbar streitbarer Mensch“ und ihr Engagement auch umstrittene Themen anzustoßen, Kontroversen auszulösen, „war beispielhaft“, sagt die Frau von der Humboldt-Gesellschaft, Gerda Kallmann. Auch sie ist tief bestürzt über den plötzlichen Tod der Freiherrin. Jahrelang war Heinke von Löw Mitglied auch ihrer Gesellschaft „wir brauchen mehr Frauen“, hieß es damals und Heinke kam und machte mit.

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1950 übernahm Heinke von Löw gemeinsam mit ihrem Mann Eberhard den ehemaligen Pachthof, der damals noch Stallungen für Pferde hatte. Fortan engagierte Heinke von Löw sich leidenschaftlich für den ökologischen Rosenanbau und war 1961 eine der Mitbegründerinnen der Steinfurther Rosenunion.

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„Sie nannte mich immer mein Liebes, all die Jahre hindurch“, erzählt Gerda Kallmann von und sie kenne Heinke von Löw schon viele Jahre und sie bleibt ihr in Erinnerung als Mensch, der gern auf Andere zuging – sehr herzlich.

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„Ich persönlich fand ihren Mut überragend, ihre Menschlichkeit, ihre Art auf Leute zuzugehen und sie in ihr Herz zu schließen, war einfach großartig“, so Kallmann. Wenn man zu ihr auf den Hof kam, freute sie sich immer, „nahm einen herzlich gerne auf“. (…)  „Für mich bleibt sie eine wunderbare Freundin, von der ich viel gelernt habe“, so Kallmann im Interview am Tag der Trauerfeier.

Blick über den Löw´schen Hof. Im Vordergrund ein "Rösel-Dach" ...

Blick über den Löw´schen Hof. Im Vordergrund ein „Rösel-Dach“ …

5 Jahrzehnte lang prägte Heinke von Löw diesen Ort unweit der Kurstadt Bad Nauheim. Mit der Baumschule von und zu Löw, dem Gartenhof im schönen Rosendorf Steinfurth setzte sie Zeichen und machte den Ort zu dem, was er heute ist – ein Paradies im wahrsten Sinne des Wortes.

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Was war und was bleibt

Was von Heinke von Löw bleiben wird, frage ich ihre langjährige Freundin und Wegbegleiterin Gertrud Gilbert und auch sie lobt vor allem die „Anstöße, die sie gegeben hat“ und dass sie sich für einen „naturbelassenen Boden einsetzte“, das ist ja heute noch Thema und da war sie – „zumindest hier in der Wetterau – eine Vorreiterin“, so Gilbert im Interview am 2. Januar und fügt hinzu: „Es wäre auch unendlich traurig, wenn der Hof nach ihrem Tode so nicht weitergeführt werde“. Denn dieser alte Hof hier aus dem 15. Jahrhundert, wie er zuletzt auch naturbelassen bewirtschaftet wurde, sei „einmalig in der Wetterau“ und dürfe „auf keinen Fall verloren gehen“, so Gilbert.

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Schauspielerin Gertrud Gilbert

Wegbegleiter

Auch Manfred Grössler aus Graz ist ein guter Freund des Hauses. Der Künstler, Buchautor und leidenschaftliche Phytologe ist – wie Heinke von Löw – ein Verfechter der natürlichen Landwirtschaft, ganz im Sinne der Löw´schen Maxime, „Kein Patent auf Leben“ und nieder mit der Gentechnik.

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Zudem verband Heinke von Löw eine innige Freundschaft mit dem jüdischen Dichter Elazar Benyoëtz, so oft schon hat sie von ihm gesprochen, von seinen Texten und von seinen Büchern.

„Es gibt nur den einen Trost,
den jeder spenden kann,
Trost besiegelt den Verlust der Unwiederbringlichen“, lässt Elazar Benyoëtz ausrichten.

Schon seit 2012 habe ich Kontakt zu Herrn Benyoëtz und mein größter Wunsch war es, ihn mal hier zu wissen, zu Lebzeiten noch von Heinke, so sehr hätte sie sich darüber gefreut, aber es sollte nicht sein.

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Auszug aus dem Brief von Elazar Benyoëtz vom 1. Januar 2015:

„Lieber Max Bryan, ein schwer zu denkendes Neujahr, Heinke ist tot, mir wollte nichts gelingen, nicht da, nicht dort, ich kann nicht kommen, auch finde ich keine Worte“ und ergänzt:

„Ich habe immer noch ihre helle Stimme im Ohr, die vielen Gemeinsamkeiten vor Augen, das schönste Foto unserer Begegnung in Weinsberg, einander entgegenfliegend. Mein Herz erblasst, (…)  von ihr sollte man lernen, das richtige Tun, auch wenn sich das Richtig nicht einstellt, sondern  – sich selbst korrigierend – nachwächst, nach und nach.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Elazar_Benyo%C3%ABtz

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31. Januar (Heinke´s Geburtstag)

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Mein Geschenk …

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(Ein Bild)

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Und Danke an Elazar Benyoëtz für diese tröstenden Worte aus Jerusalem – der Stadt des Glaubens – Danke dafür! Heinke hätte das sehr gefreut und sie hatte schon immer ein offenes Ohr auch für Inhalt und Anliegen ihrer Begleiter. Schon viele große Namen kreuzten ihren Weg. Ich denke da besonders an die Teilnehmer der Scheunengespräche der 70-iger und 80-iger Jahre mit all ihren berühmten Gastrednern und damit leider auch vor meiner Zeit. Ich kenne sie nur aus Heinke´s Erzählungen und ihr großes Anliegen war immer auch die Verbindung aus „Geist und Natur“, eine aus ihrer Sicht „unaufhebbare Einheit im unaufhebbaren Gegenüber“, um nur eines ihrer zahlreichen Leitmotive zu nennen.

http://www.sokratische-gesellschaft.de/Frau-von-Loew.php

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Erwin Chargaff

Ihr Denken, Fühlen, Handeln und Streben zeugte von großer Vision im Dienste der politischen Natur. So brachte der 2002 in New York gestorbene Biologe Erwin Chargaff seine Bewunderung ihr gegenüber zum Ausdruck. In einem Brief von 1985 an Heinke von Löw schreibt er: „Sie und Ihr Kreis vertreten das, worauf ich gehofft habe“, auch das nur eines der vielen Zeugnisse Ihrer Zeit, sie alle stehen für Heinke´s unverwechselbaren Instinkt im Ringen um Einheit von Kultur, Umwelt, Geist und Natur.

http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Chargaff

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Menschsein an erster Stelle

Als ich Weihnachten dann zu ihr ging und fragte, ob ich das Fest mit ihr verbringen darf, sprach sie mit der von ihr schon so bekannten Selbstverständlichkeit und sagte: „aber klar doch – zu Weihnachten hatten wir immer ein offenes Haus“ … und so war sie, so war sie wirklich … stets ein offenes Ohr auch für die Schwächeren der Gesellschaft, das ist die Nächstenliebe pur, das ist Diakonie und dabei blieb sie selbst eher bescheiden, hatte sich selbst nie etwas gegönnt.

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Ihr Vermächtnis ist deshalb auch das Menschsein selbst, im Verbunde aus Geist und Natur. Gütig, schlicht, besonnen – demütig – freigiebig und interessiert – so war sie und so überlegte sie auch nicht lang, als ich 2012 mit nur meinem Fahrrad und der Isomatte im Gepäck vor ihrer Tür stand, damals noch völlig mittellos, bat ich um eine Chance und die sollte ich bekommen.

Rückblick:

Mein erster Arbeitstag auf dem Steinfurther Gartenhof im Frühjahr 2012

Mein erster Arbeitstag auf dem Steinfurther Gartenhof im Frühjahr 2012

https://www.facebook.com/pages/Max-Bryan/161102710574227?sk=photos_stream
(Chronik Gartenhof 2012 – 2015 / 400 Bilder)

Kein Dünger, keine Chemie, die Shumei´s sind Teil des Hofes und pflanzen vorbildhaft.

Kein Dünger, keine Chemie, die Shumei´s sind Teil des Hofes und pflanzen vorbildhaft.

September 2012

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Ich wurde besser im Garten und konnte zeigen, dass ich noch mehr drauf habe, dass ich auch ein gutes Auge für ein gutes Bild habe und so entstand diese Chronik – eine Chronik über das Leben auf dem Gartenhof, den Heinke so viele Jahre schon prägte. Sie hatte diese wundervolle Gabe, in den Menschen hinein zu horchen, ihn so anzunehmen, wie er ist und sie gab mir diesen Platz hier zum leben, schaute nach, was aus mir wird und gab mir die Zeit und den Raum an den Aufgaben auch zu wachsen.

Mühe wird belohnt - Vertragsunterzeichnung im Juni 2013

Mühe wird belohnt – Vertragsunterzeichnung im Juni 2013

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/habe-vertrag-schreibe-buch/624081054276480

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„Am Vertrauen wächst der Gefallene“, das waren Heinke´s Worte und sie stehen am Ende eines Films, den ich mit ihr gemeinsam begann. Eine Langzeitbetrachtung zum Leben und Wirken der Menschen hier auf dem Hof und eine Reise durch die Gezeiten, ohne Heinke wäre nichts, wie es heute ist.

"Am Vertrauen wächst der Gefallene" (Heinke von Löw †93)

„Am Vertrauen wächst der Gefallene“ (Heinke von Löw †93)

Gehe ich heute durch diesen Garten, sehe ich überall ihre Spuren, ihre Zeichen – Texte und Signale, Farben und Appelle. Sie war und ist das Licht dieser Insel, möge es nie vergehen, und mögen die Menschen sich hieran erinnern, davon lernen, es weitergeben und nach Hause tragen, damit noch viele Menschen jene Chance bekommen, es ihr und diesem Garten gleich zu tun!

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/danke-und-merci-was-war-und-was-bleibt/911546488863267
(Was war und was bleibt)

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https://www.facebook.com/notes/max-bryan/licht-insel-gartenhof/476653922352528
(Lichtinsel Gartenhof)

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Herbst

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Winter

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Christmas

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Liebe Heinke …

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… Du wirst immer in meinem Herzen sein. Für mich warst Du die größte Chancengeberin dieser Welt!

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– Ruhe in Frieden –

Max Bryan
8.2.2015

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https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-heinke-von-l%C3%B6w/939084112776171

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Weitere Bilder im neuen Chronik-Album (2012 – 2015) –>
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.986190014732155.1073741830.161102710574227&type=3

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Anhang: Kommentare und Reaktionen (Stand 15. März 2015)

Quelle: MaxBryan.com / myheimat.de

1-633-MaxBryan-HeinkeVonLoew-Kondolenzen-v6MailPdfKURZ-4cComments2cBritta W. Lieber Max Bryan, so wie ich Heinke von Löw kennengelernt habe, hätte Dein Nachruf ihr sehr gefallen! Hab Dank und alles Gute auch für Dich! Liebe Grüße Britta
1 · 11. Februar um 10:53

Susanne H. Ein sehr berührender Nachruf für einen besonderen Menschen, mit so viel Zuneigung geschrieben. Mit Deinen Bildern und Erzählungen hast Du sie ein Stück lebendig gemacht. Ich habe Heinke nie kennengelernt, aber durch Deine Erzählungen, Deine Posts habe ich gespürt, dass sie etwas Besonderes ist. Auf all den Bildern vor ihr strahlt sie einen Mensch aus, der voller Freude am Leben teilnimmt, immer mitten im Geschehen, umgeben von Menschen die sie liebt und die sie lieben. Max, es tut mir leid, dass Deine Chancengeberin Dich nun verlassen hast. Aber nimm‘ es zum Anlass in ihrem Sinne weiter zu machen. Sie hat an Dich geglaubt und Dir vertraut. Sei dankbar, dass Du sie kennenlernen durftest, sie ein Stück auf ihrem letzten Weg begleiten durftest – ein Geschenk, dass nicht jeder erfahren durfte in seinem Leben
7 · 9. Februar um 12:27

Jessica K. Ein wunderschöner und berührender Nachruf. Ich mag die Art wie du schreibst und deine Erlebnisse mit uns teilst. Es ist fast als wäre man dabei gewesen. Das geht ganz tief. Danke dafür Max.
5 · 9. Februar um 12:48

Marion S. beim Surfen blieb ich hier hängen und konnte nicht weitergehen, bis ich alle Bilder gesehen hatte
4 · 9. Februar um 15:19

Sabine S. Lieber Max, Heinke ist/war genau so ein besonderer Mensch wie Du es auch bist, und ich glaube auf die eine oder andere Weise habt ihr euch sehr, sehr nahe gestanden, ich bin sicher dass Du einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen hast, das erlischt auch nicht wenn jemand für immer einschläft. Gerne hätte ich Heinke, die für mich eine tolle Persönlichkeit ist kennengelernt, es sollte nicht sein. Da wo sie jetzt ist wird sie auf jeden Fall eine schützende Hand über Dich halten und auch ein Auge auf Dich haben. Passend dazu gibt es eine wundeschöne Aussage von Antoine de Saint Exupery:

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in Euren Herzen.
Habe ich dort einen Platz gefunden,
bin ich immer bei euch.

A. Saint-Exupery
3 · 10. Februar um 10:20

Anita S. Ich kannte sie leider nicht, darf aber durch all Deine Fotos und Berichte teilhaben. Dafür bin ich dankbar. Sie war ganz sicher ein großes Licht auf Erden. Der Himmel wird glücklich sein, sie wieder bei sich zu haben.
2 · 10. Februar um 11:19

Babsy E. W. Wenn die Kraft zur Hoffnung nicht gereicht, wenn die Tür sich schließt für immer, so ist doch eines, was hinüber reicht, dass ist die Liebe, die nie weicht. Von mir für sie zum Abschied Frau von Löw…..Somewhere over the Rainbow….(irgendwo, jenseits des Regenbogen) Sie haben eine Spur hinterlassen, dafür DANKE.
2 · 10. Februar um 11:56

Andrea G. das hast du wunderschön und mit viel Gefühl geschrieben Max…..
2 · 10. Februar um 12:03

Melli S. R I P “ Heinke Loew “ …. “ Die Zeit eines Menschen ist von Anfang an begrenzt. Wenn Gefühle und Liebe, Sorge und Aufrichtigkeit deren Inhalt waren, bleibt Unglaubliches zurück “ Sei umarmt lieber Max … Ich habe die letzten Tage oft an dich gedacht … Da du die ganze Zeit Bilder geladen hast , war ich bei dir !!! Super ist diese Seite “ Die Erinnerung “ geworden …
3 · 10. Februar um 13:08

Eva M. Ich kann vielen hier nur beistimmen- ich habe die gute Frau Heinke von Loew nie kennengelernt aber deine Bielder & Worte haben sie mir lebendig gemacht.. was mich zumeist beruehrt ist die tiefe Verbundenheit zwischen euch & den innerlichen Wachstum den du durch sie und die wunderschoene Umgebung die sie gezaubert hat erreicht hast.. auch jetzt bist du gefragt ueber dcih selbst hinaus weiter zu wachsen.,.. loszulassen von einem Menschen mit dem wir so tief verbunden sind..ist nicht einfach … …. die Kraft bekommst du von anderen Menschen die dich auf diesen Weg begleiten.. ich wuensche dir von Herzen das du alles was du an Begleitung brauchst bekommst…. mein anderer Gedanke ist das Heinke von Loew dir ein Geschenk hinterlassen hat was immer bei dir bleiben wierd, sie hat dir eine innere Geborgenheit gegeben die wierd bei dir tief drinnen wohnen bleiben. Mein herzliches Beileid und alles, alles Liebe and dich Max Bryan.
2 · 10. Februar um 14:57 · Bearbeitet

Sigrid G. Finde jetzt leider gar keine passenden Worte zu dem Ganzen … stimme eben den schon geschriebenen Worten zu … ja, das macht mich auch traurig, ob wohl ich „Deine“ Heinke gar nicht wirklich gekannt habe … ausser durch Deine auch früheren Erzählungen mit Bildern … so hat sie auch über Deine Schreibarbeit mich und mein Herz berührt … Max, wenn ich an Dich denke, ist Heinke immer dabei …
1 · 10. Februar um 18:58

Johanna U. Ein sehr schöner Nachruf Bryan.
12. Februar um 16:01

Matthias Matussek Lieber Max, man sieht den Fotos an, dass ein liebender Blick sie entstehen ließ, herzliches Beileid, sie hat in dein Herz geschaut und du in ihres, eine ganz besondere Begegnung, du hast in ihr die Mutter gefunden, die dich liebte
Dein
Matthias Matussek
1 · 12. Februar um 17:40

Helene S. Ein Wundervoller zu Herzen gehender Nachruf. Der Die innige Verbundrnheit wunderbar zum Ausdruck bringt. Ich kann Dieser Einzigartigen Grossen Alten Dame.nur Wuenschen Dass Sie die Ruhe Gefunden hat. Die Sie sich Durch One Langes Kaempferisches Leben Fuer eine Wundervolle Sache Verdient hat. Den Hinterbliebenen Angehoerigen und Freunden nur Mein zutiefst Empfundenes Beileid und Dass Sie Trost finden moegen in diesem Wundervollen Angedenken. Leben Sie Wohl I’m Garten Eden Frau Heinke von Loew. Ich ziehen Ehrerbietig meinen Hut .
1 · 12. Februar um 18:14

Joy S. Herzlichen Dank für diesen Einblick in ein Menschenleben und -wirken! Vielen Dank, für Heinke von Löws Wirken hier auf Erden! Danke für diese Geschenke!
12. Februar um 18:48

Marie R. Bryan, mein Mitgefühl.
Deine Worte berühren.
1 Std

10.02.2015 20:12
Inge Jurk-P.

Danke Dir. Das hat eigene Erinnerungen geweckt, an meine liebe Großmutter, die viel zu früh gestorben ist, und einige liebe Menschen mehr. Meine Hoffnung ist, dass trotz der finsteren Zeiten solche Menschen „nachwachsen“. Dir viel Kraft und alles Liebe, Grüße von Inge.

10.02.2015 18:20
Diane P. Lieber Max Bryan. Wow!!! Danke für das Teilhaben an diesem wunderschönen und berührenden Nachruf. Sie scheint wirklich ein sehr besonderer Mensch gewesen zu sein und du kannst dich sehr glücklich schätzen, das du sie in ihrem Leben ein Stück begleiten durftest. Ich hoffe du hast den den Schmerz inzwischen etwas verkraftet. Sie wird gewusst haben, das ihre Zeit gekommen ist und ich glaube fest daran das sie gehen konnte weil sie mit allem im reinen war. Sie wusste das du soweit bist, ohne sie weiter zu machen, sonst wäre sie nicht gegangen. Gib nicht auf, sie wird immer bei dir sein. Alles Gute für deinen weiteren Lebensweg. Bis bald Diane

Ronny W. Mir fehlen die Worte!!! Dein Nachruf ist ganz wundervoll!!! Fühl dich gedrückt!
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Zoe Marie H. …die unendliche liebe und die erinnerung ist was bleibt …und die dankbarkeit etwas so schönes erlebt und gefühlt zu haben
9. Februar um 21:12

Lin H. Hallo Bryan! Ich habe deinen „Nachruf „angeschaut und war berührt. Erinnerungen an die Zeit auch als ich Gespräche kurz mit Heinke von Löw hatte und sie damals gestürzt ist und ich sie im Krankenhaus besuchen war kamen hoch. Ich empfand sie als sehr weise, offen und ehrlich. Herausragend natürlich ihr außergewöhnliches Engagement im Sinne der Natur und Umwelt. Dein „Nachruf “ stellt eine lebendige und vielseitige Zusammenfassung dar vom Leben und Wirken von Heinke von Löw, die Menschen, die ihr nahe standen und dem Gartenhof […] Liebe Grüße, Linda
Antworten · 4 · 13. Februar um 21:48

Conni S. Da ist scheinbar ein Mensch in Dein Leben getreten, wonach ich selber sehr lange gesucht habe. Das Glück hat man, oder muss sich mit sich selbst begnügen. Aber so einem Menschen zu begegnen und ihn in Ehren halten zu dürfen – ist groß! Danke, dass Du es teilst!
13 Std. · · 4

K. Leopard DANKE MAX ;ich hoffe das dir das alles erhalten bleibt und du dort weiter wirken kannst.
10. Februar um 00:12 · · 3

Zoe Marie H. …oh ja und jede sekunde mit ihr ist unendlich wertvoll und nachhaltig in deinem sein lieber bryan…
9. Februar um 20:51

Annakatalin W. Max, habe Hochachtung vor Dir, bist ein Gute Mensch!
9. Februar um 18:51

Anita S. Max, ich freue mich so sehr, über das Teilen aller Fotos und Eindrücke!! Und bedauere es zutiefst, dass es mir nicht gelungen ist, zu der Sommerfeier damals zu Dir zu kommen ……
10. Februar um 09:51

Ute B. Eine Brücke ist kein Zuhause, steht auf dem Banner, hinter deinem Profilbild. Die Kostbarste Brücke bist du lieber Max, denn dir gelingt es, uns, die wir ein Zuhause haben, die Herzen zu öffnen, für die Menschen, die unsere Unterstützung benötigen. Danke für deine Arbeit und dafür, dass du uns teilhaben lässt! Ich wünsche dir vor allem Gesundheit, und dass sich auch ganz persönliche Wünsche deinerseits erfüllen mögen !
2 · 4. Januar um 10:50

Moni L. Lieber Max ! Aufrichtiges Beileid ! Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und vor allem auch Kraft . Leider kannte ich diese Person nicht , aber anhand Deines phantastischen Nachrufs kann ich ermessen , was diese Frau Dir bedeutet hat . Und sei gewiss , so wie sie einen ganz besonderen Platz in Deinem Herzen innehat , so wird sie diesen auch bei Gott dem Vater haben . Und sie ist nicht weg , sie ist Dir immer nah , egal wo Du bist und was Du tuest . Durch ihre Liebe und Wärme , die Du durch sie erfahren durftest , ist sie immer bei Dir . Alles Liebe von Moni.
1 · 10. Februar um 20:00

Brigitte F. Überwältigend, das muß man erst mal verdauen! Es scheint sie noch zu geben, die Engel auf Erden. Wer gläubig ist könnte sagen>: Gott hat sie nun zum ausruhen zurückgeholt. Auch Dir wünsche ich weiterhin alles Gute und dass Du dort bleiben kannst und weiter wirken in ihrem Sinne. liche Grüße.
1 · 15. Februar

Barbara B. Liebe menschen leben weiter in den herzen. Es spricht für dich, dass du sie so verehrst.
47 Min · 3

Anita S. Danke, lieber Max, dass Du uns über die Bilder an dieser Freundschaft, an diesem wunderbaren Menschen, der die Ebenen gewechselt hat, teilhaben lässt! Ich fühle mich dadurch wirklich reich beschenkt! Und ich wünsche mir sehr, dass ich Dich bald persönlich kennen lernen darf!

Catrin M. Ganz wunderbar, wie du ihr Andenken so vielen näherbringst und ihre Ideen weiterträgst und lebst. Ich bin mir sicher, sie kann das – woimmer ihre Seele sich befindet – spüren.
35 Min · 3

Angela von S. Lieber Max. Dein persönlicher Verlust tut mir im Herzen weh und der Nachruf, den Du verfasst hast, hat mich zu Tränen gerührt, auch wenn ich die Verstorbene nicht gekannt habe. Ich wünsche Dir und der Familie von Heinke eine Zeit des gemeinsamen, verbindenden Trauerns die stark und stärker macht und somit wiederum ein Vermächtnis an Heinke ist. Ich bin selber auch herzkrank, ich weiß was es bedeutet haben muss, einen geliebten Menschen so zu sehen. Ich wünsche Dir alles alles Gute!
Angela von Schlichting 17.02.2015 13:29:56

Inge Katharina B. Ich stelle immer wieder fest, dass Du ein herzensguter Mensch bist
16.02.2015 11:24:56

Carola Scheibe-K. Es ist ein sehr berührender, ans Herz gehender Nachruf! Danke!
2 · 16. Februar um 13:40

Johanna S. Etwas das einzigartig war und noch ist wird vor unseren Augen sichtbar. Es sind nicht nur die vielen schönen Bilder, es ist das Wesen einer besonderen Freundschaft,das die Herzen berührt.
1 · 16. Februar um 18:59

Monika T. Eine bemerkenswerte Frau,und ein wie ich finde rundum gelungener,ergreifender Nachruf! Danke für Dein Wirken auf Erden und Ruhe in Frieden,liebe Heinke von Löw! Ein wenig beneide ich Dich lieber Max Bryan dafür,dass Du diesen Menschen persönlich kennenlernen dürftest,und bestimmt an ihr wachsen konntest!
1 · Gestern um 15:35

Max Bryan Ja, Monika … „Am Vertrauen wächst der Gefallene“ (Ihre Worte) –> https://www.facebook.com/161102710574227/photos/a.986190014732155.1073741830.161102710574227/986434971374326/?type=3

Rowi L. ein wunderbarer Nachruf Max … ich habe Heinke leider nie real kennenlernen dürfen und leider auch die „Insel“ die sie geschaffen hat … aber lieber Max denk immer dran das sie immer um Dich und den Leuten auf der eurer „Insel“ rum sein wird … sie wird in jeder Pflanze, jeder Blume, jedem Tier mag es noch so klein sein, jedem Windhauch, jedem Sonnenstrahl und auch in jedem Regentropfen und jeder Schneeflocke immer bei euch sein … wünsche euch das nötige Durchhaltevermögen und auch die nötige Kraft, das was Heinke geschaffen und zu ihrer wunderbaren fülle geführt hat,weiter zu führen … glgr Rowi … p.s. und freue mich auf zukünftige Berichte/ Fotos von diesem Kleinod „Insel“ …
2 · Gestern um 16:28

Sabine B. N. Ich hab noch nicht alles gelesen….aber was ich gelesen habe ist so berührend und macht auch irgendwie Mut sich einzusetzen. Jeder Mensch kann dazu beitragen Liebe und Hoffnung in die Welt zu senden. Danke Max Bryan für das uns teilhaben lassen und für die superschönen fotos
1 · Gestern um 18:10 · Bearbeitet

Sandy P. Mein Herzliches Beileid. Es scheint sie hat einen grossen Eindruck bei dir hinterlassen. Du hast die Chance sie weiterleben zu lassen in deine Taten. Ich wünsche dir viel Kraft uNd das du sie immer in deinen Herzen bewahrst. Vielen Dank das du und teilhaben lässt.
1 · Heute um 13:15 · Bearbeitet

Kata Rab Liebe Heinke, Du Wunderbare, Gute! Du hast in so vielen Herzen Deinen Platz und lebst dort weiter! Mit diesen Bildern und Texten hält Max Bryan Dein Andenken so lebendig und malt die drei Jahre, in denen ihr Euch kennengelernt habt, in den schönsten Farben. Es ist, als hat zusammengefunden, was zusammen gehörte. Zwei Leben haben sich gekreuzt und zwei Herzen haben auf wunderbare Weise zusammengefunden. Du warst ihm eine Chancengeberin, Ihr wart Euch Weggefährten – das trägt. Max Bryan, Heinke wird von da, wo Sie jetzt ist, all das, was Du so voll Liebe für Sie schreibst und gestaltest, mit großer Freude wahrnehmen. Sie wird auch in Zukunft bei Dir sein, wenn Du Sie brauchst und Sie wird Dir wie ein Engel den Weg weisen. Vertraue darauf! Es gibt Verbindungen, die über den Tod hinausgehen. – Sei nicht traurig. Sie ist nicht tot – Sie hat nur die Räume gewechselt.
1 · 1 Std · Bearbeitet

Tatjana K. Tolle Sache. Ziehe den Hut vor Dir und ich finde es super was Du alles gemacht hast und machst
6 Std. · Gefällt mir · 3

Astrid S. ich bin zu tiefst berührt ..über das was diese einfach tolle Frau geschaffen hat…sie muss wundervoll gewesen sein….danke das du mir hier durch deinen Nachruf…diese wunderbare Frau ..nahe gebracht hast .. und ich sie somit durch dich kennen lernen durfte.. danke Max Bryan…
· 1 · 12 Std.

Luise S. 20.02.2015  23:06 Großartig, dass es Heinke gab, großartig, wie du erzählst und sie lebendig hälst – einfach toll, dass es Dich gibt! – toll, dass Du nie aufgibst und bist, wie Du bist. GLG Luise

Jessica K. 20/02/2015 23:22 „Es ist vollbracht …“ großartig was du geschaffen hast. Danke dafür. Wie geht es jetzt eigentlich weiter auf dem Hof ohne Heinke von Löw?

Energie GL. Nachruf und Kommentare erzeugten bei mir Gänsehaut…!
Gefällt mir · Antworten · 51 Min

Luise S. Eine großartige Arbeit!!!
vor 16 Stunden · Gefällt mir 20.02.2015

Energie GL. Nachhaltig archivieren, damit es nicht in Vergessenheit gerät (zum Nachschauen), nachhaltig sprechen und nachhaltig zeigen und tun…!
vor 15 Stunden · 20.02.2015

Andrea K. Es wäre unendlich wichtig, wenn viele endlich SO SEHEN könnten.
vor 19 Stunden · 20.02.2015 · 3

Monika P. Ein „Danke“ auch an Dich Max.Du zeigst vielen das Geld nicht das wichtigste auf Erden ist.Du hattest das Glück Heinke als Freundin an Deiner Seite zu haben und wahres Glück gründet sich nur auf die Schätze, welche man im Herzen sammelt.Das ist tausendmal mehr wert als alles andere…. 20.02.2015

Sandy Popescu Danke dafür. Es ist eine Ehre das du uns teilhaben lässt.
vor 17 Stunden · Gefällt mir · 1 20.02.2015

Babsy E. W. Tolle Arbeit Max, danke dafür. Die Seele Frau von Löw’s, wird immer zum Gartenhof gehören und den Menschen dort nahe sein. Eine Seele von Mensch war sie.
vor 3 Stunden · 20.02.2015

Michaela R. Danke, Max, und danke, das es solche Menschen wie Heinke von Löw gibt. Denn wenn wir alle ein bisschen näher zusammenrücken, wenn wir aufmerksam, ohne Vorurteile durch die Welt gehen, können wir unseren Beitrag leisten, das wir für uns und unsere Kinder eine bessere Welt schaffen. 20.02.2015

Manuela W. Auch wenn ich diese bemerkenswerte Frau nicht persönlich kannte aber durch Dich ist sie uns so nah geworden und ich empfinde einen großen Verlust…. Aber ich bin auch dankbar, dass Du uns ihre „Geschichte“ und ihr Wirken so ans Herz gelegt hast….
vor 6 Stunden · 20.02.2015

Madeleine de F. Wenn es mehr Menschen wie Frau Von Löw geben würde, wäre diese Welt eine bessere und es müssten weniger Arme leiden. Möge Gott sie in seinen Frieden aufnehmen. Danke auch Dir, Max.
vor 4 Stunden · 20.02.2015

Siv Astrid V. Und deshalb wird ein Teil von Frau von Löw ewig leben, hat sie doch so viel in den Köpfen und Herzen vieler Menschen erreicht.
Auch meine Oma, die einen Tag nach Frau von Löw starb wird für uns, ihre Familie, irgendwie in unserer Mitte bleiben. Schicke Dir eine tröstende Umarmung, wir sind wohl gerade in einer sehr ähnlichen Verfassung.
2 · 2. Februar um 00:03

Claudia R. Sie muss ein wunderbarer Mensch gewesen sein das wird sogar für uns deutlich, die wir nicht das Glück gehabt haben sie kennen zu lernen. Danke für diese schönen Fotos 20. Februar um 20:10 · 1

Fidel Pablos S. lieber Max; es ist noch nicht so lange her, das ich ebenfalls einen menschen, einen sehr geliebten verloren habe. ich fühle, was du fühlst. meine gedanken sind bei dir – du hast die kraft. so wie der mensch den ich geliebt haben seinen frieden gefunden hat, hat Heinke ihren frieden ebenfalls gefunden. ganz liebe grüsse, Fidel 20.02.2015 08:49

Kana H. Hallo Max, danke für den Link und deine Mühe. Ich hoffe, dass du nicht so schlimm einsam fühlst. Sie war echt eine wunderbare Person. Es tut mir wirklich Leid und Schade, dass ich sie nicht mehr sehen kann. Aber andererseits freue ich mich , dass ich in meinem Leben sie kennen lernen konnte. Ich werde sie nie vergessen. Ich danke dir. Durch deine Nachricht kann man so viel an sie zurück erinnern. Du hast wirklich toll gearbeitet!
Liebe Grüße Kana 20.02.2015 20:31:57

Ellen V. Deine Liebe, Dein Liebevolles zu spüren, zu sehen, wie Du das Andenken dieser großartigen Frau ehrst und weiterlebst ist wunderschön. Es bräuchte mehr Menschen wie Dich … 21.02.2015 10:15

Max Bryan „Und der Tod ist mächtig in mir, aber das Leben ist mächtig in Euch.“ (2. Kor 4.12) … und damit auch das letzte Bild dieser Serie … –> https://www.facebook.com/pages/Max-Bryan/161102710574227?sk=photos_stream
Jedes einzelne Bild dieses Albums beschreibt einen Moment im Leben und Wirken der Menschen hier auf dem Gartenhof und jedes dieser Bilder zeigt auch, dass es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen – den Kurs zu halten – die Wege zu gehen – um dann später (vielleicht) selbst sogar auch zu helfen – Chancen zu vergeben – es Menschen wie Heinke von Löw gleich zu tun, das wünsche ich mir … Max Bryan · 25. Februar um 15:10

Sabine M. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft Max. Es ist etwas ganz besonderes wie du diesen Nachruf schreibst. Wertschätzung an den Mensch und die Natur, die alles im Herz vereint. Frau von Löw hat viel geschaffen und erschaffen wie ich nun erfahren habe und hat eine Aufgabe erfüllt, die sehr besonders ist. Danke
25.02.2015 · 6 Std.

Willi F. Max, sehr bewegend und mir kamen die Tränen. Tolle Frau und Vorbild …. LG E 25.02.2015

Else K. Eine Starke Frau, die vielen Menschen so unendlich viel gegeben hat . Eine ganz Grosse , die noch lange weiter wirken wollte. Unsere Mutter Erde zu schützen und der Natur , Pflanzen , Tieren und Menschen am Gartenhof zu helfen, das war Ihr Lebenssinn. Ich finde das sehr bewundernswert ! LG Else 28.02.2015 07:42

Fabian W. Hallo Max Bryan, ich bin vorhin aufgewacht und mit diesem schönen Nachruf wachgeworden und ich freue mich auf den Tag, ich freue mich über jeden Tag. Bewusst Leben, bewusst sein, im Einklang mit Natur, Körper und Geist… tolle Worte, von einem besonderen Mensch, über eine ganz tolle Frau. Ich denke sie war das Beste was dir passieren konnte und es kam wie von alleine, einfach so mitten aus dem Leben heraus. Tue Gutes und du bekommst Gutes… 25.02.2015 15:28:36

Kirsten M. aus Hamburg | 15.03.2015 | 00:57 Ein sehr berührender, beeindruckender Bericht und Nachruf für Heinke von Löw. Sie durfte in der Heiligen Nacht in das Licht der Ewigkeit gehen. Das verstehe ich als göttliche Gnade. Lieber Bryan, Dein Fotobericht bringt diese ganz besondere Frau auch in mein Herz. […] Sehr schön auch Deine Fotos, die ihre Person und Lebenswelt vorstellen – und damit auch einen Lebensmittelpunkt von Dir zeigen. […] Wunderbar, lieber Max Bryan, wie Du Dein Empfinden und Deine Dankbarkeit durch Deinen Beitrag zum Ausdruck bringst und viele Menschen daran teilhaben lässt. Mit Deinen Worten und Bildern bleibt Heinke in lebendiger Erinnerung bei Dir … – und mehr noch, sie lassen menschlich Wertvolles und Erfahrungen von positiv Mitmenschlichem weiter wirken. Danke für Dein Teilen. Sei behütet – Segen sei mit Dir! Kirsten

Basti III. aus Aystetten | 15.03.2015 | 09:16  ein zu Herzen gehender Bericht, der höchste Achtung gebietet für das Handeln der Verstorbenen und der auch den Weg weist all denen, die unsicher sind im Umgang mit Not und Bedürftigkeit. Gott wird ihr reichlich lohnen, was sie ihren Mitmenschen Gutes getan hat. LG Basti

Gabriele F. aus Langenhagen | 15.03.2015 | 13:26  Ich schließe mich den Vorschreibern hier gerne an … Danke für Deinen berührenden Nachruf an einen Menschen, der Menschlichkeit lebte! LG Gabriele

———- Original Message ———-

Astrid L.
Date: February 4, 2015 at 11:30 AM
Subject: Bilder

Lieber Bryan,

Du hast wirklich zauberhafte Bilder gemacht. Man merkt, mit welch wachen, interessierten und liebevollen Augen Du die Welt siehst.

———- Original Message ———-

Elazar Benyoetz
Date: February 11, 2015 at 9:10 PM
Subject: Re: Bilder-Chronik zum Gedenken an Heinke von Löw (†93)

Lieber Max Bryan,

Vollendet und vollbracht.
Sie verfassten einen Nachruf mit lebendigen Farben.
Es ist das heitere Nachzittern eines großen Lebens, das sich beibrachte,
allem zugewandt Abschied zu nehmen.

Ihr Nachruf ist nicht zu übertreffen, und es ist ja auch nicht Ihr letztes
Wort. Sie haben die Hände voll zu tun – und weiterzutragen.

Mit herzlichem Dank und guten Wünschen

Elazar Benyoëtz

———- Original Message ———-

Dr. Rolf P.
Date: February 14, 2015 at 11:26 AM
Subject: Danke

Lieber Herr Max Bryan,

vielen herzlichen Dank für die Übersendung der Bilder und Ihren
Bericht. Sehr ergreifend!

———- Original Message ———-

Gertrud Gilbert
Date: March 1, 2015 at 3:22 PM
Subject: Deine Bildergalerie

Lieber Bryan,

Deine Bildergalerie vom Löwschen Hof ist für mich eine wahre Labsal! Seit 25 Jahren bin ich dem Hof und der Familie freundschaftlich verbunden, und jetzt machen mich Deine herrlichen Bilder glücklich, weil sie mir den Hof in voller Pracht immer wieder vor Augen führen. Vielen Dank dafür!

Als Schauspielerin habe ich dort sozusagen meinen Beruf wiedergefunden, dank der vielen künstlerischen Veranstaltungen, die Heinke v. Löw über 30 Jahre in der Scheune veranstaltete. Dafür bin ich Heinke v. Löw sehr dankbar.

Liebe Grüße
Gertrud Gilbert

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———- Original Message ———-

Gaby und Lutz K. (Frankfurt/M.)
Date: February 11, 2015 at 9:19 PM
Subject: AW: Bilder-Chronik zum Gedenken an Heinke von Löw (†93)

Lieber Max Bryan,

wir sind Dir von Herzen dankbar für diesen einfühlsamen Nachruf auf Heinke von Löws Leben und Wirken.

In Deinen Worten und Bildern ist tiefe Verehrung zu spüren und eine große Dankbarkeit.

Es ist Dir gelungen, ihr Leben und vor allem ihre Grundanliegen so großartig darzustellen. Obwohl Du von ihren 93 Lebensjahren nur die 3 letzten Jahre kennengelernt hast, konntest Du die wichtigste Zeit der Reife, in die alle vorangegangenen Entwicklungen eingegangen sind, festhalten.

Wir sind Dir besonders dankbar für diese Lebenschronik, gerade auch der letzten Tage ihres Lebens, weil wir zwar von Hanne Ludwig von Heinkes Tod erfahren hatten, aber zur Zeit ihrer Beerdigung ein paar Tage verreist waren. Wir haben ihr Grab dann eine Woche später, besucht und Dich zum Glück auf dem Hof angetroffen.

Uns verbindet mit Heinke schon ein lange Bekanntschaft ( Mitte der 90er Jahre) durch Vorträge, aus der sich eine herzliche Freundschaft entwickelte. Im Sommer 2002 feierten wir unsere Silberhochzeit in der Kulturscheune und im wunderbaren Garten – unvergessen, weil traumhaft schön!

Später beteiligten wir uns im Arbeitskreis IGL: Initiative Gartenhof Löw gegen Gentechnik.

Bei den Hoffesten von Shumei waren wir meist auch dabei. Mehrmals im Jahr besuchten wir Heinke spontan, und sie war immer auf Empfang eingestellt und freute sich über unseren Besuch.

Hab nochmals herzlichen Dank dafür, dass Du Deine Zusage wahr gemacht hast und uns diesen bunten Strauß der Erinnerungen schenkst .

Herzliche Grüße

Gaby und Lutz K.

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303-336-HeinkeFoto-byGroessler-SchlossEggenbergGRAZ2Und in besonderer Ehre zur Weiterleitung – die Worte des Grazer Chansonisten Manfred Grössler und er schreibt:

Mit dem Gartenhof Löw entstand vor vielen Jahren ein ganz besonderer Ort der bis heute unzähligen Menschen zur Lichtinsel wurde. Lichtinsel im wahrsten und sinnvollsten Sinn des Wortes.

Natur fühlen, Kraft schöpfen, zur Ruhe kommen, Ordnungsimpulse aufnehmen und Orientierung bekommen, das waren die Qualitäten die bewusst oder unbewusst von den Besuchern und Bewohnern des Gartenhofes aufgenommen und mitgenommen werden konnten. Die „Lichtinsel Gartenhof“ wurde zum ordnenden Punkt für die ganze Gegend, viele zukunftsfähige Visionen gingen von Heinke von Löw und Ihrem Gartenhof aus. Und all das, all diese unbezahlbaren Werte wurden von Max Bryan mit höchster Qualität – mit dem Können eines wahren Meisters seiner Zunft – dokumentiert und erhalten.

Welch einfühlsamer, großartiger Wert für den Betrachter, welch zeitloser Nutzen für alle die dem Hofe familiär oder freundschaftlich verbunden sind. Im Zeitalter der Kommunikation, des Internets und der Schnelllebigkeit – historisch essentiell, wichtig zur Darstellung des großartigen Lebenswerks von Frau von Löw und Ihrer Familie. Ich danke Max Bryan von Herzen für seinen gewissenhaften, authentischen und liebenswürdigen Nachruf. Ich kann dadurch Heinke und den Gartenhof so im Herzen behalten wie ich ihn im Laufe meiner 10-jährigen Freundschaft vor Ort aufbauen konnte!

Manfred Grössler
Graz im Februar 2015
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Weitere Kommentare, Reaktionen und Kondolenzen unter: http://www.maxbryan.com

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Und wie Einige schon wissen, war Heinke von Löw (†93) mehr für mich als nur eine Vermieterin. Sie gab mir diesen Ort zum Leben hier auf dem Gartenhof und schaute nach, was aus mir wird. Nun gebe ich ihr – und der Gemeinschaft – etwas zurück und ich tue das, weil ich an etwas glaube …  Ich glaube daran, dass jeder sein Glück finden kann und sei der Weg auch noch so beschwerlich.

(Wie alles begann) –>  https://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo (… mein schwächster Moment)

MaxBryan-Obdachlose-Hamburg-Rede-Wohnungsnot

18 Monate hatte ich damals (2011) in Hamburg vergeblich nach einer Wohnung gesucht, in Altona, wie in Bergedorf und lange Zeit war niemand bereit einem bärtigen Mann ohne Wohnsitz eine Chance zu geben –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/ergebnis-hameln-hausverwalter-diskriminiert-obdachlose/319463408071581 bis ich Wochen später dann Menschen wie sie traf – Heinke von Löw (†93)  – und was sie tat, war vorbildhaft. Sie nahm mich auf und schaute nach, was aus mir wird und sie gab mir die Zeit und den Raum an den Aufgaben zu wachsen, dafür bin ich sehr dankbar und es bräuchte mehr Menschen wie Frau von Löw. Dieser Nachruf ist deshalb auch nicht nur ein Denkmal für ein großartiges Lebenswerk einer engagierten Erdbehüterin, sondern auch ein Appell an alle Chancengeber dieser Weltes Menschen wie Heinke von Löw gleich zu tun – Schwächere aufzunehmen – selbstlos – vorurteilsfrei – „Schaue her, ich sehe nur Dich und sonst nichts um Dich herum, ich sehe nicht Deine Armut und nicht das, was Dir anhängt, ich sehe nur Dich und den Menschen in Dir“ – schon darum geht es und gern will ich das hier mit Euch teilen – möchte Menschen für Menschen begeistern und auch Andere ermutigen, an sich und ihr Glück zu glauben!

Bericht hier:  https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-heinke-von-l%C3%B6w/939084112776171

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Beispiele hier: –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/14-etappe-gie%C3%9Fen-mom-weihnachten/326937690657486
(Weihnachten nicht allein)

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Und hier: –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/sag-mir-was-ist-armut/365110096840245
(Sag mir, was ist Armut?)

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Deshalb: Höre nie auf Chancen zu vergeben – UND: „Höre nie auf an Dein Glück zu glauben!“ – schon das zeigen diese Bilder und sie sind ein Mutmacher auch für alle Menschen reinen Herzens, die jetzt noch ihr Glück suchen – ihnen will ich zurufen – GEBT NICHT AUFHALTET DEN KURS! „Glaubt an Euch und Euer Glück und Ihr werdet es finden!“  — https://www.facebook.com/notes/max-bryan/cleeberg-und-die-d%C3%B6rfer-moms-brief/344251962259392 („Cleeberg und die Dörfer“).

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Danke an alle Leser und Unterstützer dieses Blogs! Bald gibt´s regulär was Neues …

http://www.maxbryan.wordpress.com

 

Und die Zeit bis zum Glück ist die Hoffnung

(Wie alles begann) Video …

Danke und Merci – Was war und was bleibt

– Ein Jahresrückblick von und mit Max Bryan –

228 Tage ohne Blog und damit die längste Pause bei MaxBryan.com. Facebook ermahnte mich schon: „Deine Freunde warten auf Nachricht von Dir …“ und ja, es ist lange her und ich will die Zeit vor Ablauf des Jahres noch nutzen um wenigstens Nachricht zu geben, was geschah und wo wir stehen, die Zeit rast gnadenlos und zuletzt auch gegen mich.

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Seit meiner Rückkehr aus Hamburg – im Mai diesen Jahres – lief Einiges schief. Vieles war aufwendiger als ich dachte und die Geschichten wurden nicht kleiner. Was ich mache, tun Andere nur im Team, viel Zeit und Manpower geht verloren, wenn man alles nur alleine macht (ich wünscht´ ich hätt´ ein Team🙂

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Neulich meldete sich eine gute Freundin aus Hamburg bei mir, sie arbeitet bei der „ZEIT“ und hatte mir im Februar ihren Keller in Altona zur Verfügung gestellt, damals, als ich Andy zu Grabe trug. 7 Monate ist das jetzt her und jeden Tag sieht sie neue Leute, denen es noch schlechter ging als mir und gerne will sie helfen, ich bin so stolz auf Menschen wie Anne, die im Bettler auch den Menschen sehen und nicht nur sein „drum herum“.

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„Schau her, ich sehe nur Dich und sonst nichts um Dich herum“, auch das ein Spruch von damals, Nächstenliebe tut so gut und viele leben das auch –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/cleeberg-und-die-d%C3%B6rfer-moms-brief/344251962259392

Andere lernen noch  –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/butzbach-und-der-wilde-westen/344488258902429

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Zurück in Hamburg

Letztes Jahr um die Zeit war ich in Hamburg unterwegs, zu Besuch bei Freunden und zurück an dem Ort, wo alles begann, damals vor 4 Jahren – im Winter 2010. Was bleibt sind Erinnerungen, an Menschen und Wegbegleiter und Horst war einer von ihnen. Hier mein Bericht von damals (2013) –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/ein-bett-f%C3%BCr-den-winter-vertrauen-und-chance/708011589216759

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Eine junge Frau (Manuela D.) schrieb damals, dass auch sie mal viel Vertrauen hatte und ihr Bericht berührt mich damals wie heute sehr. Sie schreibt: „Ich wohne in direkter Nachbarschaft zu Wuppertaler Tafel und habe vor vier Jahren dann meinen Keller hergerichtet“, um ihn wohnungslosen Menschen zum Übernachten anzubieten und das auch „gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nachbarn“, berichtet Manuela D. und auch ihre Familie sei davon nur wenig begeistert gewesen. „Trotzdem wollte ich das tun“, schreibt sie und es dauerte auch nicht lange, bis sich ein zirka 40-jähriger Mann bei ihr vorstellte und Manuela sprach ein paar Regeln mit ihm ab. Also Müll in die Tonnen, Toilette benutzen und kein Lärm im Treppenhaus. Sogar Besuch hatte sie erlaubt, sofern nach 22.00 Uhr dann auch Ruhe sei „und er hat alles von mir bekommen, sogar ein Radio hatte ich ihm hingestellt“, berichtet sie.

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Nach zwei Wochen und mehreren Versuchen mit ihm zu reden, „musste ich dann die Schlösser austauschen“. Es roch stark nach Urin, jeden Abend brachte er dann Kumpels mit und es wurde laut gegrölt und gesoffen bis tief in die Nacht „und auch noch in die Ecken gepinkelt“. Der Heizlüfter und das Radio und was man sonst noch so gebrauchen konnte waren weg – alles geklaut. „Ich war sehr traurig darüber, das es diesem Menschen nicht gelang  meine Hilfe anzuerkennen und eine angemessene Haltung zu bewahren“, schreibt Manuela.

Ihr sei klar, dass Alkohol ein großes Problem ist, das habe sie auch „einkalkuliert“, „aber dass so grenzüberschreitend gehandelt wird“, mache sie „einfach nur traurig“ und ihre Familie sollte recht behalten, alles was sie an Vorurteilen hatte, traf auch ein.

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Ein Bett für den Winter

Manuela brachte den Keller dann wieder in Ordnung und zwei Wochen später fand sich eine junge Frau ein, die glücklich und dankbar war für das Angebot und Manuela versuchte es noch einmal. Nur nicht aufgeben – dachte sie. Doch auch diese Frau hatte einen Makel, denn sie nutzte den Keller zur Prostitution um ihre Drogen zu finanzieren! Nach einem weiterem Gesprächsversuch – wieder Schloss ausgetauscht.

Im Jahr darauf dann wagte Manuela einen weiteren Versuch. Es war ein junger Mann, der Abends kam und morgens – nach dem waschen und dem Frühstück – wieder ging. Er half sogar den Mülleimer runter zu tragen und Weihnachten hatte er „mit uns gefeiert“, so ihr Bericht. „Leider ging er ohne sich zu verabschieden“, keiner weiß wo er heute ist, sagt sie. „Polizei und Krankenhäuser habe ich angerufen und zur Tafel kommt er auch nicht mehr“. Ob sie es dieses Jahr noch einmal versucht, jemand im Winter von der Straße zu holen, weiß sie noch nicht, auch weil es ihr selbst nicht gut geht. Sie könne also verstehen, dass Menschen sich scheuen, das Risiko auf sich zu nehmen und wünscht mir viel Erfolg mit meinem Blog und ja, auch dieser Erlebnisbericht zeigt, dass es ungemein wichtig ist, nicht aufzugeben.

Was Manuela getan hat, war genau das Richtige, auch wenn sie schon so oft enttäuscht wurde.

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Helfen statt Regeln

Viele der Menschen, die auf der Straße leben, haben irgendein Problem, das sie an die Straße bindet. Sei es der Alkohol, die Drogen – was auch immer – die Macht der Gewohnheit betäubt ihre Sinne, sie sehen die Welt manchmal anders. Gerade deshalb ist es so wichtig den Kurs auch zu halten, nicht aufzugeben und weiterhin Chancen zu vergeben. Irgendwann fällt ein Engel vom Himmel, der allen Helfern dankt und auch ein Lächeln schenkt, mit einer Wiederkehr – in einer dann (vielleicht) besseren Welt.

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Dieses Jahr blieb ich in Steinfurth und es war mein erstes Weihnachten auf dem Hof und ich bin so froh auch da sein zu dürfen. Die Ruhe, die ich suchte, fand ich hier, mitten im Paradies und mein Buch braucht noch …

Vorgeschichte hier: –> http://www.facebook.com/notes/max-bryan/habe-vertrag-schreibe-buch/624081054276480

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Und hier –> http://www.zeitjung.de/menschen/9229-wenn-man-auf-der-strasse-lebt-gibt-es-kein-goodbye-interview-mit-max-bryan

Und die Zeit drängt. Allein 6 Monate war ich mit Recherchen zum Thema „Sozialgrab“ beschäftigt, deckte Hintergründe auf, führte unzählige Interviews und wollte helfen zu verändern, damit Leute wie Andy eine Chance bekommen – BEVOR sie sterben. Nachruf hier –> http://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april/775090999175484

Andre Heinz M. vor einem Jahr. Hier in einem Interview vom Mai 2013. Ein Jahr später und er ist tot. Gestorben an den Folgen seiner Armut. (Foto: MaxBryan.com)

Mit Rücksicht auf den Terminkalender der Hamburger Friedhofsverwaltung hatte ich den gut 40-seitigen Bericht dann erst mal eingestampft – respektive (noch) nicht veröffentlicht, kommt aber …

Story auf Halde

Seit Juli tat sich erst mal noch ein anderes Thema auf und auch dem konnte ich mich nicht entziehen und scheiterte dann an der Selbstsucht rücksichtsloser Egoisten, die trotz 1000 Seiten Schriftverkehr nicht einlenken wollten und dabei längst hätten helfen können. Leute, mit viel Geld, die einem ehemaligen Obdachlosen nicht mal ein paar Klicks bei Youtube gönnen und die über Monate hinweg die durch und durch beherzte Arbeit eines Einzelnen mit Füßen treten. Das meine Damen und Herren, ist die wahre Geschichte hinter der Fassade eines allseits bekannten Popstars, der sich nach außen hin stets auch weitherzig gibt und der es dann nicht mal für nötig hält zu antworten. Eine traurige Geschichte über Missgunst, Gier, Hochmut und Heuchelei und auch diese Wahrheit wird ihren Weg (noch) finden (demnächst).

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Steinfurther Weihnacht

Zurück auf dem Gartenhof gab´s erst mal Steinfurther Weihnacht von und mit Gertrud Gilbert, einer guten Freundin des Hauses. Tagelang hatten wir die alte Zehntscheune dann liebevoll hergerichtet, mit Kerzen, Eibe-Blättern, Sternen und vielen Lichtern, ein wunderbarer Ort zum feiern, hier kommst Du an, hier darfst Du sein.

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Eine ausführliche Fotostrecke zum Thema gibt´s hier –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/danke-und-merci-was-war-und-was-bleibt/911546488863267

Die alte Zehntscheune auf dem Gartenhof Löw zu Steinfurth

Die alte Zehntscheune auf dem Gartenhof Löw zu Steinfurth

Begrüßung der Gäste durch Gertrud Gilbert ... (Foto: Max Bryan)

Begrüßung der Gäste durch Gertrud Gilbert … (Foto: Max Bryan)

Die Weihnachtsgeschichte in der Scheune vom Gartenhof ...

Die Weihnachtsgeschichte in der Scheune vom Gartenhof …

Texte des Pfarrers Lothar Zenetti begleitet von  einem Kranz stimmungsvoller Gedichte - meist im Dialekt.

Texte des Pfarrers Lothar Zenetti begleitet von einem Kranz stimmungsvoller Gedichte – meist im Dialekt.

Gertrud liest, singt und spielt Klavier ... (Foto: Max Bryan)

Gertrud liest, singt und spielt Klavier … (Foto: Max Bryan)

"Stille Nacht, heilige Nacht ..."

„Stille Nacht, heilige Nacht …“

Dieter Wirz (Akkordeon) und Vojislav Miller (Oboe)

Dieter Wirz (Akkordeon) und Vojislav Miller (Oboe)

Ihr Engelein kommet ...

Ihr Engelein kommet …

Weihnachtsgebäck

Weihnachtsgebäck

Gertrud Gilbert - Schauspielerin und Sängerin (Foto: Max Bryan)

Gertrud Gilbert – Schauspielerin und Sängerin (Foto: Max Bryan)

Danke für´s Kommen ...

Danke für´s Kommen …

Und Danke an Heinke von Löw (93) - ohne sie wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist.

Und Danke an Heinke von Löw (93) – ohne sie wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist.

Sie fehlte am meisten ...

Sie fehlte am meisten …

Eine Zugabe für Heinke von Löw ...

Eine Zugabe für Heinke von Löw …

Ich wünsche allen Lesern, Freunden und Unterstützern einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Herzlichst,
Euer Max Bryan
31. Dezember 2014

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Danke, dass es Euch gibt … –> https://www.youtube.com/watch?v=cVws3gQQFgs

Weihnachtszeit, das ist dein Lied!

01-MaxBryan-WeihnachtenUnd damit mein ganz persönlicher Weihnachtsgruß an alle Leser, Freunde und Unterstützer hier bei wordpress.com

Nachfolgender Remix enthält zwei eigene Inserts zum Thema Weihnachten, Familie, Suchen und Finden und ich betone, dass es mir dabei ausschließlich um die Message der Bilder und nicht um die Werbung für das Produkt am Ende des Clips geht. Youtube bietet diese Möglichkeit zur Erstellung eines solchen „Re-Cut´s“ ausdrücklich an.

Eine schöne Gelegenheit, um Weihnachtsgrüße per Videobotschaft auch an Freunde und Verwandte zu verschicken, wo immer die Lieben dann sind.

Ich wünsche Allen ein frohes Weihnachtsfest!

Max Bryan
23.12.2014

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https://www.youtube.com/watch?v=cVws3gQQFgs

Jahresrückblick – Was war und was bleibt –> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/hessische-weihnacht-was-war-und-was-bleibt/911546488863267

Ein Bett für den Winter – Vertrauen und Chance

01-MaxBryan-Waldmensch-snapshot-1sl13-1sm12-837-1024xEs wird kalt auf Hamburgs Straßen und Weihnachten steht vor der Tür. Alle Jahre wieder und letztes Jahr um die Zeit traf ich Horst, ein Wandersmann aus Süddeutschland, seit mehr als einem Jahr ist er nun schon „On Tour“ und einige Zeit nun auch schon in Hamburg.

(MB) Als junger Kerl die „Walz“ verpasst, will er nachholen, was er damals versäumte und so eine Walz dauert „3 Jahre und einen Tag“, sagt Horst und Horst ist Zimmermann und schnitzt gerade an einem seiner Stöcke, den er im Wald fand und zum Dank an eine Familie verschenken will. Liebe Leut hatten ihn aufgenommen, „für ein paar Tage geht das immer“, sagt Horst.

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„Danke für die Gastfreundschaft“ schnitzt er mit dem Messer in das Holz und gerade geht die Sonne auf. „Das ist ein herrlicher Ort hier zum Sonne tanken „, sagt der bärtige Mann aus dem Schwabenland, der gerne auch auf den Namen „Waldmensch“ hört.

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Wie die Hamburger so sind, frage ich ihn und Horst antwortet: „Die sind super nett hier“ und ergänzt, dass ihm neulich ein Hausbesitzer aufnahm und ihm sogar die Wohnungsschlüssel überließ. Was für ein Gottvertrauen und Horst ist nun wirklich ein netter Kerl, weshalb wohl auch der persönliche Eindruck vor Ort viel ausmacht und nicht jeder hat so viel Vertrauen.

Manuela D. – zum Beispiel – hatte das auch (das Vertrauen) und wurde enttäuscht. In einem der Kommentare meines Blogs vom Dezember 2013 schrieb sie: „Ich wohne in direkter Nachbarschaft zu Wuppertaler Tafel und habe vor vier Jahren dann meinen Keller hergerichtet“, um ihn wohnungslosen Menschen zum Übernachten anzubieten und das auch „gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nachbarn“, berichtet Manuela D. und auch ihre Familie sei davon nur wenig begeistert gewesen. „Trotzdem wollte ich das tun“, schreibt sie und es dauerte auch nicht lange, bis sich ein zirka 40-jähriger Mann bei ihr vorstellte und Manuela sprach ein paar Regeln mit ihm ab. Also Müll in die Tonnen, Toilette benutzen und kein Lärm im Treppenhaus. Sogar Besuch hatte sie erlaubt, sofern nach 22.00 Uhr dann auch Ruhe sei „und er hat alles von mir bekommen, sogar ein Radio hatte ich ihm hingestellt“, berichtet sie.

Nach zwei Wochen und mehreren Versuchen mit ihm zu reden, „musste ich dann die Schlösser austauschen“. Es roch stark nach Urin, jeden Abend brachte er dann Kumpels mit und es wurde laut gegröhlt und gesoffen bis tief in die Nacht „und auch noch in die Ecken gepinkelt“. Der Heizlüfter und das Radio und was man sonst noch so gebrauchen konnte waren weg – alles geklaut. „Ich war sehr traurig darüber, das es diesem Menschen nicht gelang  meine Hilfe anzuerkennen und eine angemessene Haltung zu bewahren“, schreibt Manuela.

05-MaxBryan-Obdachlose-Hamburg-Smile-S4250005-1024xIhr sei klar, dass Alkohol ein großes Problem ist, das habe sie auch „einkalkuliert“, „aber dass so grenzüberschreitend gehandelt wird“, mache sie „einfach nur traurig“ und ihre Familie sollte recht behalten, alles was sie an Vorurteilen hatte, traf auch ein.

Manuela brachte den Keller dann wieder in Ordnung und zwei Wochen später fand sich eine junge Frau ein, die glücklich und dankbar war für das Angebot und Manuela versuchte es noch einmal. Nur nicht aufgeben – dachte sie. Doch auch diese Frau hatte einen Makel, denn sie nutzte den Keller zur Prostitution um ihre Drogen zu finanzieren! Nach einem weiterem Gesprächsversuch – wieder Schloss ausgetauscht.

Im Jahr darauf dann wagte Manuela einen weiteren Versuch. Es war ein junger Mann, der Abends kam und morgens – nach dem waschen und dem Frühstück – wieder ging. Er half sogar den Mülleimer runter zu tragen und Weihnachten hatte er „mit uns gefeiert“, so ihr Bericht. „Leider ging er ohne sich zu verabschieden“, keiner weiß wo er heute ist, sagt sie. „Polizei und Krankenhäuser habe ich angerufen und zur Tafel kommt er auch nicht mehr“. Ob sie es dieses Jahr noch einmal versucht, jemand im Winter von der Straße zu holen, weiß sie noch nicht, auch weil es ihr selbst nicht gut geht. Sie könne also verstehen, dass Menschen sich scheuen, das Risiko auf sich zu nehmen und wünscht mir viel Erfolg mit meinem Blog und ja, auch dieser Erlebnisbericht zeigt, dass es ungemein wichtig ist, nicht aufzugeben.

06-MaxBryan-Obdachlose-Hamburg-Smile-snapshot-1sl13-1sm12-959-1024xWas Manuela getan hat, war genau das Richtige, auch wenn sie schon so oft enttäuscht wurde.

Viele der Menschen, die auf der Straße leben, haben irgendein Problem, das sie an die Straße bindet. Sei es der Alkohol, die Drogen – was auch immer – die Macht der Gewohnheit betäubt ihre Sinne, sie sehen die Welt manchmal anders. Gerade deshalb ist es so wichtig den Kurs auch zu halten, nicht aufzugeben und weiterhin Chancen zu vergeben. Irgendwann fällt ein Engel vom Himmel, der allen Helfern dankt und auch ein Lächeln schenkt, mit einer Wiederkehr – in einer dann (vielleicht) besseren Welt.

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Max Bryan
17. Dezember 2014

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Und ein Mutmacher für alle Chancengeber … So kann es auch gehen … (Jan 2012 Bericht) –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/mein-nauheim-tagebuch-teil-3-mein-zimmer-und-die-liebe/336586746359247

 

Nachruf toter Obdachloser – Termin 29. April

Andre Heinz M. vor einem Jahr. Hier in einem Interview vom Mai 2013. Ein Jahr später und er ist tot. Gestorben an den Folgen seiner Armut. (Foto: MaxBryan.com) Hallo Andre,

diese Zeilen sind für Dich und in der Hoffnung, dass Du da, wo Du jetzt bist, sie auch lesen kannst.

Wir hatten uns im Mai letzten Jahres getroffen, damals, als die Zelte brannten und Du wach wurdest, von dem Lärm gegenüber. Zwischen Dir und dem Ort dieser Zelte lag damals nur ein Fluß, nun liegt ein  ganzer Himmel dazwischen und ich weiß nicht was ich sagen soll, ich bin tief traurig, dass Du gehen musstest.

Möge Gott mir verzeihen, dass ich nicht mehr für Dich tun konnte.

Max Bryan
24. April 2014

—————–

Liebe Freunde: Die Person auf dem Foto ist Andre Heinz M. und er ist tot. Gestorben am 20. Februar in einem Zelt an der Kennedybrücke. Er wurde 49 Jahre alt.

Zum Gedenken an ihn und an alle Opfer der Armut suche ich jemanden mit handwerklichen Fähigkeiten zur Herstellung eines Holzkreuzes, das wir dann gemeinsam am Grab des Verstorbenen anbringen.

Zeigt Euch solidarisch und helft mit, dem Obdachlosen einen würdigen Abschied zu bereiten. Obdachlose sterben viel zu früh und dieses reiche Hamburg hat nicht mal Geld für ein schlichtes Holzkreuz auf den Gräbern der Armen dieser Stadt.

Armes reiches Hamburg - Für Obdachlose gibt es nicht mal ein Holzkreuz ...

Armes reiches Hamburg – Kein Kreuz für Obdachlose

Laut Auskunft der Pressestelle der Hamburger Friedhöfe gibt es in Deutschland Städte, wo Obdachlose und Menschen ohne Angehörige ein Reihengrab mit Holzkreuz erhalten. In Hamburg ist das nicht so und ich finde, das muss sich ändern. Es kann nicht sein, dass Hamburg, als eine der reichsten Städte Europas keine hinreichend würdevolle Bestattung für Menschen ohne Angehörige vorsieht. Ein schlichtes Holzkreuz wäre das Mindeste, was die Stadt den Betroffenen zur Verfügung stellen sollte und auch könnte.  –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/nachruf-toter-obdachloser-termin-29-april/775090999175484

Andre Heinz M. *8.10.1964 – †20.2.2014 und sein Grab würde leer bleiben, wenn wir uns nicht darum kümmern. Andre hat (Stand: 24.4.) keine Angehörigen, die für ihn sorgen und die Stadt tut nur das Nötigste (Einäscherung und Reihengrab). Bitte helft mit, dass obdachlose Menschen künftig würdevoller bestattet werden.

Einladung

Die Beisetzung findet am 29. April um 8.30 Uhr auf dem Friedhof Öjendorf statt. Freunde und Wegbegleiter sind herzlich eingeladen der Grablegung beizuwohnen. Ein Video von Andre gibt es hier –>

Begabte gesucht – Wer kann ein Holzkreuz basteln?

Be the change

So aktuell wie eh und je: „Soldiers! Don’t give yourselves to brutes – men who despise you – enslave you – who regiment your lives – tell you what to do – what to think or what to feel? Who drill you, diet you, treat you like cattle, use you as cannon fodder? Don’t give yourselves to these unnatural men – machine men with machine minds and machine hearts! You are not machines! You are not cattle! You are men! You have the love of humanity in your hearts. You don’t hate! Only the unloved hate – the unloved and the unnatural!“ –>
http://www.youtube.com/watch?v=5Of2hQvJKv4&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg
(Kopfhörer benutzen!)

Vom Äffchen mit der Blume – Frieden kann so einfach sein

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Was hat dieser süße kleine Kerl, was andere nicht haben? Genau: Die bleibende Gabe, sich über die einfachen Dinge des Lebens zu freuen und wären alle so wie er, wäre die Welt eine andere – das nur vorweg.

Liebe Leser,

als mitfühlender Hamburger Bürgerreporter komme ich nicht umhin auch ein paar Zeilen zum aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu schreiben und einige hier kennen meine Sicht der Dinge schon. Ich finde es wirklich unverantwortlich, wie insbesondere deutsche Regierungsvertreter zum Erfüllungsgehilfen US-amerikanischer Kriegspropaganda verkommen und wie ungeniert ein Mann wie Putin in die Enge getrieben wird, nur weil er westlichen Kriegstreibern die Stirn bietet. Ich bin gewiss kein Freund von so mancher Unzulänglichkeit in Russland und Putin hat gewiss auch seine Schwächen, aber er ist mutig und geradlinig und er spricht immer Klartext, viel mehr, als jeder andere Politiker dieser Welt.

Hier mal reinschauen: –> http://www.youtube.com/watch?v=M8cZ3sPtbWo

Guantanamo lässt grüßen

Beispiel Gefangene-Behandlung: Da regen sich die USA über Russland auf, weil in deren Gefängnissen nicht alles glatt läuft, unterschlagen aber regelmäßig eigene Verfehlungen in Hinblick auf Folter, Willkür und Menschenrechtsverletzungen. Man erinnere sich nur mal an Irak und Abu Ghuraib, wo Menschen wie Vieh gehalten wurden. Nicht zu vergessen auch Guantanamo, wo Menschen jahrelang für medizinische Experimente missbraucht und gefoltert wurden. Mir ist nun wirklich kein einziger Fall aus Russland bekannt, der auch nur annähernd etwas Vergleichbares beschreibt.

Hier mal lesen: –> http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenenlager_der_Guantanamo_Bay_Naval_Base

Weltpolizei ohne Vorbild

Mir ist auch nicht bekannt, dass Russland Menschen per Knopfdruck tötet, wie amerikanische Drohnen das seit Jahren schon tun und man stelle sich nur mal vor, Russland würde mit einem solchen Fluggerät einfach so in andere Länder fliegen und dort Leute töten, was dann für ein Aufschrei durch die Welt ginge und scheinbar darf das nur eine Nation – die Vereinigten Staaten von Amerika! Deren Tun und Handeln und das sich aufspielen als Weltpolizist wird gebilligt und hingenommen, als gehöre es zum Standard rechtsstaatlicher Maßnahmen, die nicht zu hinterfragen sind. „Klappe halten und weiter machen!“, lautet die Devise. Unsere Bundesregierung ist nur noch ein lächerlicher Haufen Duckmäuser und Ja-Sager, Leute die dem Establishment aus der Hand fressen und wenn die NSA flächendeckend Bürgerrechte schrottet, interessiert das weder Merkel noch Gauck, denn alle fühlen sich verpflichtet dem großen Bruder gegenüber, der uns früher mal befreit hat. Sind wir das überhaupt? Befreit?

-> http://www.youtube.com/watch?v=AuKmTsvoDv4

Vasallen der USA

Mag sein, dass wir hier in Deutschland alles sagen und vieles auch machen dürfen, ohne dafür belangt zu werden und doch ist Freiheit weit mehr als nur das. Freiheit ist auch Unabhängigkeit! Und wann in letzter Zeit hat die Bundesregierung auch nur eine außenpolitische Entscheidung frei von Zwängen und unabhängig von der Bevormundung andere Staaten getroffen? Unsere eigene Souveränität ist doch längst am zerfallen, geschluckt vom Rechtsempfinden der Amerikaner, die sich über alles und jeden hinwegsetzen und wer nicht spurt wird bestraft?

Fehlende Parität

Wenn also die Bewohner der Krim in einem Referendum darüber entscheiden, ob sie lieber zu Russland oder der Ukraine gehören wollen, dann ist das (aus Sicht der USA) „schlimmes Unrecht“ und wird bestraft. Wenn aber die USA einen Krieg ohne UN-Mandat führen und tausende Zivilisten, Kinder und Frauen dabei drauf gehen, kratzt das kaum jemanden unserer Damen und Herren Regierung. Wo bleibt denn da die Gleichstellung? Man stelle sich nur mal vor, Deutschland oder die EU würden Wirtschaftssanktionen gegen die USA verhängen oder 21 hochrangigen Regierungsvertretern der USA die Einreise verweigern, weil die sich hier und da auf der Welt daneben benommen haben, was würde man dazu sagen? Könnten wir uns das überhaupt leisten?

Geiz und Gier

So unbeschwert wie dieses kleine Äffchen mit dem Löwenzahn spielt, wird es vielen Menschen auf der Welt schon gar nicht mehr gehen. Ein Großteil der Leute hier und im Westen sind vom Ehrgeiz zerfressen, vom Gedanken des Mehrhabens, der Gier und des Geizes. Noch vor dem Menschsein kommt der Profit und wer zu alt ist, wird aussortiert. Nach der Ausbeutung kommt das Opfer und Obama karikiert die Welt. Auf der einen Seite die Freiheit, die Demokratie und auf der anderen Seite die Zerstörung, der Krieg und die Vernichtung, je nachdem, was der Dollar so hergibt.

–> http://www.youtube.com/watch?v=e1Xhx9eOol0

Der Kampf um die Länder ist doch längst auch ein Kampf um´s Öl und um die Währung, mit der das Öl bezahlt wird. Russland, China, Iran und viele mehr, die Öl gegen Yen, Rubel und Euro verkaufen, wenn das so weiter geht, geht der Dollar noch dahin und vielleicht fußt darin auch die Angst der Amerikaner. Vielleicht ist das ein tragender Grund für all die Lügenmärchen und auch die Unterstützung all der Feinde Putin´s.

Faschisten und EU

Die Ukraine ist von einer nicht unerheblich Anzahl Faschisten durchsetzt, die auch nicht davor zurück schrecken, die Macht selbst in die Hand zu nehmen (siehe Maidan) und Europa unterstützt diese Verbrecher? Wozu denn? Ist das Land heute besser dran als früher? Putin hat – meines Erachtens – alles richtig gemacht. Er hat sich weder kaufen noch über den Tisch ziehen lassen. Er hat dem auf der Krim lebenden Volk eine sichere Heimat geboten und das Volk hat angenommen.

Krim und das Volk

96% der dort lebenden Bevölkerung will zu Russland gehören, das sollte man respektieren und nicht noch bestrafen. Was Putin getan hat, zeigt Rückgrat und er verteidigt seine Grenzen. Das ist nicht nur mutig, sondern auch ein Zeichen größter Souveränität. Wer unabhängig sein will, muss danach auch handeln und Russland ist kein Irak, das man einfach mal so bombardieren kann. Russland ist wieder wer und genau das schmeckt den Damen und Herren des Westens nicht, sie haben schlichtweg Angst, ihren Einfluss im Osten zu verlieren und sicher auch Angst, dass Putin mehr will.

Will Putin mehr?

Putin ist ein Machtmensch, vielleicht auch ein Macho, aber er ist nicht dumm und wohl lieber reich als tot. Ich glaube nicht, dass er freiwillig in einen Krieg ziehen würde, es sei denn, er wird ihm aufgezwungen, was gewisse Leute gerade versuchen. Was westliche Medien an pro-amerikanischer Kriegspropaganda derzeit verbreiten ist widerlich. Man könnte glauben, der Krieg soll herbeigeredet werden. Hacke nur lange genug auf Putin rum und fertig ist der Kriegsgrund? Liegt darin das Ziel? Ein Waffenabsatz in Milliardenhöhe wäre die Folge und das Grab der EU gleich mit.

Kriegstreiber USA

Man muss doch kein Prophet sein, um zu erkennen, was die Amis vorhaben. Vor Jahren noch wurde dem russischen Volk zugesichert, keine Nato-Ost-Erweiterung zu betreiben und genau das Gegenteil ist der Fall. Die Schlinge um Russland zog sich immer enger und wäre die Krim heute schon Nato-Gebiet, müsste auch der letzte Russe sich umzingelt fühlen, weshalb ich Putin gut verstehen kann, dass er das nicht zulassen konnte. Sofern er die dort lebenden Minderheiten in Ruhe lässt, sollte man den Mann gewähren lassen. Sein Volk zu beschützen ist sein gutes Recht und kein Land dieser Welt sollte sich da einmischen. Das nämlich ist nur Garant für neue Konflikte und wer braucht das?

Hier bitte anschauen !!!–> http://www.youtube.com/watch?v=ZzTGuZt9JO8

Ich brauche das nicht!

Ich brauche keinen Konflikt und ich brauche auch keine Bomben auf fremde Städte und auch keine Menschen, die daran verdienen. Krieg ist immer auch ein Geschäft. Wer Material zur Vernichtung produziert, muss es irgendwie auch wieder los werden, sonst laufen die Lager ja irgendwann über und Krieg kostet nun mal. Schon ein einziger Marschflugkörper des Typ´s Tomahawk kostet zwischen 600.000 und 1 Millionen US-Dollar und wie viele dieser Waffen wurden in den letzten Jahren schon verschossen? Der Krieg im Irak kostete bislang 700 Milliarden US-Dollar, das sind 700.000 mal eine Million Dollar (muss man sich mal vor Augen führen), die sich die Hersteller dieser Waffen in die Tasche stecken und was hätte man davon alles kaufen können? Liebe, Wohlstand, Frieden für die ganze Welt?

Solange es Menschen gibt, die am Krieg verdienen, wird das Führen von Kriegen auch Ziel des Bestrebens profitorientierter Menschen sein. Eine Welt nur aus Menschen, die sich allein schon am Löwenzahn erfreuen, ist gewiss Utopie und doch will ich nicht aufhören zu träumen.

Und so träume ich weiter, vom Äffchen mit der Blume, über dem Bett der Kriegsherren.

Max Bryan
23. März 2014
http://www.maxbryan.com

Be the change —> https://www.facebook.com/events/627775263912548/

Krieg, Frieden, Putin, Russland, Ukraine, Krim, USA, Merkel, Obama, Regierung, EU, Sanktionen

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Hamburg nach der Gewalt – Suche nach Dialog

Es war ein ambitioniertes Vorhaben, dass Pastor Torsten Morche unlängst der Öffentlichkeit vorstellte. Mit dem Ziel zwischen Regierung und politischen Akteuren zu vermitteln, organisierte Morche eine Diskussionsrunde, zu der insbesondere auch Vertreter des Senats, der Hamburger Polizei und der Roten Flora eingeladen waren.

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Ein Bericht von Max Bryan

Vertreter des Hamburger Flüchtlingsrat sagten ihre Teilnahme bereits frühzeitig ab, mit der Begründung, man werde „sich nicht mit den Verantwortlichen der massiven polizeilichen Repressionsmaßnahmen der letzten Wochen und Monate an einen Tisch setzen“, wozu unter anderem auch die beharrliche Weigerung zähle, den Lampedusa-Flüchtlingen eine Aufenthaltsgenehmigung nach § 23 ZuwG zu gewähren.

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Der Veranstaltung ebenfalls ferngeblieben waren die Vertreter der Roten Flora, sowie der Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch, der trotz vorherige Zusage sein Kommen nur wenige Stunden vor Beginn der Debatte – angeblich wegen Krankheit – absagte. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) habe zudem auf das Angebot der Kirche – vermitteln zu wollen – „überhaupt nicht reagiert“, so Morche.

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Der Einladung gefolgt waren – neben rund 100 Gästen – der stellvertretende SPD- Fraktionsvorsitzende Martin Schäfer, der auch Mitglied im Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft ist, sowie Katja Falkenbach, Initiatorin der Volksinitiative Freies Hamburg – Gefahrengebiete abschaffen, die ehrenamtliche Helferin der St. Paulikirche Elke Jakob und der Jurist Dr. Christian Ernst als Experte für öffentliches Recht an der Hochschule für Rechtswissenschaften in Hamburg.

Gefahrengebiete ohne gesetzliche Grundlage

Diskutiert wurde vornehmlich über Sinn und Recht der inzwischen wieder abgeschafften Gefahrengebiete, wobei – zur Überraschung der anwesenden Gäste – überhaupt erst einmal festgestellt werden musste, dass es eigentlich gar keine gesetzliche Grundlage für die Ausrufung eines Gefahrengebiets gibt, weil schon das Ausrufen eines solchen einen nicht zulässigen Eingriff in die Grundrechte der Bürger und Bürgerinnen darstellt, so Dr. Christian Ernst von der Hochschule für Rechtswissenschaften (BLS).

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Auch stellte Dr.Ernst klar, dass juristisch gesehen ein Unterschied zwischen einer „Inaugenscheinnahme“ und einer „Durchsuchung“ bestehe und es durchaus Hinweise gäbe, dass während der Kontrollen im Gefahrengebiet auch rechtswidrige „Durchsuchungen“ stattfanden. Darüber hinaus fehle im Gesetz ein entsprechender Passus, der festlegt, unter welchen Voraussetzungen ein Gefahrengebiet überhaupt errichtet werden darf. Die bloße Angabe von nicht öffentlichen „Lageerkenntnissen“ reiche seiner Meinung nach nicht aus, zumal diese „Lageerkenntnisse“ in der Regel unter Verschluss liegen und somit auch die Möglichkeit fehle, überprüfen zu können, welche konkreten Lageerkenntnisse zur Ausrufung eines Gefahrengebiets führten.

Zitat: „In unserem Rechtsstaat ist das so, dass immer dann, wenn der Staat in die Rechte des Bürgers eingreift, er dazu eine gesetzliche Grundlage benötigt“ und die gebe es in diesem Fall nicht – so Ernst, denn schon durch das Ausrufen eines Gefahrengebiets werde der Bürger davon abgehalten, bestimmte Freiheitsrechte in Anspruch zu nehmen, die er sonst vielleicht in Anspruch genommen hätte, wie beispielsweise einen „schwarzen Pulli“ zu tragen und damit durch die „Schanze“ zu laufen.

Gericht hat Bürgerrechte nicht geprüft

Martin Schäfer (SPD) hingegen stellt fest, dass das Verwaltungsgericht Hamburg die Rechtmäßigkeit der Gefahrengebiete bereits bestätigt hat, allerdings nicht ohne die Möglichkeit der Berufung zuzulassen und das passiert sonst NIE, entgegnet Dr. Ernst und schon dieser Umstand zeige, wie schwer sich das Gericht mit dem Urteil getan hat. Ernst bemängelte zudem, dass in dem gut 60 Seiten umfassenden Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts nicht ein einziges Wort darüber geschrieben steht, ob schon das Ausrufen eines Gefahrengebiets gegen die Grundrechte der Bürger und Bürgerinnen verstößt, „das haben die einfach nicht behandelt“, „dazu haben die nichts gesagt“, erklärt Dr. Ernst, weshalb sich die Rechtmäßigkeit von Gefahrengebieten hieraus auch nicht zwingend ableiten lässt.

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Auch die Initiatorin für ein „Freies Hamburg“ – Katja Falkenbach – stimmt hierin überein und fügt noch hinzu, dass nach Willen des Verwaltungsgerichts die Gefahrengebiete „sehr eng begrenzt sein müssen“ und sie das beim letzten Gefahrengebiet „so nicht beobachten konnte“.

Betroffene berichten

Wortmeldungen zum Gefahrengebiet gab es reichlich – und auch aus dem Publikum. So berichtete ein Anwohner aus Altona, dass er selbst auch im Gefahrengebiet wohne und um auf Arbeit zu kommen, er jeden Morgen gezwungen war, das Gefahrengebiet zu durchqueren und sich dann ständig Gedanken machte, was er denn am besten nun anziehe, um nicht kontrolliert oder aufgehalten zu werden.

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„Damit ich nicht zu spät zur Arbeit bekomme“, argumentiert der junge Mann und richtet seine Frage direkt an SPD´ler Martin Schäfer, von wegen wie verhältnismäßig das Ganze eigentlich sei, „wegen nur einer Demo und einem – zudem noch umstrittenen – Vorkommnis an der Davidwache dann so eine Maßnahme über ganze Stadtteile zu verhängen“, will der junge Mann wissen und Schäfer antwortet: „Man kann politisch die Einschätzung haben, dass die Einrichtung dieses Gefahrengebiets vom 4. Januar 2014 zu groß war – dass da über´s Ziel hinausgeschossen wurde“  und erklärt weiter, dass er es unabhängig von seiner politischen Einschätzung durchaus verstehen und auch nachvollziehen könne, dass die Polizei ein solches Gefahrengebiet eingerichtet hat und verweist dabei auf den Steinwurf ins Gesicht eines Polizisten und ja, das ist schlimm, aber reicht das wirklich aus – um 80.000 Menschen unter „Quarantäne“ zu stellen?

„Kein Gefühlsding“

Der junge Mann sagt „Nein“ und ergänzt: „Herr Schäfer, sie sagen, sie können es nachvollziehen, obwohl es politisch falsch war? Da haben sie doch schon die politische Begründung dafür, dass der Polizei dieses Befugnis weggenommen gehört, weil die als einziger Entscheidungsträger offenbar nicht objektiv entscheiden, sondern sich von irgendwelchen Gefühlsdingen – wie unser Kollege wurde verletzt – leiten lassen, was dann zu solch drastische Maßnahmen führt, wie ein Gefahrengebiet über die halbe westliche Innenstadt zu verhängen, also da kann ich auch nicht mehr nachvollziehen, warum Sie da immer noch dahinter stehen“ und weiter: „Die Polizeigewerkschaft mischt sich ein und spielen ihr eigenes politisches Spiel und der Senator lässt sich doch mehr oder weniger von der Polizeiführung vorführen, indem er sich in öffentlichen Auftritten zu 100 Prozent vor die Polizei stellt und nur kurze Zeit später wird das Gefahrengebiet dann verkleinert und weitere 3 Tage später tritt der Bürgermeister Olaf Scholz vor die Presse und sagt: ‚Ja, wir werden diese 3 kleineren Gefahrengebiete noch eine ganze Weile lang brauchen‘ und nur 4 Stunden später hebt die Polizei auch diese kleineren Gefahren-Inseln auf, da wird doch einfach der Senat vorgeführt, von irgendwelchen Polizisten, die sich wie Politiker aufführen und ich bin der Meinung, dass Sie als Mitglied der Regierungspartei das nicht mit sich machen lassen können“, urteilt der junge Mann am Saalmikrofon und bekommt viel Applaus für diese Kritik.

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Das ist ja wie in der DDR

Und seien wir doch ehrlich, wenn es diese Straftat vor der Davidwache so gegeben hat, wie von der Polizei vorgetragen, dann müssen die Straftäter – ohne Zweifel – verfolgt und bestraft werden. Eine Kollektivstrafe jedoch, wie sie im Fall des Gefahrengebiets über ganze Stadtteile verhängt wurde, ist nicht nur undemokratisch, sie provoziert auch weiteren Unmut unter der Bevölkerung und wie man inzwischen weiß, waren die Kontrollen eben nicht so harmlos wie eine einfache Verkehrskontrolle.

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Viele Betroffene berichten von entwürdigenden Momenten. „Das ist ja wie in der DDR“, soll ein Kontrollierter gesagt haben und gleich wurde ihm mit einer Strafanzeige gedroht, berichtet ein Mann, der sich ebenfalls zur Wort meldete und über das Saalmikrofon verkündete, dass seiner Meinung nach in Hamburg seit Wochen schon eine „Bürgerkriegsübung“ läuft.

Piraten kritisieren

Auch Katja Falkenbach (Piratenpartei) kritisiert: „Das Instrument des Gefahrengebietes zeichnet sich dadurch aus, dass die Polizei eigenmächtig, ohne parlamentarische Unterstützung und ohne Richtervorbehalt ein Gefahrengebiet rein präventiv errichten kann, ohne auch nur einen einzigen Beweise zur Notwendigkeit der Maßnahme vorlegen zu müssen“.

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Es handelt sich um eine rein präventive Maßnahme zur Abschreckung über deren Dauer und Umfang die Polizei ganz alleine entscheiden kann. „Dafür müssen die niemanden fragen, müssen sich praktisch nicht mal dafür rechtfertigen“, weshalb ihrer Meinung nach auch ein großes Missbrauchspotential in dieser Maßnahme steckt.

Bis zum Ende des Abends hatten gut ein Dutzend Bürger sich zu Wort gemeldet und durften Fragen stellen. Eine streckenweise sehr „hitzige Debatte“, wie Pastor Morche am Ende noch fand.

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Jagd auf Schwarze?

Fast zum Eklat kam es, als ein Mann „Baujahr 54, Linker“ vor das Mikrofon trat und der SPD-Regierung eine „Jagd auf Schwarze“ vorwarf, weil die das Verhalten der Polizei von Beginn an billigte.

So wurden im Herbst letzten Jahres speziell Menschen schwarzer Hautfarbe kontrolliert und Schäfer entgegnete: „Wenn es eine Gruppe von Menschen in dieser Stadt gibt, die alle aus Schwarzafrika kommen und wenn es polizeiliche Erkenntnisse darüber gibt, dass diese Menschen hier kein Aufenthaltsrecht haben und man diese Leute deswegen dann auch sucht, dann wäre es völliger Irrsinn, ´ne Japanerin zu kontrollieren! Dann werden selbstverständlich nur die Leute kontrolliert, die dazu auch gehören könnten!“.

„Schämen Sie sich!“, ruft eine Frau dazwischen und ein anderer ruft: „Das ist Rassismus“ und Schäfer kontert: „Quatsch!“ und wiegelt ab.

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Wer vor Ort war, wird wissen, wie der Geist des Volkes die Stimme des Staates für Momente übertönte.

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Schäfer wirkt genervt. Man sieht ihm an, dass er keine Lust mehr hat, sich den Fragen um Recht und Gerechtigkeit zu stellen und ja, vielleicht gibt es – in diesem Fall – auch kein „Happy-End“.

Viel Rede – wenig Antwort

Viele Fragen – auch die zum 21. Dezember – konnten nicht beantwortet werden – weil die Verantwortlichen schlichtweg fehlten – sie nicht den Mut hatten Rede und Antwort zu stehen, weshalb auch 7000 Menschen zurück bleiben, mit der Frage – warum ihnen am 21. Dezember das Recht auf Versammlung genommen wurde – und ich spreche hier nicht nur von den Ereignissen am Nachmittag – ich spreche von den zahlreichen Versuchen eine neue Demonstration zum späteren Zeitpunkt und anderer Orts anzumelden und auch das wurde verweigert. „Das Grundgesetz ist erledigt“, wurde ein Polizisten an diesem Abend zitiert.

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Dr. Christian Ernst: „Ich habe ihre Zusammenstellung gelesen und muss schon sagen, dass da unglaublich viel Arbeit drin steckt und ich frage mich, warum ist es eine Privatperson, die sich so viel Mühe macht und keine staatliche Einrichtung, die nach solch einem FIASKO versucht mehr Licht ins Dunkel zu bringen!“

[…] „Zwar wurde das Thema im Innenausschuss diskutiert, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verantwortlichen in selber Detailfreude an das Thema herangehen, wie das andere im Internet schon tun“ und es sei auch unheimlich schwer, überhaupt an Informationen zu gelangen, so Dr. Ernst. „Von staatlicher Seite erfahren wir kaum etwas über diese Demo“, abgesehen von Beteuerungen, dass alles genau so abgelaufen sei, wie man es behauptet hatte, „was nicht heißt, dass es falsch ist, aber es bleiben doch offene Fragen“ – meint der Jurist.

Diese und andere Fragen zu klären, hätte der Anwesenheit eines Vertreters der Polizeiführung bedurft, von denen aber kam keiner, weshalb Morche schon zu Beginn der Debatte hinterfragte, wie ernst es den Beteiligten überhaupt sei, die offenen Fragen noch zu klären.

Kein Wille zur Aufklärung?

Im Innenausschuss am 6.1. hieß es dazu, Zitat Innenminister Michael Neumann (SPD): „Wir brauchen hier ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Verbänden und das, was wir Zivilgesellschaft nennen“, was angesichts des Fernbleibens der Hauptakteure aber schwierig ist.

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Einzig Martin Schäfer (SPD) – traute sich in die „Höhle des Löwen“ und stellte sich den Fragen der Hamburger Bürger und ja, ich hatte auch eine und wollte vom Herrn Schäfer dann wissen, wie er persönlich die Polizei-Taktik vom 21. Dezember einschätzt und ob er es für richtig hält, sich aufgeheizten Autonomen einfach so in den Weg zu stellen – um zu schauen was passiert?

„Nein“, meint Schäfer, der wie zu erwarten genau das herunter betet, was auch schon im Innenausschuss zu hören und im Wortprotokoll zu lesen war. Nämlich dass die Demoleitung sich nicht an die Absprache hielt und angeblich zu früh loslief – dabei zitiert Schäfer eine Uhrzeit – die so bestenfalls nach dem 21. Dezember – „kreiert“ worden sein kann. Zitat: „Daraufhin hat die Polizei am Samstag, den 21.12. morgens beschlossen, dass sie die Demo-Route ändert, so dass sie nicht an Davidwache vorbeiführt“ und das sei dem Anmelder so dann auch vor 15.00 Uhr am 21.12. übermittelt worden, wonach man angeblich vereinbart hätte, „die Demo um 15:15 Uhr loslaufen zu lassen“ – so stünde es im Wortprotokoll des Innenausschusses und so wurde es am 6.1. von der Polizeiführung auch mitgeteilt. Für Schäfer gebe es zudem auch keinerlei Gründe, die offizielle Darstellung der Polizei anzuzweifeln, weil man ja gesehen habe, wie die Autonomen dann auch mit Steinen warfen.

Was jeder von ihnen dabei aber unterschlägt, ist die tatsächliche Reihenfolge der Ereignisse, also Wer Was Wann getan und zu Wem gesagt hat und vorweg: Eine endgültige Klärung dieser offenen Fragen konnte im Gespräch mit Rechtsanwalt Andreas Beuth vom 2. Februar 2014 erreicht werden – mehr dazu später.

LINKE unbeliebt

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Zum Schluss wollte ich eigentlich nur noch wissen, ob das Gerücht denn stimme, dass die Hamburger Polizeiführung die LINKEN nicht besonders mag und Schäfer kriegt sich kaum ein vor lachen: „Das ist glaube ich kein Gerücht!“, antwortet er und wo er es doch so lustig findet, frage ich ein zweites mal und ob er hier und jetzt denn mal bestätigen könne, dass die Hamburger Polizeiführung das linke Lager nicht besonders mag und Schäfer antwortet mit ernster Stimme: „Aus naheliegenden Gründen, mag die Polizei selbstverständlich diejenigen nicht, die sich als linke Aktivisten bezeichnen“ (…) „Und ich mag die übrigens auch nicht!“ , sagt Schäfer im Nachgang.

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Somit stelle ich fest, dass der stellvertretender Fraktionsvorsitzende Martin Schäfer (SPD) keine „linken Aktivisten“ mag, wie auch die ganze Polizeiführung keine „linken Aktivisten“ mag und ich stelle weiterhin fest, was ein linker Aktivist überhaupt ist.

Zunächst: „Ein Linker ist jemand, der wenn zugehörig zur politischen Linken sich für die Gleichheit aller Menschen (gleiches Recht für alle) einsetzt“ und ein „Aktivist“ ist jemand, der mit viel Elan und Aktivismus sich für die Durchsetzung bestimmter Ziele einsetzt, wonach ein „Linker Aktivist“ also eine Person ist, die sich mit viel „Elan und Aktivismus“ für die Gleichheit aller Menschen einsetzt, was meines Erachtens weder böse noch gefährlich ist.

-> http://de.wikipedia.org/wiki/Aktivist

-> http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Linke

Legt man nun die Äußerung vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Martin Schäfer (SPD) zu Grunde, könnte man meinen, dass die Hamburger Polizeiführung nur solche Menschen mag, die ohne Elan und Aktivismus keine besonderen Ziele verfolgen und zu allem „Ja und Amen“ sagen, egal was der Staat ihnen so auftischt. Das zumindest wäre das Gegenteil von dem, was die SPD und Polizeiführung – nach Angabe von Herrn Schäfer – gerade NICHT mag.

Böse Geister

Im abschließenden Interview nach dem Ende der Diskussion machte Morche sehr deutlich, dass es noch viel Arbeit gebe, die offenen Fragen zu klären und appelliert an beide Seiten, wenigstens einander zuzuhören, wenn man schon den Schritt nicht wagt, aufeinander zuzugehen.

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Ob ein Beispiel wie in Italien möglich wäre, frage ich Morche und erzähle ihm von den italienischen Polizisten, die ihre Helme abnahmen und sich in die 1. Kette der Demonstranten mit einreihten, eine Geste der Freundschaft, „die Polizei dein Freund und Helfer“, ist das so unmöglich?

„Wenn man sich die Pressemitteilung der kritischen Polizisten anschaut, wird deutlich, dass es innerhalb der Polizei hier in Hamburg einen anderen Geist gibt“, antwortet Morche und bezweifelt, dass eine schnelle Versöhnung möglich ist.

„Wenn diejenigen, die auf Gewalt aus sind, keine Gelegenheit bekommen, ihre Gewalt auszuleben, weil Staatsmacht und Polizei souverän reagieren, wie beispielsweise einfach nur zur Seite geht, die Geschäfte und die Passanten schützt, vielleicht wäre dann alles anders gekommen“, sagt Morche und wirkt am Ende doch etwas ratlos darüber, wie es denn nun weitergeht, wie die Fronten zueinander finden können, wie es gelingt, die Interessen der Streitparteien zum Wohle aller zu vereinen, „aber das wird wohl noch dauern“, sagt der Pastor.

Wunden lecken

Vielleicht müssten dazu auch ein paar der Verantwortlichen (auf beiden Seiten) über ihren Schatten springen und sich klar für das Ein oder Andere bekennen.

„Die Flora redet mit uns nicht“, bemängelt Schäfer und ich frage, was er denn glaube, woran das liegt und ungeachtet des erneuten Zwischenrufes („an Ihrer Einstellung“ – hieß es) konnte auch Schäfer hierzu keine abschließende Antwort finden. Für ihn sei nur klar. Gewalt gebe es so oder so – egal wem die Flora gehört.

„Vielleicht müssen die Wunden erst noch etwas heilen“ (auf beiden Seiten), glaubt Morche und ja, vielleicht müssen beide Seiten dazu noch etwas beitragen – sofern der Wille dazu überhaupt besteht.

Wenn die Polizei anfängt sich einzugestehen, am 21. Dezember einen Fehler gemacht zu haben, sie sich dafür entschuldigt und zugibt, durchaus Mittel und Wege gehabt zu haben, diese fast 700 Verletzten zu verhindern, dann wäre dies – meines Erachtens nach – auch ein sehr guter Schritt in diese Richtung.

Ob es je dazu kommt und was Anwalt Andreas Beuth dazu sagt, erfahrt Ihr im Teil 3 meines Berichts dann nächste Woche. Darin dann auch das ausführliche Interview mit dem Anwalt der Roten Flora nebst allen bis dahin noch unveröffentlichten Videos der letzten 6 Wochen.

Max Bryan

17. Februar 2014

Das Video zum Bericht und zur Debatte gibt es hier –>

http://www.youtube.com/watch?v=GCJAyezRBt4&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg

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Darin auch ein überraschendes Statement von Martin Schäfer (SPD), wonach er vor laufender Kamera bestätigt, dass die Rote Flora „für alle Zeiten ein selbstverwaltetes Kulturzentrum bleibt.“ (…) „Flora bleibt!“ kommt aus seinem Munde – und er gibt dieses Versprechen in einer Kirche, was für ein Abend!

Alle weiteren Highlights aus dem Video in einer Zusammenstellung mit direkter Verlinkung zu den spannendsten Stellen im Clip gibt es hier –>

https://www.facebook.com/notes/max-bryan/hamburg-nach-der-gewalt-suche-nach-dialog/735352239816027

Polizeigewalt in Hamburg – Chronik einer Krise

Was im Dezember wirklich geschah

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Ein Recherchebericht von Max Bryan

Es waren die schwersten Krawalle in Hamburg seit 20 Jahren. Was als friedliche Demo für den Erhalt der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel begann, endete in einem Desaster mit fast 700 Verletzten, 20 davon schwer. Wie konnte es dazu kommen? Und aktueller noch: Was kam danach?

Sonderrechtszonen, Polizeiwillkür, Gefahrengebiete, Ausnahmezustand. „Das Grundgesetz ist erledigt“, sagte ein Polizist erst neulich noch vor laufender Kamera und eine Welle der Empörung schwappte durchs Land und auch weit darüber hinaus. US-Botschaften warnten vor Reisen nach Deutschland, internationale Medien berichteten über besorgniserregende Zustände in Deutschlands nördlichster Metropole und Hamburgs Politiker wirkten hilflos, denn am Ende blieb allen nur eine einzige Frage: Wer regiert eigentlich diese Stadt? Die Polizei oder das Parlament?

80.000 Menschen unter Generalverdacht. Die Bürgerschaft ist irritiert, fordert Aufklärung und Mitsprache und bleibt doch machtlos. Selbst der Bürgermeister kann nichts tun – die Polizei steht über allem. Sie darf alles und sie tut alles. Anwohner fühlen sich schikaniert, überwacht und gedemütigt. Ein Albtraum für die so freiheitsliebenden Menschen in der Stadt und die gute Nachricht ist – der Spuk ist vorbei – das Diktat hat ein Ende.

Mit Wirkung vom 13. Januar wurden sämtliche Gefahrengebiete aufgehoben – weit schneller als erwartet. Der öffentliche Druck war groß und auch die Demo vom 18. Januar dürfte ihren Anteil daran haben. Hamburgs Gesetz über die Gefahrengebiete, auf dessen Grundlage seit nunmehr acht Jahren drastische Eingriffe in elementare Freiheitsrechte der Bürger und Bürgerinnen stattfinden, gehört abgeschafft oder zumindest korrigiert! Es kann nicht angehen, dass die Hamburger Polizei machen kann was sie will!

Was mit dem 21. Dezember in Hamburg begann, MUSS Konsequenzen haben! Polizeiberichte wurden verfälscht in Umlauf gebracht, Tatsachen manipuliert und verdreht. Das Vertrauen in die Redlichkeit der Hamburger Polizei ist zu tiefst erschüttert. Neues Vertrauen wächst nur durch rückhaltlose Aufklärung aller umstrittenen Vorgänge und ich schlage vor, mit dem 21. Dezember zu beginnen.

Nachfolgender Recherchebericht zeigt die Chronologie der Ereignisse dieses Tages erstmals auch lückenlos und aus der Perspektive unbeteiligter, neutraler Augenzeugen, deren beweiskräftiges Material deutlich macht, dass die Geschichte des 21. Dezembers eine andere ist, als von Polizei und Senat bislang vertreten. Sämtliche Medien, die den ersten Polizeibericht vom 22.12. blind übernommen und/oder abgeschrieben haben, müssen eine Gegendarstellung drucken und/oder ihre Berichte korrigieren. Die darin beschriebene Darstellung ist nicht nur lückenhaft, sie ist auch falsch – und zwar was Uhrzeit und Reihenfolge der Ereignisse anbelangt.

I. Chronik der Ereignisse

(gemäß Augenzeugenbericht und Videobeleg)

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Am 21. Dezember 2013 fand in Hamburg eine Demonstration für den Erhalt des besetzten Kulturzentrums Rote Flora, für ein Bleiberecht für Flüchtlinge, gegen Rassismus und Gentrifizierung, im Speziellen im Fall der Esso-Häuser statt. Schon kurz nach Beginn der Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, bei denen zahlreiche Personen verletzt wurden.

Laut Angaben der Polizei habe man den Aufzug gestoppt, nachdem die Beamten mit Gegenständen beworfen wurden. Spätere Erkenntnisse belegen jedoch das Gegenteil.

Zeugen berichten:

Video 1: –> http://www.youtube.com/watch?v=uKBzzygVRZ0

Video 2: –> http://www.youtube.com/watch?v=rvQGQhxfDhc

Beide Videos zeigen ein und dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln.

Das 1. Video zeigt die Chronik der Ereignisse ungeschnitten und zwar von der ersten Minute vor dem Starten der Demo bis zum 1. Einsatz des Wasserwerfers und Danke an den Kameramann (wer immer Sie sind) für diese lückenlose Dokumentation der Ereignisse vor Ort. Das Video dieses Mannes zeigt den kompletten Verlauf zu Beginn der Konfrontation zwischen Polizei und Demonstranten und wird von dem Mann, der die Kamera bedient aus dem „Off“ auch kommentiert. Seine Bilder und seine Worte zeigen eindeutig, dass die bisherige Darstellung der Polizei und der Medien nicht stimmt!

Der offizielle Polizeibericht sowie ein N24-Interview mit Polizeisprecher Mirko Streiber sagt aus, Zitat: „Die Demonstranten haben uns beworfen und daraufhin wurde die Demonstration gestoppt“. (Quelle: N24) Das Video und der Kommentar der Amateur-Kamera vor Ort zeigt aber genau das Gegenteil, nämlich, dass die Demonstranten losliefen (angeblich zu früh) und deshalb schnellen Schrittes die Beamten herbeieilten und sich den Demonstranten in den Weg stellten, respektive die Straße versperrten. ERST DANACH – nachdem die Straße versperrt und die Demo gestoppt war – flogen erste Böller in Richtung Wasserwerfer der Polizei. Offenbar waren die Demonstranten verärgert und wütend darüber, dass ihre zuvor ordnungsgemäß angemeldete Demo gestoppt wurde und die Polizei sich ihnen in den Weg stellt.

Alles was danach kam, ist dieser ursprünglichen Blockade geschuldet und die Frage ist a) wer hat wann diese Blockade angeordnet und b) aus welchem Grund bzw. mit welcher Notwendigkeit ist dies geschehen?

Angeblich war die Polizei nicht vorbereitet auf das abrupte loslaufen der Demonstranten und hat den Aufzug deshalb gestoppt. Kann das stimmen?

Standbilder aus den Videos: (Bild für Bild)

21.12.2013

14.00 Uhr: Noch hat die Demo nicht begonnen. Weit über 1000 Menschen haben sich aber im Gebiet um die Rote Flora versammelt. Alles ist friedlich. Auch Kinder sind vor Ort.

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Spekulatius statt Spekulanten ..

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Ein buntes Völkchen zieht auf …

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Mit Trommeln und Trillferpfeifen demonstrieren sie unter anderem für den Erhalt der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel

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14.30 Uhr: 3200 Demonstranten sind vor der Roten Flora versammelt. Die Polizei schätzt: 25 Prozent bürgerliches Klientel.

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14.32 Uhr: Die Polizei hat eine Verfügung erlassen: Der Protestzug darf NICHT wie geplant über die Reeperbahn ziehen. Als Grund hierfür wird der Angriff auf die Davidwache am Tag zuvor genannt.

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Anmerkung: Ich persönlich halte diese Maßnahme für eine Provokation um Unruhe unter den Demonstranten zu stiften. Zum einen weil die Entscheidung zur Änderung der Route schon seit ca. 11.00 Uhr getroffen wurde, aber erst kurz vor Beginn der Demo dem Anmelder gegenüber bekannt gegeben wurde und zweitens: Was hat eine Tat vom Vortag mit dieser rechtmäßig angemeldeten Demo zu tun? Gab es irgendwelche Beweise, dass die Angriffe auf die Davidwache vom 20.12. von irgendwelchen Teilnehmern dieser Demo verübt wurden? Nein, gab es nicht!

14:35 Uhr -Mannschaftswagen, Wasserwerfer und schweres Räumgerät parken schon eine Stunde vor Beginn der Demo an der Ecke Schulterblatt / Max Brauer Allee. Die Hälfte aller rund 3000 Einsatzkräfte ist am Aufmarschpunkt versammelt (lange schon bevor die Demo begann)!!!

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Fotos: MaxBryan.com

15.25 Uhr: Erst hier setzt der Live-Ticker der Zeitung wieder an und berichtet von schweren Unruhen, woraufhin der Polizeieinsatz startet und Wasserwerfer auffahren.

Quelle: http://www.mopo.de/polizei/live-ticker-hamburg–alle-infos-zur-gross-demo,7730198,25685678.html

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Anmerkung: Die Zeit zwischen 14.59 Uhr und 15.25 Uhr ist weder im Polizeibericht noch in den Medien dokumentiert. Es wird nicht beschrieben, was in dieser Zeit passiert ist und wie es überhaupt dazu kam, dass der Polizeieinsatz gestartet wurde und die Wasserwerfer auffahren mussten.

Der selbe Zustand auch in der Pressemitteilung der Polizei. Auch dort wird nicht beschrieben, was sich explizit in diesem Zeitraum von 14.09 Uhr bis 15.25 Uhr ereignet hat. Siehe hier: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/2626510/pol-hh-131222-1-demonstrationen-in-hamburg?search=flora (zuletzt eingesehen am 6.1.2014)

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Was der Polizeibericht und die Medien auslassen, übernehmen Tage später zahlreiche Augenzeugen, deren Videomaterial ich nun Bild für Bild wiedergebe:

21.12.2013 15:05 Uhr – Die Demonstration steht noch. Die Auftaktkundgebung ist gerade vorbei und gleich müsste es losgehen. Die Polizei wusste, dass sich ab 15.00 Uhr der Aufzug in Bewegung setzt und vereinbart war, dass man kurz vorher, bevor der Aufzug losläuft, noch einmal bescheid sagt, damit die Polizei den Verkehr regeln kann.

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Telefonat zwischen Demo-Anmelder und Polizei um ca. 15.05 Uhr, Zitat: „Wir wollen jetzt dann losgehen“ und die Polizei antwortet: „Ok, wir brauchen noch 3-4 Minuten“ (angeblich zum Absperren des Querverkehrs) und der Anmelder sagt: „Ok, wir laufen dann in 3-4 Minuten los“ – Zitat Ende.

Quelle: Rechtsanwalt Andreas Beuth im Telefon-Interview vom 9.1.2014

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Ein Blick in Richtung Bahnbrücke am Schulterblatt zeigt, dass bereits zu diesem Zeitpunkt der Weg versperrt war und das obwohl es keinerlei Unruhen zu diesem Zeitpunkt gab und die Demo auch noch nicht losgelaufen war. –>

http://www.youtube.com/watch?v=qA3FlsgRAbw

Zwischen 15:05 und 15:09 gab es (angeblich) keine erneute Rücksprache zwischen Polizei und Anmelder. Man ging klar davon aus, mit Ablauf der 3-4 Minuten dann auch loslaufen zu dürfen – so war es abgesprochen und so habe man dies dann auch kommuniziert und durchgeführt.

Ob man innerhalb dieses Zeitfensters von 3-4 Minuten möglicherweise 1 Minute zu früh losgelaufen ist, „könne im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden“. Niemand habe an diesem Tag nach „Stoppuhr“ gearbeitet, erklärt Rechtsanwalt Beuth, der den Anmelder der Demo in dieser Angelegenheit vertritt.

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21.12.2013 Gegen 15:09 Uhr Gemäß der Absprache und nach Ablauf der 3-4 Minuten setzt sich der Aufzug in Bewegung in Richtung Bahnbrücke am Schulterblatt. Laut Polizeibericht geschieht dies um 14.09 Uhr. In Wahrheit aber ist es 15.09 Uhr, denn um 14.09 Uhr hatte noch nicht mal die Auftaktkundgebung so richtig begonnen und schon die lief friedlich eine gute Stunde lang. Die Angabe der Uhrzeit „14:09 Uhr“ im Polizeibericht ist demnach falsch.

Beleg:  http://www.youtube.com/watch?v=rvQGQhxfDhc

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15:09:30 Uhr: Die Polizei behauptet, sie sei von Beginn an mit Gegenständen  beworfen worden. Zitat: „Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt.“

Laut beiliegendem Video sowie Video Nummer 2 –> http://www.youtube.com/watch?v=uKBzzygVRZ0 war es aber genau umgekehrt. ZUERST wurde der Aufzug gestoppt und DANN erst flogen erste Böller in Richtung Polizei. Darüber hinaus hatten die Beamten zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Helme auf, was dafür spricht, dass zu Beginn auch noch gar kein Bewurf stattfand!

Beleg: Video s.o.

Beweis: Stellungnahme der Verantwortlichen vom 6.1. (siehe Abschnitt III dieses Berichts).

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15:09:45 Uhr: Die Beamten setzen ihre Helme auf und der Aufzug wird gestoppt. Zu diesem Zeitpunkt war augenscheinlich und gemäß diesem Video nicht ein einziger Stein geflogen und trotzdem wurde die Versammlung gestoppt und die Frage ist warum? Mit welchem Recht hat  sich die Hamburger Polizei einer ordnungsgemäß angemeldeten Demo in den Weg gestellt?

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Rechtsanwalt Beuth berichtet zudem: Die Beamten haben mit ihren Schlagstöcken „in die Menge gestochen“, d,h. in die erste Reihe der Demonstranten „hineingestochert“. Wohl um deutlich zu machen, dass die Demonstranten sich zurück in die Schanze bewegen sollen.

Ein weiterer Szenekenner berichtet hierzu: „Ich habe solches Stechen mit der kurzen Spitze der Tonfa schon selber mehrfach beobachtet. Dabei machen die Polizeibeamten das regelmäßig bei direktem Körperkontakt, innerhalb einer Gruppe und dann in Bauchhöhe, so daß es kaum jemals zu sehen ist. Ähnlich heimtückisch, wie völlig unvermittelte Faustschläge von hinten aus der 2. Polizeireihe und Pfeffersprühen aus der 2. Reihe. Auf Publikative.org wurden Photos veröffentlicht, welche diese Darstellung unterstützen. Dort ist zu sehen, wie Beamte mit der Tonfa in genau dieser Handhaltung unmittelbar vor der ersten Demoreihe stehen.

http://www.publikative.org/2013/12/23/hh2112-die-polizei-die-medien-und-die-gewalt/

15:10:30 Uhr: Die Polizei drängt die Demonstranten zurück in die Schanze. Ein mögliches Indiz dafür, dass der Einsatzleiter nie vor hatte, die Demo aus dem Viertel raus zu lassen und das obwohl die Demo ordnungsgemäß angemeldet war und immer noch fliegen keine Steine!!!

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Selber Zeitpunkt zurück (ebenfalls 15.09 Uhr), andere Perspektive. Ein weiterer Augenzeuge filmt den Ablauf der Ereignisse mit seiner Kamera von der Kreuzung Max Brauer Allee aus und blickt direkt auf die Bahnbrücke am Schulterblatt. Er macht diese Aufnahmen und kommentiert wie folgt, Zitat: „Demo hat sich kurz in Bewegung gesetzt…. sofort liefen Beamte der Demonstration entgegen und verstellten den Weg“

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=uKBzzygVRZ0

Frage: Warum wurde der Aufzug zu Beginn gestoppt?

Angesagt war, dass die Demo sich ab 15:00 Uhr in Richtung Bahnbrücke und Altonaer Straße in Bewegung setzt. Zu diesem Zeitpunkt war aber der Querverkehr aus der Bartelsstrasse und der Vereinsstrasse noch nicht mal gesperrt und die Frage ist warum?

Hatte man nie vor, den Aufzug soweit kommen zu lassen? Wurde der Querverkehr deswegen nicht gesperrt?

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Laut Aussage des Rechtsanwalts Andreas Beuth war die Altonaer Strasse bereits seit 13.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Lediglich der sogenannte „Querverkehr“, also Fahrzeuge, die aus zum Beispiel der Bartelsstrasse hätten kommen können, waren noch nicht geregelt und Beuth sagt: „Das hätte man binnen kürzester Zeit erledigen können, indem man da einfach einen Streifenwagen hinstellt“ und bis die Demo dort angekommen wäre, vergehen ja auch noch Minuten. Zudem bleibt die Frage, warum der Querverkehr selbst 1 Stunde nach Beginn der Demo immer noch nicht abgesperrt war. Beuth glaubt, dass dies nicht geschah, weil man nie vor hatte, die Demo bis dahin kommen zu lassen. Die ganze Absperr-Diskussion sei nur ein Vorwand, um das Aufstoppen der Demo zu rechtfertigen.

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Hier die Szene aus einer anderen Perspektive und klar erkennbar auch, dass die Polizisten ihre Helme noch nicht aufhatten und eiligen Schrittes Richtung Bahnbrücke liefen. Der Beamte hier rechts vorn im Bild, greift gerade nach seinem Helm.

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Rechtsanwalt Beuth: „Selbst wenn es zuträfe, dass die Polizei den Weg versperrte, weil der Querverkehr noch nicht geregelt war, stellt sich trotzdem die Frage, warum man direkt und gleichzeitig auch versucht die Menge zurück in die Schanze zu drängen UND keinerlei Erklärung für das Aufstoppen der Demo (via Lautsprecher) gegeben wurde.

Es wäre ein leichtes gewesen, via Megafon bekannt zu geben, Zitat (beispielhaft): „Wir bitten um einen Moment Geduld, es geht gleich weiter, wir sperren noch die Straße, danach geben wir den Weg wieder frei – bleiben Sie bitte ruhig, alles ist gut“ … oder dergleichen aber NICHTS davon ist geschehen. Keinerlei Durchsage, keine Ansage, warum der Zug gestoppt wurde. Stattdessen setzt die Polizei auf Rückwärtsbewegung und versucht die Menge in die Schanze zurück zu drängen und zwar OHNE JEDE ANSAGE warum und wieso das geschieht!

Frage: Warum hat es keine Durchsage  gegeben, die erklärt, warum der Aufzug gestoppt wurde? Hatte man gehofft, dass der schwarze Block an der Spitze der Demo sich – mangels Durchsage und kommentarlosem aufstoppen der Demo – provoziert fühlt und daraufhin irgendeinen Fehler macht, der anschließend die Auflösung der Demo rechtfertigt? War das der Plan?

 MaxBryan-Demo-Eskalationsmoment-4b-15Uhr11Quelle: youtube

Thomas Wüppesahl, Ex-Kriminalbeamter ist sich sicher, dass die Ausschreitungen gewollt waren. Seiner Meinung nach war von Beginn an gewollt die Demo nicht laufen zu lassen. Zitat: „Die marschieren hier nicht raus“, soll ein Beamter in seinem Beisein gesagt haben […] Und: „Wer die polizeilichen Einsatztaktiken kennt, die aufgefahrenen Gerätschaften gesehen hat und weiß, dass die Hälfte aller eingesetzten Kräfte am Aufmarschpunkt gestanden haben, dem ist klar, die Route war zu. Die Versammlung sollte nie stattfinden“, so der ehemalige Kriminalbeamte Thomas Wüppesahl im Interview mit der TAZ.

http://www.taz.de/Kritischer-Polizist-ueber-Hmburg/!130556/

Auch Rechtsanwalt Beuth kennt einem Zeugen, der das selbe gehört haben will.

15:09 Uhr + 1m 23s: „Haut ab, Haut ab …“ rufen die Demonstranten den Polizisten entgegen, die sich ihnen weiterhin in den Weg stellen. Erst jetzt fliegen auch die ersten Böller in Richtung Polizei.

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15:09 Uhr + 1m 47s: Eine unbekannte Person mit „Knopf“ im Ohr. Frage: Wie viele Zivilpolizisten, Staatsschützer und V-Leute waren am 21.12. vor Ort im Einsatz und was war ihr Auftrag? Die TAZ zitiert einen Informanten aus Polizeikreisen, der gesagt haben soll: „Alles läuft nach Plan“. Frage: Stimmt das und wenn ja, was hat er damit gemeint? War von Beginn an geplant, die Demo nicht aus dem Viertel rauskommen zu lassen?

–> Quelle: http://www.taz.de/Flora-Krawalle-in-Hamburg/!130045/

„Zur Wahrheit gehört auch, dass die Polizei die Demonstration offensichtlich nie beginnen lassen wollte.“ (n-tv) http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Was-alles-nicht-gesagt-wird-article11969856.html

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15:09 Uhr + 1m 59s: Ein Böller explodiert mitten zwischen den Polizisten. Frage: Wer hat diesen Böller geworfen und kann die Polizei zu 100% garantieren, dass dies KEIN sogenannter „Agent Provocateur“ war? Und wenn ja, warum? –> http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Provocateur

Wäre es denkbar, dass der 1. Stein, die 1. Flasche, der 1. Böller an diesem Tag von einem solchen Agenten geworfen wurde, damit andere sich dem anschließen und hierdurch einen Grund liefern, die Demonstration aufzulösen? Hier bitte mal lesen –>

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article1665966/Wir-werden-von-der-Politik-verheizt-Polizisten-erzaehlen.html

In diesem Bericht des Hamburger Abendblattes behauptet ein Polizist, Zitat: „Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann“ – Zitat Ende.

MaxBryan-Demo-Eskalationsmoment-9-15Uhr1215:09 Uhr + 2m 15s: Der erste von vier Wasserwerfern fährt vor (die alle schon um die Ecke parkten) und bewegt sich in Richtung Bahnbrücke am Schulterblatt. Und das nur ganze 2 Minuten 15 Sekunden nachdem die Demo überhaupt begonnen hatte! Frage: Warum dieser Wasserwerfer so früh und zu Beginn, wo gerade mal ein Böller zu hören war? Hätte man der Situation nicht noch eine Chance zur Deeskalierung geben können? Warum diese harte Tour, wo die Beamten doch wissen, dass diese Maßnahme die Stimmung gegen die Polizei erst recht so richtig anheizt? Man gewinnt den Eindruck, dass dies so gewollt war. „Lieber eine Schlacht in der Schanze, als anderswo“, war dies der Plan?

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15:09 Uhr + 2m 52s: Und gleich noch einer hinterher. Wasserwerfer Nummer 2 folgt auf dem Fuß nach nur 37 Sekunden. Doppelt hält wohl besser, oder wie? War das wirklich notwendig? Oder geschah das nur, weil es nach „Plan“ so auch laufen sollte?

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15:09 Uhr + 3m 15s:Der Augenzeuge kommentiert die Bilder mit den Worten: „Ich glaube das geht nicht gut aus heute“ und ja, Lieber Unbekannter, es ging nicht gut aus und die Polizei hat alles dafür getan, dass es dazu kam!

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15:09 Uhr + 3m 30s:Eine weitere Kamera macht diese Bilder vom Einsatz des Wasserwerfers am Eingang zur Bahnbrücke am Schulterblatt. Ganze 3 Minuten 30 Sekunden waren seit dem Aufstoppen der Demo bis dahin vergangen.

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15:09 Uhr + 4m 00s:Wasserwerfer schießt über die Köpfe der Kollegen hinweg und drängt die Demonstranten zurück in die Schanze. Quelle: SHZ.de

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15:09 Uhr + 4m 47s:In nur 4 Minuten und 47 Sekunden wurde die Demonstration mittels Einsatz des Wasserwerfers gut 30 Meter zurück in die Schanze gedrängt.

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15:09 Uhr + 13m 37s: Die Wasserwerfer stehen und ein Augenzeuge berichtet: „Von hinten kommen jetzt noch mehr Gerätschaften und auch noch ein Wasserwerfer, ein Dritter und ein Vierter …

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15:09 Uhr + 14m 00s: Die Demonstranten wurden bis weit hinter die Brücke in die Schanze zurückgedrängt. Der Weg ist versperrt und die Demonstranten sind wütend. Erste Steine und Flaschen fliegen.

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15:23 Uhr: Die Polizei antwortet mit Beschuss durch Wasserwerfer. 500 Demonstranten werden verletzt.

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Frage: Was das notwendig? Trägt diese Vorgehensweise zur Deeskalation der Lage bei?

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 Im Einsatz sind die neuen (blauen) Wasserwerfer …

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Ein durch Wasserwerfer verletzter Aktivist….

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Fast 700 Menschen werden verletzt.

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Einige davon so schwer, dass sie noch vor Ort in ärztliche Behandlung mussten. So wie dieser Junge hier, der von einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen wurde und der am Boden liegend noch mehrere Fußtritte ins Gesicht bekam.

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Foto: Max Bryan

Dieser Junge war nicht vermummt und hat auch keine Steine geworfen. Er stand mit 5 anderen Freunden in vorderster Reihe um für den Erhalt der Roten Flora zu demonstrieren.

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Wer diesen Jungen so zugerichtet hat, machte keinen Unterschied zwischen denen, die Steine werfen und denen, die nur friedlich demonstrieren wollten.

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Einer der Sanitäter vor Ort beschreibt seine Eindrücke vom 21.12. wie folgt, Zitat:

„Selbst die Bundesrepublik ist längst keine rosarote Idylle der Menschenrechte. Das gezielte Herausgreifen von einzelnen Straftätern aus der Demo sieht in der Praxis oft ganz anders aus. Wenn Wurfgeschosse aus der Masse herausfliegen und ein Kollektiv von Beamten dann wie eine „wildgewordene Horde Hooligans“ in den Mob hineinstürmen und auf die vorderen Reihen einschlagen, nimmt man eben genau solche schlimmen Verletzungen bei Unbeteiligten mit in Kauf.

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Auch viel im Einsatz: Pfefferspray  …

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In rauhen Mengen …

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Und der bayerische Kollege darf auch noch mal …

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Ob das nun Zweck der Sache ist oder nicht aber die Selektion bei der Taktik funktioniert oftmals nicht. Die Annahme, dass die Gewaltausübung gegenüber Versammlungsteilnehmern ausschließlich mit der Bedingung an eine gewisse Vorgeschichte geknüpft ist, ist schlichtweg unrealistisch. Polizisten sind nun mal auch nur Menschen und man findet demnach unter diesen eben auch welche, die gezielt Gewalt suchen“ (…)

Und weiter:

„Ein Kollektiv „autonomer Aktivisten“ impliziert nicht automatisch Gewalt. Und auch andersrum. Das ist vielmehr personenbedingt ob nun ein Demonstrationsteilnehmer aus den Reihen der „Autonomen“ oder anderswo zu Gewalt greift. Ebenso ist, als Beispiel, die „Antifa“ keine homogene Masse die klischeehaft aus militanten „Steinewerfen“ besteht. So etwas zu pauschalisieren und Mitmenschen an den Rand zu drängen ist gefährlich.“ – Zitat Ende.

Und dem kann ich mich nur anschließen!

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Es ist schlichtweg falsch und menschenverachtend, wahllos auf die ersten Reihen der Demonstranten einzuprügeln, nur damit die einen Platz freigeben, der zuvor noch von der Versammlungsbehörde für die Demonstration genehmigt wurde.

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Pfefferspray, Schlagstock und Wasserwerfer – die Beamten zogen alle Register um die Versammlung niederzuschlagen.

II. Offene Fragen

1.) Gleich nachdem die Beamten so gegen 15.12 Uhr den Aufzug gestoppt hatten, tritt Polizeisprecher Mirko Streiber vor die Kamera einer N24-Reporterin und berichtet, Zitat: „Mittlerweile haben wir hier über 7000 Teilnehmer vor Ort, alle hoch aggressiv. Dann ist der Zug plötzlich losgelaufen, das war so nicht abgesprochen und dann sind wir schwer getroffen worden, mit Böllern und Pyro und haben den Aufzug deswegen jetzt auch gestoppt und müssen jetzt leider auch den Wasserwerfer einsetzen“

Er fügte dann noch hinzu, die Lage erst einmal „beruhigen zu wollen“

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Frage: Ist der Einsatz eines Wasserwerfers dazu geeignet, eine Lage zu „beruhigen“? Ist nicht eher davon auszugehen, dass gewaltbereite Autonome dann erst recht zur Gegenwehr übergehen und dann alles nur noch schlimmer wird? Warum wurde von Beginn zur Eskalation der Lage beigetragen? Die Polizei hat genau das getan, was die Autonomen so hassen und wundert sich über deren Reaktion?

Die Polizei hat an diesem Tag agiert. Die Demonstranten haben reagiert.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gruppendynamik auf Demonstrationen kann man hier nachlesen –> http://m.heise.de/tp/artikel/40/40567/  Zitat: „Unbewaffnete Deeskalationsteams, Streetworker und beschwichtigende Lautsprecherdurchsagen bringen Stott zufolge weit mehr als eine knüppelschwingende Phalanx von Polizisten.“[…] Und: „Seine Forschungsergebnisse rund um das EMIS zeigen, dass Menschenmassen rational handeln, wenn die Polizei selbst ebenso rational handelt. Daher trage die Polizei häufig die Hauptschuld, wenn Hooligans oder aufgebrachte Mobs ganze Innenstädte auf links drehen oder Aufstände eskalieren. […]

Und: „Wenn die Polizei schon im vornherein davon ausgeht, dass die Massen gewaltbereit sind, dann tritt sie entsprechend auf und schürt somit das Gewaltpotential – das polizeiliche Säbelrasseln führt zu einer gefährlichen „Self-Fulfilling Prophecy“, und ich finde, das ist eine gute Beschreibung für das, was wir auch vor und während dem  21.12. erlebt haben. Die Hamburger Polizei hat schon über die Medien ankündigen lassen, dass mit großer Gewalt zu rechnen ist und wundert sich dann, dass die Autonomen nicht im Engelskostüm erscheinen?

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Die Demonstranten waren – wie zu erwarten – schwarz gekleidet und gaben sich nach außen hin martialisch. Sie waren laut und entschlossen und das nicht nur, weil es von ihnen so auch erwartet wurde, sondern weil es genau so von ihnen selbst auch angekündigt war. Zitat: „Wird die Flora geräumt, ist mit massiven Widerstand zu rechnen“ und ich würde sagen, diese Aufnahmen zu Beginn (15.09 Uhr) zeigen genau das – lauten und massiven Widerstand, nur von Angriffen auf die Polizei war (zu diesem Zeitpunkt) absolut nichts zu sehen. Erst als die Polizei sich den Demonstranten in den Weg stellte, begann der Unmut darüber zu wachsen und erste Böller flogen und meiner Meinung nach wusste jeder Polizist, dass es genau dazu kommen würde, dann nämlich, wenn die Polizei sich den Demonstranten in den Weg stellt.

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2.) Gegen 15:12 Uhr: Polizeisprecher Mirko Streiber berichtet: “Wir wurden massiv angegriffen, daraufhin wurde der Aufzug gestoppt”. Videos von Augenzeugen zeigen aber genau das Gegenteil.  Erst wurde der Aufzug gestoppt, danach erst flogen Böller und Pyro, wohl aus Unmut darüber, dass der Aufzug gestoppt wurde.

Das nachfolgendes Video eines anderen Augenzeugen zeigt den exakten Zeitpunkt der Eskalation, respektive des Loslaufens der Demonstranten am 21.12. um 15:09 Uhr –> http://www.youtube.com/watch?v=rvQGQhxfDhc

UND zu diesem Zeitpunkt sind lediglich lauthals skandierende Demonstranten zu sehen, nicht aber Steinwürfe oder sonstiger Bewurf gegen die Beamten, weshalb die Behauptung: „Wir wurden beworfen und haben daraufhin den Aufzug gestoppt“ so nicht stimmt. Der Bewurf fand augenscheinlich erst dann statt, NACHDEM der Aufzug gestoppt wurde und nicht schon vorher – die Sichtung beider Videos lassen keinen anderen Schluss zu!

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Frage: Warum wurde im Polizeibericht behauptet, dass der Aufzug gestoppt wurde, weil ein Bewurf stattfand? Das Video zeigt doch genau das Gegenteil, also wer hat diesen Falschbericht getätigt und zu verantworten?

Augenscheinlich wurde das Werfen von Gegenständen erst durch das Stoppen der Demo provoziert, weil die Demonstranten sauer waren, dass es nicht weiterging und auch wenn es falsch ist, daraufhin die Polizei zu bewerfen, muss die Frage erlaubt sein, wer das provoziert hat! Haben die Beamten erwartet, dass eine Menge entschlossener Autonomer friedlich bleibt, wenn man deren Recht auf Versammlung unterbindet? Jeder wusste doch, dass die Autonomen nicht friedlich bleiben, wenn man sich ihnen in den Weg stellt und die Frage ist, ob das so auch gewollt war? Lieber eine Schlacht in der Schanze als anderswo? War das der Grund, warum die Demo gleich zu beginn gestoppt und in die Schanze zurückgedrängt wurde?

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Hier noch einmal der exakte Zeitpunkt des 1. Böllers um 15:10:23: Der 1. Böller fliegt in Richtung Polizeisperre. Offenbar aus Unmut darüber, dass der Aufzug gestoppt wurde. Es gab auch keine Durchsage, warum dies geschah. Wollte man gezielt Unruhe stiften? Die Gewalt provozieren? Die Demonstranten aus der Reserve locken?

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=sXyUcDFqKTs&t=140

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Hatte man schlichtweg Angst, die Demo in die Stadt zu lassen, weil man befürchtet, dass es dort dann schlimme Randale gibt? Vielleicht wegen der Angriffe auf die Davidwache am Tag zuvor?

Eine Demo zu stoppen, nur weil man GLAUBT, dass etwas passieren KÖNNTE, ist Unrecht!

3000 Polizisten waren vor Ort. Genug Leute, die Demo entlang der Strecke unter Kontrolle zu halten und einzelne Krawallmacher herauszugreifen und entsprechend zu handeln oder EINZELNE in Gewahrsam zu nehmen. Aber das ist nicht geschehen. Die ganze Demo wurde unterbunden und dann wundert man sich über die Reaktion?

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Zitat: „Ein Angriff auf das Demonstrationsrecht, der bei Tausenden unmittelbar Betroffenen zu dem Eindruck führen kann, man müsse dieses Grundrecht zur Not auch mit körperlichem Einsatz erstreiten, gilt in Hamburg ebenso wie in Kiew oder Istanbul.“, schreibt die TAZ. http://www.taz.de/!130385/ obschon auch nicht dazu gehöre, Beamte mit Steinen zu bewerfen!

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Zur Erklärung: Die Demo begann um 14:00 Uhr und um 15:09 Uhr, über eine Stunde später, waren die Zubringer zur unmittelbar angrenzende Altonaer Straße immer noch nicht gesperrt! Wo doch jederzeit das Signal zum loslaufen hätte kommen können und auch das Sperren einer Straße eine gewisse Zeit benötigt. Das nährt den Verdacht, dass man nie vor hatte, die Demo aus der Schanze rauskommen zu lassen. Parkten deshalb gleich 4 Wasserwerfer um die Ecke? Vielleicht, weil man wusste, dass wenn man die Demo blockiert, sich das niemand gefallen lassen würde und es dann zu schweren Ausschreitungen kommt?

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Frage an die Verantwortlichen vom 21.12.: Warum waren die Zubringer zu einer unmittelbar angrenzende Strasse, 1 Stunde nach Beginn der Demo immer noch nicht gesperrt? Bei einer kleinen Demo könnte man dafür noch Verständnis haben, aber da warteten 7000 Menschen darauf loslaufen zu dürfen und wenn das Signal vom Anmelder gekommen wäre: „Jetzt würden wir gern loslaufen“, wären dann erst die Zubringer zur Altonaer Strasse gesperrt worden? Das hätte doch mindestens noch weitere 5 Minuten gedauert – die Zubringer für den Aufzug zu räumen. Hatte man bewusst darauf spekuliert, dass in diesen 5 Minuten, wo man zwangsweise den Aufzug hätte stoppen müssen, weil diverse Querstraßen noch nicht frei waren, dass in diesen Minuten Unruhe ausbricht?

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War von Beginn an geplant, sich der Demo in den Weg zu stellen? Vielleicht indem man die betreffenden Straßen erst dann sperrt, wenn der Zug loslaufen will? Damit alle noch ein bisschen warten müssen? Was hatte man denn geglaubt, was in diesen 5 Minuten passiert, wenn man den Augzug stoppt? Das aufgeheizte Autonome brav 5 Minuten lang warten, bis es weitergeht? Wurde darauf spekuliert, dass innerhalb dieser 5 Minuten der 1. Böller, der 1. Stein, die 1. Flasche fliegt, oder irgendwas passiert, das den Grund liefert, die Demo aufzulösen? War das der Plan?

Teil I dieses Berichts belegt Minute für Minute, was genau in welcher Reihenfolge passierte. Der 1. Böller flog um 15:10:23 Uhr, exakt 1 Minute und 23 Sekunden nachdem der Aufzug um 15:09 Uhr gestoppt wurde und die ganze Zeit riefen die Demonstranten: „Haut ab, Haut ab …“. Hätte man in dieser Zeit denn keine Durchsage machen können? Von Flaschen und Steinen war zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu sehen. Hat man die Demonstranten absichtlich nicht informiert?

Frage: Lag es im Kalkül der Polizeiführung, dass es in diesen wichtigen Minuten nach dem Aufstoppen der Demo NICHT ruhig bleiben würde?

Wenn ja, ist der Plan ja aufgegangen ….und die Einsatzleitung hätte auch 119 verletzte Beamte und 500 verletzte Demonstranten mit zu verantworten. Denn das war das Ergebnis dieser anfänglichen Blockade.

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Wäre der Weg nicht versperrt gewesen, hätte es diese schweren Ausschreitungen zu Beginn der Demo nie gegeben und wenn die Polizei gar nicht da gewesen wäre, ebenso nicht. „Denn wo kein Feind, da keine Steine“. Gewaltbereite Linksautonome mit einer derartigen Maßnahme zu provozieren KONNTE nur im Chaos enden.

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Selber Auffassung ist auch der Kriminalbeamte Thomas Wüppesahl (a.D.) und behauptet gar, die Hamburger Polizei würde mit Rückendeckung der Politik „systematisch lügen“. Seinen Informationen zu Folge war von Beginn an geplant, den Aufzug nicht aus der Schanze rauskommen zu lassen. Gleich von zwei Einsatzführern aus Niedersachsen will er erfahren haben, dass es eine klare Anweisung gab, den Aufzug nicht in die Stadt zu lassen. „Die marschieren hier nicht raus“, soll der Beamte gesagt haben (Quelle: TAZ). Eine junge Kollegin aus Niedersachsen habe sogar geweint, weil sie sich schäme für das Vorgehen ihrer Kollegen, so Wüppesahl im Interview mit der TAZ. –> http://www.taz.de/Kritischer-Polizist-ueber-Hmburg/!130556/

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Wüppesahl wisse auch von Ärzten in Krankenhäusern, die von der Polizei „gezielt unter Druck gesetzt wurden, nichts über die Verletzten und ihre Wahrnehmung des Geschehens mitzuteilen“.

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Weiterhin greift Wüppesahl auch die Pressemitteilung zu den Ereignissen vom 28.12. an. Inzwischen ist bekannt, dass auch der Inhalt dieser Pressemitteilung (und damit schon die zweite) nicht korrekt ist. „Falscher Tatort, falsche Sachverhaltsdarstellung in einer Pressemitteilung der Polizei, nur 13 Stunden nach der Tat. Das ist eigentlich undenkbar“, sagt Wüppesahl und ist sich sicher, dass so etwas nicht aus Versehen geschieht. „Das wird gemacht, weil man hofft, darüber die halbe Stadt in Aufregung zu versetzen, einen Mitleidseffekt zu erzeugen und über „Stimmungen“ neue Tatsachen zu schaffen“ und das habe dann ja auch geklappt, merkt Wüppesahl noch an.

Frage an die Pressestelle der Hamburger Polizei: Wer hat diese Desinformation zu verantworten und wird das Handeln der entsprechend daran beteiligten Personen Konsequenzen haben? Und wenn ja, wann und welche?

Christiane Schneider, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizeiführung: „Die Polizei ist verpflichtet, deeskalierend zu wirken, doch hier hat sie eskaliert. Ich habe den Eindruck, dass es die politische Absicht war, die Demonstration nicht stattfinden zu lassen. Das Grundrecht auf Demonstration habe „erheblichen Schaden erlitten und die gestrigen Krawalle die Spaltung in dieser Stadt verschärft“ (Quelle: Mopo)

3.) Frage an den Anmelder: Entspricht es den Tatsachen, dass zwischen Polizei und Anmelder abgesprochen war, dass der Anmelder telefonisch oder via Funk beim Einsatzleiter „noch einmal bescheid gibt“, bevor die Demonstranten loslaufen? Ja oder Nein und wenn nein, entspricht es den Tatsachen, dass es „gewisse Spielregeln“ gibt, die „jeder kennt“ (sagt Streiber) und wurden Sie – der Anmelder der Demo – über diese Spielregeln belehrt, fand eine Absprache / Belehrung diesbezüglich statt?

Also wurde der Anmelder seitens der Polizei / der Versammlungsbehörde entsprechend belehrt, dass er vor Beginn des Loslaufens der Demonstranten noch einmal bescheid sagen muss und AB DIESEN ZEITPUNKT es noch einmal Minuten dauert, bis der Aufzug loslaufen darf? Wurden Sie darüber belehrt? Wussten Sie davon?

Laut Auskunft des Anwalt Andres Beuth vom 9.1.2014 war zwischen Anmelder und Polizei klar abgesprochen, dass der Anmelder bescheid sagt, bevor die Demo sich in Bewegung setzt. Dies hat er – eigenen Angaben zu Folge – auch getan (siehe Abschnitt I. – Bild für Bild-Beleg).

4.) Fehler im Bericht

Zitat: „Gegen 14:09 Uhr liefen zahlreiche Personen an der Spitze des Aufzuges unvermittelt und ohne Absprache los in Richtung Bahnbrücke am Schulterblatt. Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt.“

Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/2626510/pol-hh-131222-1-demonstrationen-in-hamburg?search=flora

Frage an die Pressestelle der Polizei: Warum steht im Polizeibericht die Uhrzeit 14:09 Uhr als Zeitpunkt, zu dem die Demonstranten angeblich zu früh losliefen?

Ist der Zeitpunkt, zu dem die Demonstranten um angeblich 14:09 Uhr losliefen identisch mit dieser Szene? –> http://www.youtube.com/watch?v=rvQGQhxfDhc

Und wenn ja, wie kommen Sie auf 14:09 Uhr – wenn zahlreiche Internetvideos diesen Zeitpunkt mit 15:09 Uhr deklarieren und um 14:09 Uhr noch eine völlig friedliche Auftaktkundgebung stattfand?

Ich bitte um Aufklärung, wie es zu diesem Missverständnis kommen konnte.

5.) Schon am 22.12. schreiben Pressevertreter das, was im Polizeibericht geschrieben steht und vertrauen dieser Quelle im höchsten Maße. Zeitungen und Medienvertreter habe auch nicht immer Zeit, jedes einzelne Youtube-Video zu sichten, meist geht es um Exklusivität einer Geschichte und der „erste“ zu sein, weshalb der Polizeibericht gerne so auch übernommen wird.

Beispiel: Mopo Live Ticker:

http://www.mopo.de/polizei/live-ticker-hamburg–alle-infos-zur-gross-demo,7730198,25685678.html

Auffällig auch hier – keinerlei Angaben zum Zeitraum, wo die Eskalation begann, also die Zeit zwischen 14.59 Uhr und 15.25 Uhr.

Frage: Warum wurden die Ereignisse, die in diesem Zeitraum stattfanden, im Polizeibericht nicht erwähnt? Wurden die Ereignisse dieses Zeitfensters bewusst ausgespart? Und wenn ja, warum?

In diesem von der Polizei konsequent ausgeklammerten Zeitraum passierte das absolut Entscheidende. Alles was danach kam, basiert auf den Geschehnissen dieser Minuten. Eine Demonstration, die ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt war, wurde gestoppt, blockiert und weit in die Schanze zurückgetrieben und zwar unter Einsatz von gleich zwei Wasserwerfern!

Weder in der Pressemitteilung der Polizei noch in den Medien ist dieser Zeitraum von gut 20 Minuten dokumentiert. Vielleicht, weil es den wahren Tathergang beschreibt und es keinen wirklich triftigen Grund gab die Demo zu stoppen? Weil es keinen legitimen Anlass gab, sich den Demonstranten in den Weg zu stellen?

Es heißt, die Gruppe sei zu früh losgelaufen – (nicht etwa sie seien vermummt – das schien niemanden zu stören) – nein, sie seien zu früh losgelaufen und das soll der Grund gewesen sein, die Demo zu stoppen und damit tausende von Menschen in Gefahr zu bringen?

Gut 3000 Beamte hatten über eine Stunde lang Zeit gehabt (seit 14.00 Uhr) sich in Stellung zu bringen und dann ist keiner bereit wenn es los geht? Wer soll das glauben?

Einige Beamte mussten sogar erst noch ihre Helme aufsetzen und es wirkt, als hätten sie Pause gemacht, um dann überraschender Weise schnellen Schrittes zum Einsatzort zu spurten, trifft das zu? Es gab doch eine Absprache zwischen Anmelder und Polizei, dass die Demonstrantion nun gleich beginnen würde, also warum war niemand darauf vorbereitet? Der Polizei muss doch klar gewesen sein, dass die Demonstranten an der Spitze des Zuges nicht besonders friedlich bleiben, wenn man sich ihnen ohne jede Durchsage einfach so in den Weg stellt. Die 1. Eskalation an diesem Tag ging deshalb – und meiner Meinung nach – klar von der Polizei aus – und nicht – wie in den Medien kolportiert, von den Demonstranten.

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6.) Ein Informant aus Polizeikreisen berichtet, Zitat: „Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann.

Quelle: http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article1665966/Wir-werden-von-der-Politik-verheizt-Polizisten-erzaehlen.html

Frage: Wie viele von diesen sogenannten „Agent Provocateur“ waren am 21.12. vor Ort aktiv. Wer sind diese Leute und was haben Sie am 21.12. getan?

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Wäre es denkbar, dass der 1. Stein, die 1. Flasche, der 1. Böller an diesem Tag von einem solchen Agenten geworfen wurde, damit andere sich dem anschließen und hierdurch einen Grund liefern, die Demonstration aufzulösen?

Kann die Hamburger Polizei denn überhaupt zu 100% garantieren, dass es niemand aus den eigenen Reihen war? Leute wie diese hier? —>http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Provocateur. Kann das irgendjemand ausschließen? Und wenn ja, warum? Was genau macht die Hamburger Polizei denn so sicher, dass den 1. Stein, die 1. Flasche nicht doch vielleicht ein „Agent Provocateur“ geworfen hat?

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Auch die TAZ zitiert in ihrem Artikel vom 28.12.2013 einen Informanten aus Polizeikreisen, der gesagt haben soll: Alles läuft nach Plan. Frage: Stimmt das und wenn ja, was hat er damit gemeint? War von Beginn an geplant, Gewalt auf der Demo zu provozieren um einen Grund zu haben, sich ihr in den Weg zu stellen? Sie nicht aus dem Viertel rauskommen zu lassen?

–> Quelle: http://www.taz.de/Flora-Krawalle-in-Hamburg/!130045/

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Ein Polizist im Forum antwortet dazu, Zitat: „Die Aussage mit den Provokateuren kam ja nicht von dem Herrn Mohr, sondern von einem angeblichen Polizisten mit Decknamen Hannes Hecht. Ob es diese Aussage wirklich gab? Solche Berichte verkaufen sich gut, da wird sicherlich auch gerne das ein oder andere erfunden. Sollte es diese Provokateure allerdings nachweislich geben, müssten einige Herren ihren Hut nehmen. Das beträfe hochrangige Polizeiführer und Politiker, denn der Schaden für unser Land durch den Vertrauensverlust wäre immens“ und genau so sehe ich das auch! Obschon ich nicht glauben (kann), dass eine große Tageszeitung wie das Hamburger Abendblatt einen Informanten einfach so erfindet. Meiner Meinung nach sollte jeder einzelne Beamte unter Eid vor einem Untersuchungsausschuss befragt werden, was er über Geschehnisse des 21.12. weiß. Vielleicht ist unter den Befragten ja ein 2. Thomas Mohr / Hannes Hecht (wie auch immer), der mit dieser Schuld nicht länger leben will (wenn es diese denn gibt) und dann erzählt, was am 21.12. (hinter den Kulissen)  noch so geschah, das wäre zielführender, als das, was bislang hierzu erreicht wurde.

7.) Anzahl gewaltbereiter Autonomer = 4700?

Laut Angaben des Verfassungsschutzes gibt es bundesweit rund 7000 gewaltbereite Linksextremisten, davon 600 in Hamburg (Quelle: Murck im Mopo Interview).

http://www.mopo.de/nachrichten/verfassungsschutz-chef–ueber-davidwachen-angriff-es-waren-st–pauli-hooligans,5067140,25831404.html

Dem Aufruf am 21.12. nach Hamburg zu kommen, sind viele gefolgt und dennoch dürfte sich die Zahl von 4700 Steinewerfern in der Schanze möglicherweise auch als Lügenmärchen entpuppen.

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Zitat Polizeisprecher Mirko Streiber im Interview mit N24 unmittelbar nach Ausbruch der Unruhen: „Wir haben gut 7000 Teilnehmer, alle sehr aggressiv“, schon diese Aussage stimmt nicht. Von den 7000 Teilnehmern war bestenfalls ein geringer Prozentsatz aggressiv und auch erst dann, als man sich der Demo in den Weg stellte.

Frage: Wie fand vor Ort die Zählung der gewaltbereiten Autonomen statt?

Nachfolgende Panorama-Aufnahme der Geschehnisse vom 21.12. zeigt die gesamte Szenerie im Kessel vor der Flora um ca. 15.40 Uhr.

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                   (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)                                                                   Grafik: Wahrheit-jetzt.com

Die Wasserwerfer hatten die Demonstranten bereits weit in die Schanze zurückgedrängt und später auch eingekesselt. Die Aufnahme zeigt rund 1220 Personen innerhalb des Kessels, alle in schwarz, teilweise vermummt (ca. 50%), das wären rund 600 Vermummte und nicht 4700, wie von der Polizei geschätzt und veröffentlicht.

Frage: Wer hat die Zahl 4700 wie festgestellt (mit welcher Zählmethode) und wer hat die Veröffentlichung dieser Zahl autorisiert?

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Niemand der auf dieser Abbildung befindlichen Personen trägt ein Schild um den Hals auf dem geschrieben steht: „Ich werfe gerne Steine auf die Polizei“. Also wie hat die Hamburger Polizei am 21.12. die Zahl von 4700 gewaltbereiten Autonomen ermittelt?

Der Hamburger Rechtsanwalt Andreas Beuth merkt an: „Nicht jeder, der schwarz gekleidet ist, ist auch ein Autonomer und nicht jeder Autonome wirft auch mit Steinen. Diese Differenzierung findet leider überhaupt nicht statt!“.

Das bedeutet, die Zahl der gewaltbereiten Autonomen an diesem Tag könnte auch weit unter der kolportierten Zahl von 4700 liegen. Möglicherweise waren es sogar nur 600 (50% der schwarz gekleideten Personen auf der o.a. Grafik), von denen aber auch nicht jeder einen Stein wirft und es wäre auch denkbar, dass vielleicht nur 10% dieser 600 Leute etwas in Richtung Polizei geworfen hat, das wären dann rund 60 Personen und genau diese Zahl stand auch im Innenausschuss des Senats (am 6.1.) kurz zur Debatte und würde erklären, weshalb es am Ende auch nur 20 Festnahmen gab, davon waren 6 Personen als gewaltbereit bekannt. Also nix da mit 4700! Die Zahl ist viel zu pauschal …

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Frage: Hat die Polizei die möglicherweise völlig überhöhte Zahl von 4700 gewaltbereiten Autonomen in Umlauf gebracht um Panik zu verbreiten und die Berichterstattung im Vorfeld der Veranstaltung anzuheizen? Möglicherweise um genau dieses Klientel am 21.12. auch anzulocken?

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Der englische Sozialpsychologe Clifford Stott forscht an der Universität Leeds und gilt als einer der weltweit führenden Experten für Proteste, gewaltsame Aufstände und die Geheimnisse der Gruppendynamik. Stott erklärt: Wenn die Polizei schon im vornherein davon ausgeht, dass die Massen gewaltbereit sind, dann tritt sie (die Masse) entsprechend auf und schürt somit das Gewaltpotential – das polizeiliche Säbelrasseln führt zu einer gefährlichen „Self-Fulfilling Prophecy“.

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Will heißen, dass Polizei- und Medienberichte (möglicherweise) auch schon im Vorfeld der Veranstaltung dazu beigetragen haben, dass einige besonders gewaltbereite Autonome sich auf den Weg nach Hamburg machten, um exakt das abzuliefern, was von ihnen auch erwartet wird – sprich Steine werfen und Sachen beschädigen, ist das so auch gewollt? Vielleicht um anschließend den Forderungen der Polizeigewerkschaft gegenüber dem Senat Nachdruck zu verleihen? So nach dem Motto: Schaut her, wie viel Gewalt es in Hamburg gibt, wir brauchen unbedingt mehr Personal, bessere Ausrüstung und eine bessere Bezahlung? War das der Grund für die Panikmache im Vorfeld der Veranstaltung?

Eine Abgeordnete hatte die Verantwortlichen während der Sondersitzung des Innenausschusses dazu befragt, also ob es schon gesicherte Erkenntnisse darüber gibt, wie viele Straftäter denn nun genau am 21.12. vor Ort waren und überraschender Weise hatten die Verantwortlichen auf diese Frage keine Antwort.

8.) Warum wurde der Wasserwerfer so unverhältnismäßig eingesetzt?

Bitte schauen Sie dieses Video an:

http://www.youtube.com/watch?v=DzqEmy3YMKc&t=040

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Zu diesem Zeitpunkt war der Platz vor der Flora längst geräumt und die restlichen Demonstranten in Höhe der HASPA eingekesselt. Es fand auch kaum noch Gegenwehr statt. Frage: Warum sollten dann trotzdem die Beamten abziehen und den Weg frei machen für den Wasserwerfer? Also für mich sieht das eher danach aus, als hätte dieser Herr da am Lautsprecher eine besondere Vorliebe für den Einsatz des Wasserwerfers. Dieser Jemand, musste den Befehl (hörbar für alle vor Ort) ganze 3x wiederholen, bis er ausgeführt und eine spärliche Ladung Wasser verschossen wurde. Hatte der ANDERE Mann, der den Wasserwerfer bedient, etwa Skrupel? Vielleicht weil er gesehen hat, dass der Einsatz des Wasserwerfers zu diesem Zeitpunkt überhaupt gar keinen Sinn mehr machte, respektive überhaupt nicht mehr gerechtfertigt war?

ODER: Anderes Beispiel: Ein Friedensstifter stellt sich zwischen Wasserwerfer und Demonstranten. Auf dieser Seite – wo der Mann stand – flogen keine Steine! Offenbar will der gute Mann Frieden stiften, aber ist das überhaupt gewollt? Hier mal reinschauen: –> http://www.youtube.com/watch?v=pRheCsvkHxk&t=050

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Dazu muss man anmerken, dass auf der Seite der Piazza am Schulterblatt jede Menge Steine flogen. Die Eskalation war im vollen Gange und die Protestler (offenbar) wütend, über die gestoppte Demo und warfen deshalb auch mit allem, was ihnen in die Finger kam.

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Auf der linken Seite (der Straßenseite zur Roten Flora hin) hingegen wurde zu diesem Zeitpunkt gar nichts geworfen. „Der schwarze Block da vor der Flora blieb unheimlich diszipliniert“, sagt auch Rechtsanwalt Beuth, der das Treiben vor Ort beobachten konnte, da er sich auch während dieser Auseinandersetzung vehement für eine friedliche Fortsetzung der Demo einsetzte.

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Dieser schwarze Block da vor der Flora, mit Teilnehmern alle nass bis auf die Unterwäsche und eingehüllt in ein Protestbanner, auf dem die Forderungen zum Erhalt der Roten Flora geschrieben standen, hielten lediglich die Stellung. Das war wie David gegen Goliath und aus diesen Reihen flogen auch keine Steine  – zumindest kann ich keine sehen auf dem Video und trotzdem zielt der Wasserwerfer auf exakt diese Gruppe, von der aus (augenscheinlich) gar kein Bewurf stattfand. Die Randale war auf der gegenüberliegenden Seite (Piazza) und die Frage ist, warum man dort kein Wasser einsetzte? Warum werden Leute mit dem Wasserwerfer malträtiert, die überhaupt nichts werfen, während auf der anderen Seite der Steinhagel im vollen Gange war?

Kann das mal jemand erklären?

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Der Mann mit der blauen Jacke und dem weißem Haar wollte offenbar vermitteln und stellt sich zwischen die Demonstranten und den Wasserwerfer. Damit verhindert er nicht zuletzt auch Steinwürfe aus diesem Block, weshalb ein Bewurf erst recht nicht stattfand, weil niemand will den armen Kerl verletzen. Trotzdem aber folgt über Lautsprecher die Ansage, Zitat:

„Junger Mann, gehen Sie mal von der Straße! Sie gefährden sich bei der Wasserabgabe!“

Schon dieses Beispiel zeigt, dass die Polizei offenbar überhaupt gar kein Interesse an einer Befriedung der Lage hatte. Sie forderte diesen Mann auf, ich nenne ihn jetzt mal „Friedenstifter“, die Straße zu räumen, damit der Beschuss mit dem Wasserwerfer weitergehen kann? Ist Frieden denn überhaupt gewollt?

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Diese Frage stellte ich auch im Forum der Mahnwache für die verletzten Hamburger Polizisten und einer der teilnehmenden Facebookler dort schreibt, Zitat: „Ach wisst ihr, Frieden ist doch gar nicht gewollt, weder von der Politik noch von den Mächtigen. Es war immer schon so, dass Leute, die den Mund aufmachen und Missstände anprangern verprügelt, erschossen oder gefoltert wurden und in Deutschland ist das inzwischen kaum anders. Nazi´s dürfen ihre hässliche Propaganda verbreiten und werden von der Polizei noch hofiert, die dann die Straßen frei prügeln, für alle, die sich ihr in den Weg stellen. Ekelhaft sowas! Dudde und Born haben unter Schill Karriere gemacht. Selbst hochrangige Beamte haben sich schon über die beiden und deren Führungsstil beschwert und was ist passiert? Nix! Die dürfen einfach so weiter machen. 2008 haben sie eine friedliche Demo am Flughafen auseinander knüppeln lassen und was ist passiert? Nix! Vor Gericht – den Prozess – haben sie verloren, mehr aber auch nicht, weil kein Politiker sich traut die abzusägen“ – Zitat Ende.

Und weiter:

„Viele Leute scheinen hier wütend zu sein, auf beiden Seiten und ja, ich bin auch wütend darüber, dass die Polizei sich viel zu oft das Recht heraus nimmt, alles, was nicht zum Normal-Bürgertum gehört oder eine andere Lebensform anstrebt, zu drangsalieren oder zu verprügeln. Wenn man eine Anzeige macht, gegen Beamte die im Dienst ihre Pflicht verletzten, hagelt es gleich Gegenanzeigen. (…) Ich wünsche mir, dass sie öfters mal nachdenken, bevor sie was tun und welche Befehle sie ausführen. Ich möchte, dass auch Polizisten genauso bestraft werden, wie der Normalbürger doch das passiert leider viel zu selten.“ – Zitat Ende.

Quelle: https://www.facebook.com/events/381299875346717

Der Friedenstifter (dieser Mann mit der blauen Jacke) wurde anschließénd übrigens unsanft von der Straße gedrängt. Will heißen – wir wollen gar kein Frieden?

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 http://www.youtube.com/watch?v=pRheCsvkHxk&t=100

Frage an den Einsatzleiter am Lautsprecher: Warum hat man diesem Friedensangebot keine Chance gegeben? Vielleicht weil man Furcht hatte, der Mann könnte verletzt werden? Solange er dort stand, flogen überhaupt keine Steine (und auf dieser Seite sowieso nicht), also wie hätte der gute Mann  da verletzt werden können? Vielleicht weil Sie den Wasserwerfer trotzdem einsetzen wollten, obwohl gar keine Steine flogen? „Entfernen Sie sich von der Straße, sie gefährden sich bei der Wasserabgabe“, genau das waren ihre Worte. Nicht etwa weil der Mann sich durch drohenden Steinbewurf gefährdet, nein, durch die „Wasserabgabe“ sei der Mann gefährdet! Wenn (auf dieser Seite der Straße) aber doch gar keine Steine fliegen – weil dieser Mann ja im Weg stand – wozu brauchte man dann eine „Wasserabgabe“?

Möchte da jemand Stellung dazu nehmen?

9.) Eine Anwohnerin in Höhe Juliusstrasse berichtet, Beamte hätten zu dritt auf einen bereits ohnmächtig geprügelten Demonstranten draufgesessen und unverhältnismäßig rohe Gewalt angewendet. Frage: Stimmt das? Und wer waren diese Beamten? Wer war das Opfer? Wie geht es dem Opfer heute? Hier bitte anhören –>

http://www.youtube.com/watch?v=UtQ2BWSw49E

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Bis dato ist nichts über das Opfer bekannt. Ggf. sind die Beamten, die diesen Jungen bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt haben zur Verantwortung zu ziehen.

10.)

Dem Demonstranten Rasmus D. wurden erhebliche Schlag- und Trittverletzungen zugefügt. Die Verletzungen stammen von einem Schlag ins Gesicht sowie anschließenden Fußtritten ins Gesicht, als der Demonstrant bereits am Boden lag. Rasmus D. gibt an, nicht vermummt gewesen zu sein und auch keine Steine geworfen zu haben. Er wollte friedlich für den Erhalt der Roten Flora demonstrieren. Frage: Mit welcher Begründung wurde der Demonstrant trotzdem derart zugerichtet? Und wer waren die Beamten, die das getan haben?

 

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Hinweise bitte direkt an den Ermittlungsausschuß oder an mich (maxbryan.com). (Danke!)

III. Antworten und Stellungnahmen seit 6.1.2014

Am 6.1.2014 tagte erstmals der Innenausschuss des Senats zum Zweck der Aufarbeitung der Ereignisse vom 21. Dezember. Anwesend unter anderem: Innensenator Michael Neumann (SPD), Polizeipräsident  Wolfgang Kopitzsch und Einsatzleiter Peter Born, der den Polizeieinsatz am 21.12. leitete.

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Foto: Andreas Gerhold

Einberufen wurde die Sondersitzung von der innenpolitischen Sprecherin der Grünen Antje Möller sowie der Abgeordneten Christiane Schneider (Die Linke). Beide hatten den Polizeieinsatz vom 21.12. kritisiert. Der Ausschussvorsitzende Ekkehard Wysocki (SPD) eröffnete die Sitzung mit einer Erklärung gegen Gewalt. Anschließend durften die Abgeordneten Fragen stellen, zum Leidwesen der Zuhörer, denn viele Antworten gab es nicht.

Foto: Archiv

„Ich bin sehr unzufrieden mit dem Verlauf der Sitzung. Kritische Nachfragen haben nur wenig Antworten gebracht“, erklärt Christiane Schneider im Interview nach Ende der Sitzung und ja, spätestens seit 6.1.2014 weiß jeder, dass man den Presseberichten der Hamburger Polizei nicht (mehr) trauen kann. Da werden Uhrzeiten verschlampt und  entscheidende – wie auch unliebsame – Details ausgespart und/oder Tatsachen verdreht.

Erst hieß es, der Aufzug musste wegen Steinbewurf gestoppt werden, dann plötzlich wird – unter dem Druck der Öffentlichkeit – zugegeben, dass es genau anders herum war, nämlich dass der Bewurf erst dann einsetzte, nachdem die Demo gestoppt wurde, so die Korrektur vom 6.1.

Im Zuge der Sitzung wurde ebenfalls zugegeben, dass zum Zeitpunkt des Aufstoppens – und vor dem Aufstoppen der Demo KEIN Bewurf aus den Reihen der Demonstranten stattfand! Berichte dazu u.a. hier: http://benjaminlaufer.wordpress.com/2014/01/07/kurzsicht-im-innenausschuss-hh2112/

Zitat: „In der Darstellung von Einsatzleiter Peter Born wurden die PolizistInnen erst von einem Teil der Demonstrierenden mit Gegenständen beworfen, nachdem sie die Demonstration gestoppt hatten. (…)“ Zunächst hatte die Polizei den Ablauf genau anders herum dargestellt. (“Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt”, hieß es in der ersten Pressemitteilung vom 22.12.2013).“

Viele Medien haben diese falsche Darstellung der Polizei übernommen und die Frage ist, für wem das Konsequenzen hat, nachdem deutlich wird, dass Polizeiberichte nicht immer auch der Wahrheit entsprechen. Kann man diesen Berichten überhaupt noch trauen?

Auch der Polizeibericht zu den Ereignissen des 28.12. entspricht nicht durchgängig den Tatsachen. So habe der gewaltsame Angriff von 30 bis 40 Vermummten auf die Davidwache in St. Pauli, bei der Polizisten angeblich schwer verletzt wurden, so wie geschildert gar nicht stattgefunden, jedenfalls nicht so, wie von der Polizei zunächst dargestellt. Das hat Polizeisprecher Mirko Streiber am Montag Abend (6.1.) so auch zugegeben. „Der schwer verletzte Kollege ist nicht an der Reeperbahn, sondern in 200 Metern Entfernung in der Hein-Hoyer-Straße verletzt worden“, sagte Streiber dem Ausschuss.

Das bedeutet, die Verletzung des Beamten kann auch in anderem Zusammenhang stehen, wie zuletzt ja auch bestätigt wurde. Laut einem Pressebericht handelt es sich NICHT zwingend um vermummte Autonome, sondern eher um eine Kiez-Pöbelei. Bericht hier —

>http://www.mopo.de/nachrichten/nach-attacke-auf-polizisten-augenzeuge–angriff-war-nur-eine-kiez-poebelei,5067140,25818104.html

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Und hier –> http://www.mopo.de/nachrichten/verfassungsschutz-chef–ueber-davidwachen-angriff-es-waren-st–pauli-hooligans,5067140,25831404.html und wenn das stimmt, was dort geschrieben steht, muss dafür jemand seinen Hut nehmen und zurücktreten!

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Die Darstellung des Verfassungsschutzes ist zwar einleuchtend, aber immer noch meilenweit von dem entfernt, was unmittelbare Augenzeugen beschreiben.

Hier mal lesen:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ha&dig=2014%2F01%2F14%2Fa0146&cHash=4cd1c473a4d1e31401e124070159b946

Darin wird ein Pärchen aus Bremen zitiert, dass den Vorfall beobachtet hat und die Darstellung der Polizei weitestgehend wiederlegt, wobei es sich angeblich um harmlose St. Pauli-Fans handele, die auf dem Kiez einfach nur feiern wollten. Von Vermummung oder Autonomen keine Spur und der Angriff habe wie von der Polizei geschildert so auch gar nicht stattgefunden. Siehe auch hier: http://www.ndr.de/regional/hamburg/davidwache121.html (Der Angriff, der (k)einer war!)

„Der angebliche Angriff auf die Davidwache ist eine der zentralen Begründungen für die Einrichtung des mittlerweile europaweit bekannten Gefahrengebiets in Hamburg, daher ist es durchaus bedeutsam, was sich am 28. Dezember zugetragen hat“, schreibt das Online-Magazin „Publikative“.

http://www.publikative.org/2014/01/12/davidwache-augenzeugen-widersprechen-der-polizei/

Sollte das stimmen, was die Zeugen im Interview behaupten, muss die Sache vor Gericht verhandelt werden. Es kann nicht angehen, dass eine beliebige Kiez-Straftat inhaltlich manipuliert der Linken Szene zugeordnet wird und man hierüber auch noch die Einrichtung eines nahezu stadtweiten Gefahrengebietes rechtfertigt. Das ist grob manipulativ und geistige Brandstiftung obendrein!

MaxBryan-Demo-gefahrengebietZitat eines Forenusers aus der Mahnwache-Veranstaltung der Hamburger Polizei:

https://www.facebook.com/events/381299875346717

„In unserer und auch in vielen anderen Gesellschaften werden die Menschen gegeneinander ausgespielt. Das Schlimme daran ist: die meisten Menschen merken das gar nicht. Die Medien sind dabei das wichtigste Instrument um den Menschen die Gehirne zu waschen. Das größte Problem ist die Ignoranz der meisten Menschen und das sie sich abhängig machen von Funk & Fernsehen. Wir müssen uns eine eigene und unabhängige Meinung bilden und uns von der Angst befreien, die Wahrheit zu erfahren. Wir sollten es zur Priorität machen, nach der Wahrheit zu suchen, sei es auch noch so schwer sie zu ertragen!“

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Mit Einrichtung des Gefahrengebietes steigt derzeit (Stand 8.1.) die Anzahl der Übergriffe erneut an. Viele Anwohner sind genervt, auch weil die Linken sich provoziert fühlen und auch dagegen wieder demonstrieren und irgendwie erinnert mich das an die Verfolgung der Juden vor 70 Jahren. Menschen, deren Äußeres irgendwie nicht ins Bild passt, werden kontrolliert und schikaniert, das ist doch eine ganz üble Menschenjagd, oder nicht? Und wer entscheidet überhaupt darüber, wer zu dieser „verdächtigen“ Personengruppe zählt und wer nicht und wonach richtet sich diese Entscheidung? Wird Hamburg jetzt ein Polizeistaat? Diese Maßnahmen ist doch reinste Provokation und wird die Situation nur wieder verschlimmern, weil die Leute auch dagegen wieder demonstrieren, wie zuletzt so auch erlebt und schon wieder werden Millionen Steuergelder verschwendet, nur weil ein paar Hardliner aus koksenden Schill-Zeiten die Konfrontation suchen?

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Die Touristikbranche ächzt jetzt schon unter dem Gefahrengebiet und ohne diese sinnlose Maßnahme hätte es diese neuerlichen Demos und daraus resultierende Polizeieinsätze ja auch gar nicht gegeben. Wo kein Gefahrengebiet, da auch keine Demo (dagegen). Ist eigentlich ganz logisch, oder? Ehrlich gesagt, verstehe ich diese Maßnahme nicht. Kann es denn keinen Frieden geben? Mich beschleicht das Gefühl, dass hier nur einer keine Ruhe will und das ist die Polizei selbst, die offenbar hofft, durch Maßnahmen wie diese ihre gewerkschaftlichen Forderungen durchsetzen zu können. So jedenfalls kommt es für mich rüber und wohl auch für die hier –> http://www.taz.de/Flora-Krawalle-in-Hamburg/!130045/

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Zitat: „Born und Dudde waren am vergangenen Samstag fast 3.200 Polizisten unterstellt, teils aus anderen Bundesländern. Peter Born leitet den Polizei-Führungsstab und wird in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen. Deshalb berief Innensenator Neumann Hartmut Dudde, Ex-Chef der Bereitschaftspolizei, im vorigen Jahr als perspektivischen Nachfolger zu Borns Stellvertreter. Born wie Dudde haben unter dem Rechtspopulisten und früheren Innensenator Ronald Schill Karriere gemacht, gehörten zum Führungszirkel um Ex-Polizeipräsident Werner Jantosch. Gegen dieses „Kartell des Schweigens“ und überhaupt einen „diktatorischen Führungsstil“ in der Hamburger Polizei wandten sich im August 2010 mehrere Polizeiführer in einem gemeinsamen Brandbrief.“

Und weiter:

„Born und Dudde schickten beim Schanzenfest am 4. Juli 2009 ihre Truppen trotz noch aufgebauter Bühne in die Menge. „Heute fangen wir mal an“, hatte Dudde damals seinen untergebenen Einsatzleitern gesagt. Das Resultat: viele Verletzte sowohl unter den Festbesuchern als auch den Polizisten. Born verteidigte dieses Vorgehen später im Innenausschuss damit, dass es in den Vorjahren stets nach dem Fest zu Krawallen und Sachbeschädigungen gekommen sei.“

[…]

„Interessant sei auch, dass Dudde selbst die Gesamteinsatzleitung vor Ort im Schanzenviertel übernommen habe, statt mit Born in der Zentrale im Präsidium zu sitzen. Klar ist: Die Eskalation der Gewalt am Samstagnachmittag ging nicht zuerst von den Demonstranten aus, indem sie von der Eisenbahnbrücke über dem Schulterblatt aus Polizeikräfte mit Steinen bewarfen. Eben das aber hatte zunächst Polizeisprecherin Ulrike Sweden behauptet.“

[…]

„Viel deutet darauf hin, dass die Konfrontation mit der Demonstration geplant war. Bei den stundenlangen Auseinandersetzungen auf St. Pauli wurden mehr als 500 Protestler und 120 Polizisten zum Teil schwer verletzt. (Quelle: TAZ)

Auch von rechten Strukturen innerhalb der Polizei ist die Rede. So berichtet der Fernsehsender „n-tv“ von „Hooligans in Uniform“, Zitat: „Zum besseren Verständnis der Exzesse sei angemerkt, dass es nun einmal – und diese schlichte Wahrheit traut sich so gut wie kein Politiker anzusprechen, weil er sich dann die Gewerkschaften der Polizei zum Feind macht – auch unter den Beamten Menschen gibt, die bewusst Gewalt suchen. Hooligans in Uniform, wenn man so will. Jeder, der öfter als einmal im Jahr auf eine Demonstration geht, weiß das. Es gibt Einsatzhundertschaften, die berüchtigt sind für ihren dünnen Geduldsfaden.“ Quelle: http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Was-alles-nicht-gesagt-wird-article11969856.html

Ähnliches berichtet auch Thomas Wüppesahl (Ex-Kriminalbeamter) in seinem Bericht vom 16. April 2013 –> http://www.kritische-polizisten.de/pressemitteilungen/2013-04-16-0-Totenkopf_Foto.html

Bewegtbild auch hier:  –> http://www.youtube.com/watch?v=zh3M1Qlk6nU

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Von wegen es gibt keine gewaltbereiten Polizisten. Dieses Video zeigt bayrischen Bereitschaftspolizist, der von seinem Kollegen immer wieder zur Räson gebracht werden muss und ja, niemand kann ausschließen, dass ein Beamter insgeheim nicht gerne auch mal draufhaut. Vielleicht weil er die Linken ohnehin nicht mag? Muss man bei Dienstantritt seine politische Gesinnung denn überhaupt angeben? Und wer will das kontrollieren, ob dies auch der Wahrheit entspricht?

Für die Gewerkschaft ist das vermutlich kein Thema, obschon die sich gerade in letzter Zeit auffallend oft einmischt. Zitat eines Spiegel-Lesers in den Kommentaren des Artikel vom 31.12.2013, dort heißt es: „Man sollte außerdem mal den Polizeigewerkschaftern klar machen, dass sie keine „Ersatzpolizeisprecher“ sind und dass sie sich höchstens dazu äußern können, ob das Toilettenpapier auf der Wache weich genug ist und ob es Weihnachtsgeld gibt oder nicht, aber nicht dazu ob Demonstranten erschossen werden sollen, oder nicht.“, der Kommentar erfolgte in Reaktion auf die Forderung der Gewerkschaft nach etwaigen Schusswaffengebrauch. Vielleicht auch nur ein Aufreger, um das Thema in die Medien zu hieven? Geht es in Wahrheit nur um´s Geld?

Je mehr Einsätze die Hamburger Polizisten fahren, desto mehr Personal wird auch benötigt und dieses Personal will gut bezahlt sein, dann nämlich, wenn die nächste „Schlacht“ geschlagen und der nächste Einsatz fällig wird.

Deshalb wundert es mich gar nicht, dass es zum Ende der Sondersitzung am 6.1. auch um die Beförderung von 100 Polizisten ging, woraufhin Neumann der Gewerkschaft direkt auch vorwarf, das Thema für gewerkschaftliche Interessen zu „missbrauchen“. Soweit auch das einzig Vernünftige, was Neumann an diesem Abend gesagt hat und trotz aller Schelte für die Hamburger Polizei, hielt diese am Ende an ihrer Version der Darstellung weiter fest – wonach es durchaus Steinwürfe in Richtung Davidwache gegeben habe – ein Überwachungsvideo von den Vorgängen gebe es dazu aber nicht. Angeblich sind Überwachungskameras vor der Davidwache zwar angebracht, aber die zeichnen – aus datenschutzrechtlichen Bestimmungen – nichts auf. (Na was ein „Glück“!)

Wer am 6.1. die Sondersitzung des Innenausschusses des Senats mit verfolgt hat, kam aus dem Kopfschütteln eigentlich gar nicht mehr raus. Zumal nun auch ein Anwalt behauptet, die Polizei habe klar gelogen. Zitat Rechtsanwalt Andreas Beuth: „Vor der Wache ist nichts passiert. Es gab einen lockeren Zusammenhang von Leuten, die auf der Reeperbahn Party gefeiert haben. Die wollten sich über die Straße bewegen. Möglicherweise haben die Beamten das als unangemeldete Demo gedeutet. Zu keinem Zeitpunkt hat es Stein- oder Farbbeutelwürfe gegeben.“ Quelle: http://www.mopo.de/polizei/angriff-auf-davidwache-rote-flora-anwalt-behauptet–die-polizei-luegt,7730198,25809192.html

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Ur-Quelle: https://www.facebook.com/lomu.stpauli/posts/10200527996242086

Und warum die Polizei Falschmeldungen verbreitet, wollte die Zeitung dann noch wissen und Beuth antwortet: „Es ist Kalkül der Polizeiführung und der Gewerkschaften, den Angriff auf die Wache zu nutzen. Sie versprechen sich davon mehr Stellen und eine bessere Bezahlung sowie Ausrüstung.“. So habe es nach dem Angriff erst eine Debatte um Schusswaffen gegeben, jetzt werde nach Elektroschock-Pistolen verlangt.

Und in der Tat, gab es nur wenige Tage nach bekannt werden der Angriffe auf die Davidwache einen Brandbrief der Polizeigewerkschaft, nachzulesen hier:

http://www.dpolg-hh.de/wp-content/uploads/Aktionspnan-02.01.pdf

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Was darin geschrieben steht, erinnert mich eher an die Tarifverhandlungen einer so manch anderen Gewerkschaft, nur dass hier kein Streik voranging, sondern eine von der Polizei gewaltsam aufgelöste Demo, deren Eskalation die Polizei selbst auch mit zu verantworten hat.  Wäre der Weg nicht versperrt gewesen, wäre vermutlich gar nichts passiert, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß und dieses Debakel nun als Argument für einen ganzen Katalog an Gewerkschaftsforderungen mit einzubringen, ist schon ziemlich „vermessen“, wie Innensenator Neumann das formulierte.

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Frage auch: Wieso schlägt die Polizeigewerkschaft eine Offensiv-Bewaffnung vor? Sollen Menschen auf Hamburgs Straßen demnächst etwa sterben? Schutzschilde tun es doch auch und wirken wesentlich defensiver und das einzige, was den Konflikt beendet, ist die Defensive, nicht die Offensive! Die Offensive macht doch alles nur noch schlimmer und die Spirale der Gewalt dreht sich weiter und weiter, bis es den ersten Toten gibt, will das irgendjemand? „Wir werden nie aufgeben“, hat im Forum der Mahnwache der Hamburger Polizei unlängst noch jemand geschrieben und entweder hat die Polizei vor, diese Leute alle zu töten oder sie zieht sich zurück und entwickelt ein Konzept des Friedens, nur lässt sich in Friedenszeiten offenbar nichts rausschlagen, für die Kollegen, was mich zu einer Anmerkung des Kriminologen Professor Dr. Rafael Behr bringt. Der nämlich sagte unlängst noch, Zitat:

„Das Jammern habe bei der Polizei eine „gewisse Tradition“. „Die Parole der Hauptjammerer, der Gewerkschaften und der Personalräte, lautet: Es wird immer alles schlimmer, mehr und unkontrollierbarer“, sagt Behr. Kollektiv gestöhnt wird mit klarem Ziel: Aufmerksamkeit zu erzeugen, Rückhalt in der Öffentlichkeit und finanzielle Ressourcen bei der Politik zu sichern.“ –> Quelle: http://mobil.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article2001545/Hamburger-Kriminologe-Die-Polizei-jammert-zu-viel.html

Dass diese Aufmerksamkeit auf dem Rücken von fast 700 verletzten Menschen ausgetragen wird, ist abscheulich und bei der weiteren, sich daran jetzt noch anschließenden Entwicklung, gerade in Hinblick auf die Gefahrengebiete, kann einem nur Angst und Bange werden.

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Den ganzen Abend über sind während dieser Sondersitzung des Innenausschusses des Senats vom 6. Januar wesentliche Fragen entweder gar nicht oder nur ausweichend beantwortet worden. Zitat Innensenator Neumann am 6.1.: “Es gibt in Hamburg eigentlich kein konkretes politisches Problem!” UND: „Die Schuldfrage stellt sich überhaupt nicht“ und angeblich wurden am 21.12. ja nur „zwei Zivilisten“ verletzt. Allein für diese dreiste Beschönigung der Tatsachen sollte dieser Mann seinen Hut nehmen! Auch, weil er die wichtigsten Fragen nicht beantwortet hat.

Fragen wie zu den Übergriffen in der Juliusstrasse am 21.12., wo ein schon ohnmächtig am Boden liegender Demonstrant von 3 Beamten offenbar weiterhin „bearbeitet“ wurde – Anwohner hatten den Vorgang beobachtet und kündigten an gegen die Beamten Strafanzeige stellen zu wollen. Was daraus wurde, ist unklar, denn eine Antwort auf diese und andere Fragen gab es im Innenausschuss am 6.1. nicht.

Die Befragung der Verantwortlichen dauerte mehr als  4 Stunden und endete ohne großes Ergebnis. Einzig auf die Frage nach dem Beginn der Eskalation am 21.12. wurde mit einem Erklärungsversuch reagiert, der da lautet:

„Der Aufzug am 21.12. wurde gestoppt, weil der Querverkehr zur Altonaer Strasse noch nicht gesperrt war“.

Zum Verständnis, die Altonaer Straße grenzt unmittelbar an das Schulterblatt (siehe Grafik im Teil 1 dieses Berichts) und ist nur gut 50 Meter Luftlinie von der Bahnbrücke am Schulterblatt entfernt, dort, wo der Aufzug gestoppt wurde – wegen angeblichem Bewurf aus den Reihen der Demonstranten – wie es zunächst hieß – nun also, weil die Zubringer zur angrenzenden Straße noch nicht gesperrt waren.

„Damit bestätigte Einsatzleiter Peter Born, dass viele Medien vorschnell eine Falschmeldung abgedruckt hatten“ und gab damit auch zu verstehen, dass Polizeimeldungen nicht immer auch der Wahrheit entsprechen. –>

http://benjaminlaufer.wordpress.com/2014/01/07/kurzsicht-im-innenausschuss-hh2112/

Zitat Innensenator Neumann (SPD) während der Sondersitzung des Innenausschusses am 6.1.2014: „Egal welche Fehler die Polizei am 21.12. gemacht hat und selbst wenn alle Vorwürfe gegen das Verhalten der Beamten zuträfen, rechtfertigt das keine Gewalt gegenüber Beamten der Polizei“ und damit hat er sogar recht.

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Nur erzähl das mal einer Gruppe Autonomer, die nach jahrelanger Auseinandersetzung mit der Polizei nicht besonders gut auf die vermummten Beamten zu sprechen sind und die eine Demo ordnungsgemäß angemeldet haben und nur darauf warten, weiterlaufen zu dürfen, nachdem der Aufzug gestoppt wurde, weil angeblich eine Straße noch nicht frei ist? Diese Leute haben kein Lust auf solche Schikanen der Polizei!!! Die Straße hätte längst gesperrt sein können, weshalb jeder Autonome das wohl auch als Provokation empfand und seinen Unmut dann auch entsprechend Luft machte – in dem Fall mit einem Böllerwurf um 15:10 Uhr – daraufhin fuhr direkt der Wasserwerfer vor und zwar OHNE dass zuvor Steine oder Flaschen flogen. Erst nachdem die Polizei damit begann, die Demonstranten zurück in die Schanze zu drängen – unter Einsatz des Wasserwerfers – wohlbemerkt – flogen auch die ersten Gegenstände in Richtung Wasserwerfer, die Bilder der verschiedenen Augenzeugen belegen das.

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Diese erste Eskalation der Gewalt hat damit allein die Polizei provoziert. Sie war es, die vorsätzlich oder fahrlässig die Zubringer der unmittelbar angrenzende Altonaer Straße nicht gesperrt hat und sie war es auch, die sich dem Aufzug deswegen in den Weg stellte und 2 Minuten 15 Sekunden später bereits den ersten Wasserwerfer auffahren lässt, um mit roher Gewalt die Demo zurück in die Schanze zu drängen, wo es zu schweren Ausschreitungen mit vielen Verletzten kam, weil gut tausend Autonome sich das nicht gefallen lassen – das liegt schon in der Natur dieser Bewegung (sich von der Polizei nichts gefallen zu lassen).

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Die Gewaltbereitschaft wird die Hamburger Polizei so manchem Autonomen nicht austreiben – nicht an diesem Tag und nicht unter diesen Bedingungen. Jeder wusste, dass es schlimmste Ausschreitungen mit vielen Verletzten geben wird, wenn die Polizei so handelt, wie sie das am 21.12. getan hat. Damit hat die Hamburger Polizei bewusst auch Personenschäden mit in Kauf genommen und diese auch mit zu verantworten!

Zur mutwilligen Zerstörung von fremden Eigentum durch sogenannte „Riots“

Unzweifelhaft belegt sind auch Aufnahmen zum späteren Zeitpunkt, als die Konfrontation zwischen der Polizei und gewaltbereiten Autonomen bereits im vollen Gange war. Genüsslich hatten die Verantwortlich des Einsatzes entsprechende Videos dem Innenausschuss dann vorgespielt. Zu sehen waren vermummte Gestalten, die wutentbrannt mit allem warfen, was sie in die Hände bekamen und die Frage lautet auch hier: Wer hat diese Gewalt provoziert?

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„Wo kein Feind, da keine Steine“, oder „stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Im übertragenen Sinne: „Stell Dir vor, es ist Demo und kein Feind ist da!“.

Der erklärte Feind der Autonomen ist doch die Polizei, oder nicht? Was also, wenn überhaupt keine Polizei vor Ort gewesen wäre, gegen wem hätten die Autonomen dann Flaschen und Steine werfen sollen? Hat da irgendjemand schon mal drüber nachgedacht?

MaxBryan-Demo-werfe-flasche(Quelle: Zeit.de / Archivfoto 2010)

Ich will damit nur sagen, dass zum streiten immer zwei gehören und wenn der eine von beiden gar nicht da ist, es auch keinen Streit gibt, weil die eine Streitpartei schlichtweg fehlt.

Dann bliebe nur noch die Frage, ob man dem Mob die Straße überlassen soll, damit die in Ruhe die Symbole der Macht zerlegen können und NEIN, das soll man nicht! Nur ist die Frage, zu welchem Preis man dies tut und spätestens dann, wenn auch Gefahr für Leib und Leben besteht, müssen andere Taktiken her. Die vom 21.12. war´s jedenfalls nicht. Die nämlich hat fast 700 Verletzte gefordert und war schlichtweg falsch.

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„Haut ab, haut ab…“, riefen die Demonstranten und auch das spricht dafür, dass man nur mal lauthals durch die Stadt ziehen wollte, ohne dabei von der Polizei provoziert zu werden, wie beispielsweise durch Versperren des Weges. Der Weg wurde versperrt, weil die Demo angeblich zu früh losgelaufen sei und du meine Güte. 3000 Polizisten seit 13.30 Uhr in Stellung und keiner ist vorbereitet, wenn die Demo sich dann fast über eine Stunde später (um 15:09 Uhr) in Bewegung setzt? Wer soll das glauben?

Diese Herren hier glaubten das offenbar nicht und waren stinksauer …

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Frage deshalb an alle: Wenn der Weg zu Beginn der Demo nicht versperrt gewesen wäre und die Demo die angemeldete Route hätte laufen dürfen und die Polizei sich eher defensiv und im Hintergrund gehalten hätte, wie wahrscheinlich wäre es dann gewesen, dass es trotzdem so viele Verletzte gegeben hätte?

Ich glaube die Wahrscheinlichkeit liegt – in dem Fall – bei nahezu Null (was die Personenschäden angeht!!!) und von Sachschäden spreche ich da nicht.

Die nämlich hätte es ohnehin gegeben (gab es ja auch) und die Frage ist nur, ob mit oder ohne Verletzte und ich glaube fest daran, dass es keine 119 verletzte Beamte und auch keine 500 verletzte Demonstranten gegeben hätte, wenn die Polizei die Demo einfach hätte stattfinden lassen und nicht schon nach 5 Metern in den Weg stellt und Wasserwerfer einsetzt. Was hat die Polizei denn geglaubt, was dann passiert, wenn sie das tut? Dass die bösen Autonomen sich kleinlaut umdrehen und sagen: Hey, lass gut sein, dann gehen wir eben nach Hause?

Jeder Beamte wusste doch, dass es eine mörderische Schlacht in der Schanze geben würde, wenn die Polizei die Demo verhindert und genau das ist ja auch passiert. Die Demo wurde verhindert, angeblich weil die Beamten beworfen wurden (hieß es zunächst) was so ja gar nicht stimmt, jedenfalls nicht in dieser Reihenfolge.

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Wäre die Demo so früh nicht gestoppt worden, wäre vermutlich gar nichts passiert. Vielleicht wären die Leute dann nur lauthals durch die Stadt gezogen, um ihrer Forderung nach Erhalt der Flora Ausdruck zu verleihen, vielleicht wäre nicht ein einziger Stein geflogen, wer kann das schon wissen, niemand kann das mit Gewissheit sagen und nur weil man glaubt, dass etwas passieren KÖNNTE, darf eine Demo (unter fadenscheinigen Begründungen) nicht gestoppt werden, denn das hat alles, was danach kam, erst noch provoziert.

Konzepte zur Deeskalation – Personenschäden vermeiden

Zitat eines Forenusers: >>Die Polizei war während des Schanzenfestes überhaupt nicht präsent, zeigte sich gar nicht und hielt sich absolut defensiv im Hintergrund. Es gab also überhaupt keinen Grund zu randalieren. Zu später Stunde dann (ich stand 15 Meter daneben) wurde dann vor der roten Flora ein Feuer angemacht und auch mit Bengalos herumagiert. Man machte „action“.>>

Woraufhin die Polizei kam und den Spuk beendete.

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Diese Schilderung ist richtig und stammt aus dem Jahr 2010 – September 2010 und ja, eine Gruppe Vermummter attackierte die HASPA-Filiale im Hamburger Schanzenviertel und zwar nicht aus Lust an der Randale, sondern wegen der „Zerschlagung eines Symbols des Kapitalismus“ (so wurde es berichtet) und es gehe dabei „immer auch darum ein Zeichen zu setzen“ – gegen die „herrschende Klasse und deren Gewaltmonopol“ (was nicht heißt, dass es richtig ist, fremdes Eigentum zu zerstören!).

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Ich persönlich mag keine Gewalt und auch keine Zerstörung. Mit dem Zerschlagen der Scheiben einer Bank zerschlägt man nicht den Kapitalismus, sondern nur die Scheiben dieser Bank, insofern (vielleicht) ein Symbol, aber was wurde damit erreicht? Mal ganz ehrlich – was bewirkt diese kaputte Scheibe? Die Scheiben der Bank werden ersetzt und der Kapitalismus geht weiter, Ziel verfehlt? Und gibt es keine anderen Symbole (die größer sind) ohne etwas kaputt zu machen?

Zitat aus einem Forum. Dort schreibt ein Befürworter linksextremer Gewalt, Zitat:

„1. Ziele für das Zerstören von Scheiben sind in der Regel Unternehmen, die mitverantwortlich sind für Hunger, Unterdrückung und Kinderarbeit, wie zum Beispiel der gesamte Bankensektor und ist damit eine politische Aktion. 2.) Das anzünden von Kraftfahrzeugen muss differenziert betrachtet werden: Brennt ein Oberklassewagen, ist stark davon auszugehen, dass der Besitzer dieses Fahrzeuges a) nicht selbst dafür gearbeitet hat und b) aller Wahrscheinlichkeit nach die Arbeit anderer Menschen und dessen Mehrwert missbraucht und geraubt hat. Für die Zerstörung von anderen Kraftfahrzeugen habe auch ich kein Verständnis und 3.) Ich kenne keine Person die Sachschäden an Staatseigentum verursacht „weil es geil ist“. Sieh es als Zeichen gegen ein Repressionsorgan.“ – Zitat Ende.

Ich habe ihm dann geantwortet und geschrieben, Zitat: „Laut STGB ist das, was Ihr tut aber immer auch eine Straftat (Sachbeschädigung) und somit immer auch ein Vorwand gegen Euch vorzugehen. Das schafft dann neuen Unmut und so dreht sich die Spirale der Gewalt immer weiter, wem ist damit geholfen?“.

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Ich habe darauf keine Antwort mehr erhalten, weshalb ich auch mehr wissen wollte, über die Beweggründe und Motive dieser Bewegung und habe gegoogelt und fand Einträge wie diese hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Linksautonom

http://de.wikipedia.org/wiki/Linksextremismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Egalitarismus

Anders als vom Innensenator dargestellt, handelt es sich (offenbar) nicht (nur) um Leute mit Lust am Krawall, die der Senat als „schnöde Straftäter“ bezeichnet, sondern klar (auch) um politische Gegner, die ein politisches Ziel haben und dem einen gefallen diese Ziele, dem anderen nicht, was soll´s, das ist Demokratie und die Frage ist nur, wie man versucht, diese Ziele zu erreichen. Will man empören oder beeindrucken? Angst machen oder begeistern?

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Wenn jede Woche 10.000 Menschen auf die Straße gehen – friedlich – ohne Gewalt – und für die Ideale dieser Bewegung einstehen – mit „offenem Visier“ – DAS wäre beeindruckend! Nur muss man dafür erst mal die Leute finden und für Inhalte und Programm begeistern und ich fürchte, dass keiner Lust dazu hat, wenn die halbe Stadt schon mit dem Lesen des Wortes „Autonomie“ genervt ist, weil jeder Laie sofort an Steinewerfer und Zerstörung denkt. Also wie sinnvoll ist diese Zerstörung?

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Ich erinnere mich an eine Aufnahme, die ich 2010 gemacht habe. Damals, in der Nacht der Maikrawalle, da sagte mir einer der (vermummten) Aktivisten, Zitat: „Wir wollten, dass sie kommen“ und meinte damit die Polizei und ja, vielleicht gibt es einige wenige, die nur Lust darauf haben sich mit der Polizei zu prügeln, aber das rechtfertigt lange noch nicht, ein ganzes politisches Lager zu verteufeln, nur weil ein paar Krawallos die Schlacht mit der Polizei suchen oder die Zerstörung fremden Eigentums als politische Aktion empfinden, das mag falsch sein, ist vielleicht aber auch nicht zu verhindern.

Deshalb: Das Phänomen der Zerstörung von Sacheigentum zum Zwecke der „Zerschlagung des Kapitalismus“ wird man über Nacht nicht los werden, das ist genau so utopisch, wie die Mafia zu verbieten oder deren Aktionen zu unterbinden, das wird auch nie gelingen, weil jeden Tag irgendwo neue Leute sich finden, die bereit sind, für dies und jenes einzustehen, in dem Fall für die Ideale der Autonomie – und das (offenbar) auch mit Gewalt.

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Kurz gesagt: Am 21.12. hätte es so oder so Sachschäden gegeben – insbesondere an sogenannten „Symbolen des Kapitalismus“, wonach so oder so die Scheiben von so mancher Bank zu Bruch gegangen wären und zwar egal wie die Polizei sich verhalten hätte und die Frage ist einzig und allein, wie man es während dieser Zeit schafft, etwaige Personenschäden zu vermeiden. Wie also gelingt es, die Lage zu entspannen, zu deeskalieren, die gewaltbereiten Autonomen nicht auch noch herauszufordern und eine kriegerische Auseinandersetzung zu verhindern, anstatt zu provozieren? Genau das nämlich ist am 21.12. passiert. Der Aufzug wurde gestoppt und die Demonstranten waren wütend – danach flogen die ersten Böller und die Lage eskalierte. Hunderte Verletzte waren das Ergebnis!

Frage deshalb erneut: Gab es von Beginn an Order, die Demonstranten warten zu lassen? Vielleicht um gewaltbereite „Riots“ extra noch zu provozieren und herauszufordern? Vielleicht um zu testen, ob sie ruhig bleiben?

Und was, wenn es danach tatsächlich ruhig geblieben wäre, wenn in diesen entscheidenden 5 Minuten nichts passiert wäre, hätte die Polizei die Straße dann wieder freigegeben?

Polizeisprecher Mirko Streiber im Interview am Abend des 21.12. sagt: „Ja, wäre es danach ruhig geblieben, hätten wir die Straße wieder freigegeben“ und die Frage ist nur, ob man das noch glauben kann. Nachdem so ziemlich jede Polizeimeldung jener Tage verfälscht oder unwahr wiedergegeben wurde. Vielleicht hätte man den Aufzug dann trotzdem extra lange noch warten lassen, bis irgendetwas Verbotenes passiert, um einen Grund zu haben, den Wasserwerfer doch noch einzusetzen – wie am 21.12. dann ja auch geschehen.

Ich persönlich halte diese möglicherweise sogar gewollte Konfrontation für unerträglich und unverantwortlich. Viele Menschen wurden an diesem Tag verletzt – auf beiden Seiten, weshalb die Frage erlaubt sein muss, ob es der richtige Weg war, einen fadenscheinigen Grund zu schaffen (die nicht gesperrte Straße) und darauf beruhend die  Demonstration zu stoppen und nur darauf zu warten, bis der 1. Böller fliegt, um direkt danach den Wasserwerfer einzusetzen? War das der richtige Weg? Wenn ja, ist das eine Taktik des Krieges und ich muss passen, denn ich mag keinen Krieg!

Wäre der Zug nicht gestoppt worden oder hätte man über Lautsprecher eine Ansage gemacht, dass alle ruhig bleiben sollen und es gleich weiter geht, weil erst noch die Straße frei gemacht werden muss, dann wäre auch niemand wütend gewesen und vielleicht wäre die Demo dann ganz ohne Personenschäden zu Ende gegangen. Man hätte den Aufzug ziehen lassen und begleiten können, so wie man jede Nazi-Demo ziehen lässt und die sind auch alle vermummt, respektive haben Sonnenbrillen auf und wollen nicht erkannt werden.

Vermummungsverbot – Gleiches Recht für alle?

Ein beliebtes Argument der Beamten und auch der Befürworter unbilliger Polizeigewalt ist die Tatsache, dass die Demonstranten ja vermummt waren und schon deshalb eine Versammlung aufzulösen ist.

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Vorweg: Im Innenausschuss am 6.1. wurde bereits bestätigt, dass der Aufzug nicht wegen Vermummung gestoppt wurde. Zwar habe man gesehen, dass vorne an der Spitze der Demo so ziemlich jeder Teilnehmer vermummt war, aber aus Gründen der Verhältnismäßigkeit habe man dies so hingenommen, so die Aussagen der Verantwortlichen in der Anhörung vom 6.1. (Quelle: Rechtsanwalt Andres Beuth – vorbehaltlich Wortprotokoll (folgt am 22.1.).

Darüber hinaus möchte ich dazu folgendes anmerken:

Die Demo war genehmigt und zwar für die Teilnahme auch der Rotfloristen, von denen JEDER – AUCH DIE POLIZEI – WUSSTE, dass die nicht erkannt werden wollen und zwar aus den verschiedensten Gründen – wie wär´s mit Persönlichkeitsrecht?

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Die Polizei filmt mit gefühlten 100 Kameras und nimmt auch keine Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der einzelnen Teilnehmer und dann wundert sich jemand, dass die Leute sich vermummen?

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Klar wird dann schnell vorgeworfen, dass vermummte Teilnehmer aufgrund ihres zuweilen martialischen Erscheinungsbildes nicht den Eindruck erwecken, friedlich demonstrieren zu wollen, nur gilt das gleichermaßen auch für die Polizei selbst. Deren Erscheinungsbild ist ebenso martialisch und erweckt auch nicht gerade den Eindruck, als wolle man die Demonstranten friedlich ziehen lassen. Gleiches Recht für Alle?

Zitat eines Aktivisten: „Die Polizei vermummt sich auch und wir treten ihr nur so entgegen, wie sie sich selbst uns gegenüber verhält“, wozu auch das martialische Aussehen (alle in schwarz) gehört.

Auf Nachfrage hin, warum die Polizei sich unter ihrem Helm zusätzlich auch vermummt, bekommt man als Antwort: „Weil der Helm sonst vollschwitzt“ und das nicht so hygienisch wäre. Also nicht etwa, um bei verbotener Polizeigewalt erkannt zu werden – das sei nicht der Grund der Vermummung – berichten Beamte in der Mahnwachen -Veranstaltung der Hamburger Polizei.

https://www.facebook.com/events/381299875346717

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Nun gut, so wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus (die Polizei macht es vor – die Autonomen machen es nach) und in den ersten Stellungnahmen des Polizeisprechers vom 21.12. gegenüber N24 war von „Vermummung“ als Grund des Aufstoppens des Zuge auch überhaupt keine Rede, eben weil man weiß, dass das Vermummen in diesen Kreisen zur Protest-Folklore mit dazu gehört und schnell hatte man einen anderen Grund parat – nämlich: Man sei „zu früh losgelaufen“ hieß es, und habe den Zug deswegen gestoppt – nicht also wegen eines etwaigen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot – davon war nie die Rede, erst jetzt, wo die Damen und Herren Polizisten vor den Innenausschuss treten und ihr Handeln rechtfertigen müssen, wird dieses Argument wieder ausgegraben und JA, man hätte es vor diesem Hintergrund von Beginn an beenden können – ist aber nicht geschehen – der Grund war zu frühes loslaufen und nicht die Vermummung, so belegen es zahlreiche Interviews unmittelbar am Ort der Ereignisse und mal ehrlich: Wofür war diese Demo denn angemeldet? Doch für den Erhalt der Roten Flora und jeder weiß, dass Leute aus diesen Kreisen sich generell auch vermummen – genau wie die Polizei – die sind ja auch alle vermummt – also doch kein gleiches Recht für alle?

Die Polizei darf alles, die Demonstranten müssen sich fügen – „dem Gewaltmonopol unterwerfen“ und es soll Leute geben, die genau damit ein Problem haben und damit auch nicht leben wollen, sich deswegen dagegen auflehnen – politisch betrachtet also eine Bewegung – die (wenn friedlich) in einer Demokratie auch Platz haben muss, weil alles andere wäre Diktatur – dann nämlich, wenn man anfängt, einzelne Gruppen und politische Lager, inklusive anders denkender Menschen zu unterdrücken.

Max Bryan
15. Januar 2014

Bürgerreporter & Augenzeuge #HH2112
http://www.maxbryan.wordpress.com

Alle hier gezeigten Standbilder gibt es auch als Bewegtbild und sind auf Anfrage hin einsehbar. Kontakt:  post@max-bryan.com

Download als pdf zum ausdrucken auch unter: –>
https://maxbryan.wordpress.com/?attachment_id=391
(98 Seiten, 7,4 MB – Ladezeit beachten)

Kurzfassung hier –>
https://www.facebook.com/notes/max-bryan/polizeigewalt-in-hamburg-chronik-einer-krise/724825240868727

PS: Ich bin weder autonom, noch „linksradikal“ und distanziere mich von jeglicher Gewalt. Ich gehöre keiner Gruppe an und fungiere auch nicht als Fürsprecher einer solchen. Ich bin Berichterstatter und Bürgerreporter und versuche nur alle Seiten auch zu hören und deren Argumente zu beschreiben. Jeder soll seine Sicht der Dinge schildern dürfen, damit die Leser sich am Ende ihr eigenes Urteil bilden über die Wahrheit in diesem Lande, was richtig und was falsch ist.

Ausblick

Bis 6.1. wurde in den klassischen Medien fast ausschließlich das berichtet, was die Polizei zuvor gesagt oder geschrieben hat und kaum jemand wagte es diese in Zweifel zu ziehen und/oder zu hinterfragen. Dank des beherzten Einschreitens gewisser Augenzeugen konnte die Nachrichtenlage verbessert und die Wahrheit enthüllt werden.

Das am 4.1. eingerichtete Gefahrengebiet wurde am 9.1. wieder aufgehoben und in kleinere „Gefahren-Inseln“ aufgeteilt. Angeblich, weil die bisherige Maßnahme !“ein voller Erfolg“ war. Andere hingegen sehen den Erfolg der Polizei bestenfalls darin, etwas vereitelt zu haben, was so und ohne sie gar nicht stattgefunden hätte. (Quelle: TAZ)

http://www.taz.de/Kommentar-Ueber-das-Ende-des-Gefahrengebiets/!130739/

Am 11. Januar (vergangenes Wochenende) eröffnete Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) das Hallenmasters Turnier in der Alsterdorfer Sporthalle. Dabei wurde seine Begrüßungsrede von den Besuchern der Veranstaltung mehrfach unterbrochen. Sprechchöre waren zu hören. „Lügner, Lügner“ schallt es durch die Halle. Viele hatten Klobürsten als Zeichen des Protests gegen das von der Polizei eingerichtete Gefahrengebiet mitgebracht.

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article123776354/Fans-pruegeln-sich-beim-Hamburger-Hallenmasters.html

Am 12. Januar gibt das Aktionsbündnis „Recht auf Stadt“ bekannt, eine weitere Groß-Demo gegen die Gefahrengebiete durchführen zu wollen.

Nur einen Tag später – 13. Januar – wurden sämtliche Gefahrengebiete restlos aufgehoben.
http://www.mopo.de/polizei/ganz-ploetzlich-gefahreninseln-sind-aufgehoben-,7730198,25870128.html

Das, meine Damen und Herren, ist ein Punktsieg für die freiheitlichen Rechte der Bürger dieser Stadt!

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„Liberty will never perish“, „Die Freiheit wird nie untergehen“, hat Chaplin vor 70 Jahren schon gesagt und Recht hat er! Veränderung ist machbar, wenn man selbst die Veränderung schon ist!

UND:

Wahrheit ist immer stärker als die Lüge, denn nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt – „Die Wahrheit steht von alleine aufrecht!“ [Benjamin Franklin]

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Danke für´s zuhören und Danke fürs durchhalten (auch beim lesen)

http://www.youtube.com/watch?v=5Of2hQvJKv4

Weitere Berichte hier …

Liebe Leser dieses Blogs,

mein erster Bericht hier bei wordpress ging am 15. Januar 2014 online. Alle früheren Berichte – vor Januar 2014 – finden Sie hier

–> http://www.myheimat.de/hamburg/profile/max-bryan-76560.html

Und hier:

https://www.facebook.com/MaxBryanDiary/notes

Dort bitte weit nach unten scrollen und Ihr findet eine Chronologie aus über 140 Berichten der Jahre 2010 – 2016.

Viel Freude beim schmöckern.

Herzlichst,

Max Bryan

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 www.maxbryan.com